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Das Abenteuer geht weiter!

Oamaru - Timaru - Christchurch

Um 6 Uhr werde ich wach. Annika meldet sich und erzählt mir das Neueste aus Berlin. Sieht so aus, das ich im Frühling, wenn ich nach Hause komme, alleine in der Wohnung bin. Endlich !!!

Nein. Quatsch!

Ich werde sie vermissen. Wir haben uns gut verstanden und kaum gestritten, gab ja auch keinen Grund dafür. Sie hat sich in den Haushalt nicht eingemischt und ihn meistens mir überlassen,  haha.

Kinder werden flügge. Das ist auch gut so, gehört zum Lauf des Lebens, das sie ihre eigenen Wege gehen. Hat meine Tochter ja schon lange gemacht, nun also auch die räumliche Abnabelung. Aber meine Tür steht immer weit offen für sie, wie auch für ihre Schwester. 

Ich erwische noch die ersten und letzten Strahlen der aufgehenden Sonne bevor dichte Wolken aufziehen und es anfängt zu nieseln. Kurz nach 8 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Christchurch, um wieder meine innere Mitte zu finden, auch ortsbezogen. Unterwegs ein längerer Halt um mit der Mutter meiner Töchter zu reden. Dann wieder in Oamaru erstmal zu Janet Frames Grab. Die Blume von letzter Woche sieht noch gut aus. So hole ich meinen Fächer raus und befreie das Grab mal von dem ganzen Dreck. Macht hier scheinbar niemand. Eine Schande. Angehörige gibt es wohl nicht mehr. Und ich verstecke den Fächer in der Hecke für's nächste mal. So schaffe ich Platz für Neues. Abgeben, Loslassen können ist die Voraussetzung für Veränderungen, auch im Leben. Man kommt einfach besser voran, wenn man Ballast abwirft. Auch wenn es manchmal schwer fällt. Wenn man etwas weggibt, gibt man auch ein Stück von sich selbst mit weg. Aber dieses fehlende Stück kann man ja wieder mit etwas Neuem füllen. So macht es Sinn.

Dann wieder in die Bäckerei, wo ich ein leckeres Mittagessen, Brot und ein Stück von Judys frisch gemachter Schwarzwälder Kirschtorte esse. Den Kaffee bekomme ich umsonst im Tausch gegen das Buch "Herbstmilch" mit Richard dem Bäckermeister. Die Familie betreibt selbst noch Landwirtschaft. Und ich werde wieder etwas "Ballast" aus meinem Auto los. Gerade als ich losfahren will kommen die 3 Schwaben von gestern Abend, denen ich den Bäckerladen empfohlen hatte. Leider ist das gute Brot heute schon alle. So gebe ich ihnen noch eins von meinen beiden ab ...

In Timaru schaue ich mir den schönen Rosengarten an und gegen 18.30 bin ich in Christchurch. Kurzer Blick in den Garten,  Zitronen ernten, Wäsche waschen und Abendbrot. Und dann buche ich meinen Flug für nächstes mal um. Für eine radikale Entscheidung bin ich noch nicht bereit. So werde ich erst mal länger hierher kommen,  möchte den Frühling im November/ Dezember erleben. Bisher kannte ich ja nur den Sommer. 

Morgen geht es weiter nach Nelson. Ich kann gar nicht schlafen...

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Long Beach

Heute verlasse ich Dunedin. Mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Es war gut, hierher zu kommen und jetzt auch wieder zu gehen. Ich habe dazugelernt und bin gewachsen. Danke dafür! 

Heute Morgen setze ich dann etwas um, was mir gestern Abend nicht gelang. Und obwohl ich nicht die erhoffte Reaktion bekam bin ich überhaupt nicht enttäuscht. Wer nicht wagt, der hat schon verloren. Ich freue mich, das ich es getan habe. Die Chance stand 50:50. 

Ich fahre zum Long Beach, der wirklich lang ist. Vor dem Mittag laufe ich am Strand nach rechts. Die Seelöwen sind wieder im Meer. Nur ihre Spuren im Sand sind zu sehen. Dann Essen und Mittagsschlaf. Dann laufe ich von meiner Mitte aus nach links und zurück. Danach geht es wieder nach Warrington auf den grossen freien Campingplatz. Vorher melde ich mich noch bei Christel in der deutschen Bäckerei in Oamaru,  das ich morgen zum Mittagessen komme.

Warrington ist einer der wenigen noch freien, großen Campingplätze im Land, vielleicht der schönste , den ich kenne. Saubere Toiletten, Müllcontainer, eine Grasfläche groß wie ein Fussballfeld und eine traumhafte Lage hinter den Dünen mit einem bewachten Strand und die große Stadt Dunedin in der Nähe. Andere Regionen haben gar keine mehr oder 2 Plätze für 100 Camper. Es ist natürlich nicht einfach mit so vielen Touristen, die auch viel Müll hinterlassen. Und immer ist auch das Geschäft im Spiel, wenn zum Beispiel ein kommerzieller Holiday Park in der Nähe ist und Angst um seine Einnahmen hat. Hier glücklicherweise nicht. 

Ein Tee und dann geh ich mit dem Eimer los, um die wilden Kartoffeln zu ernten. Der Eimer wird halb voll, sind noch nicht ausgereift. Zurück quatsche ich noch bei einem Bier mit meinen Nachbarn  - Schwaben mit einem großen Wohnmobil. Danach noch mal kurz ans Meer, der Wind hat nachgelassen und ab ins warme Bettchen. 

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Aramoana

Den Tag werde ich heute allein verbringen. Nach dem Frühstück  (es gibt leckere Eierkuchen, mmmh) fahre ich zum Hafen von Dunedin - Port Chalmers. Von hier ist schon Scott zum Südpol aufgebrochen. Leider hat er das Rennen gegen Amundsen verloren und ist nicht lebend zurückgekehrt. Ich schaue mir den schönen Rhododendronpark an, die Blütezeit ist aber vorbei. Nur ein paar einzelne Nachzügler erfreuen mein Auge. Der Hafen ist recht klein und wird gerade von 2 Kreuzfahrtriesen dominiert. Und beide verpessten mit ihren Schwerölgeneratoren zur Stromerzeugung die Luft. Schämt Euch! Wie einfach wäre es, Strom vom Land zu nehmen. Die Ovation of the Seas verlässt am Nachmittag den Hafen durch die enge Fahrrinne. Und zieht eine riesige dreckige Rauchfahne hinter sich her. Ich werde Nie mit so einer Dreckschleuder fahren! Ich weiß, ich fliege jedes Jahr einmal um die Erde und das bereitet mir große Bauchschmerzen. Ich überlege intensiv, wie ich das ändern kann und habe auch schon eine Idee. Die ist schon seit längerem in mir gereift und steht jetzt kurz vor der Umsetzung. Noch eine andere Entscheidung treffe ich während meiner Strandwanderung, deren Umsetzung mir heute Abend aber noch nicht gelingt...

Am Strand treffe ich auf viele Seelöwen. Man muss echt aufpassen,  das man nicht über sie stolpert. Sie wärmen sich in der Sonne. Ich  lege mich zu ihnen. Vom Meer ziehen Nebelwolken die Klippen hinauf. Plötzlich ist der Strand verhüllt. Ich würde mich nicht wundern, wenn jetzt Captain Hook mit seinen Piraten auftaucht. Aber man bekommt wenigstens keinen Sonnenbrand. Als am Nachmittag die Sonne wieder raus kommt gehe ich zurück zum Auto und mache mir etwas zu Essen. Dann noch mal los um eine Landspitze herum und die Mole bis ganz nach vorn bevor ich zurück fahre. Heute Abend gehe ich dann nicht weg . Stattdessen gibt es Hausmusik.

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Dunedin rockt!

Ich bleibe die nächsten Tage in einem wunderschön gelegenen, von einem Garten umgebenen Haus an einem Hang mit tollem Blick ins Tal. Es gehört einer Freundin aus der Küche  bei Convergence und ist in der Nähe der in jedem Reiseführer vermerkten steilsten Strasse  der Welt  - der Baldwin Street. Auch diese Straße ist extrem steil. Aber mein Auto schafft es, war ja auch in der Werkstatt. Es gibt einen tollen Flat White - leckeren Kaffee. Dazu packe ich meinen selbstgebackenen Kuchen (worauf ich immer noch verdammt stolz bin, haha) aus und wir sitzen in der Sonne. Nach dem köstlichen Dinner gehen wir zu Dritt mit einer Mitbewohnerin noch in eine Bar, wo eine Liveband spielt. Auf einer Minibühne rocken 5 Musiker. Mir gefällt die Stimme der Sängerin. Gegen Mitternacht liege ich im Bett. Ein rundum schöner Tag geht zu Ende ...

Ich werde wieder zeitig wach, kurz vor 6 Uhr, die Sonne geht auf. Wir fahren in die Stadt zum Farmers Market - dem Bauernmarkt direkt am bekannten historischen Bahnhof von Dunedin. Es gibt eine große Auswahl an frischem Obst und Gemüse. Ich nehme einiges für das Dinner heute Abend mit. Zurück fix die Sachen gepackt und ab zum Strand! Für ein Sprung in die Fluten ist es zwar zu windig und zu frisch, aber ein ausgiebiger Strandspaziergang entschädigt für die entgangenen Badefreuden. Und als es in der Sonne warm genug ist haben wir keine Badesachen dabei und da einige Leute unterwegs sind wollen wir nicht ohne ins Wasser. Das wird hier nicht so gern gesehen und ich möchte niemandem schlechte Gefühle machen. 

Zurück etwas ausruhen und dann mach ich alles für das Ofengemüse fertig. Gut das ich mich erinnere, wie Annika das macht! Und es wird auch recht lecker. Und dann geht's noch mal in die Innenstadt in eine Bar, wo wieder eine Liveband spielt. Bevor es losgeht, kann man sich bei einem Bier noch gut unterhalten. Die Musik ist dann aber eher melancholisch und ziemlich laut, sodass wir bald gehen. Heute geht ein wunderschöner Tag etwas eher zu Ende.

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Träum weiter!

Dream on, ja träum weiter. 

Träume zu haben und vielleicht ein paar davon zu verwirklichen, ist das beste was es gibt.

Und ich hatte letzte Nacht genügend Gelegenheit dazu  - hab 12 Stunden lang geschlafen. Das war auch nötig nach der schlaflosen Nacht davor. Noch vor dem Morgenkaffee gehe ich zum Meer. Über dem Land hängen dicke Wolken, aber die Sonne ist schon aus dem Ozean aufgestiegen und vergoldet mit ihren Strahlen die Meeresoberfläche. Das wird ein guter Tag!  Der Erste vom Rest meines Lebens, aber Reste schmecken ja bekanntlich am besten. Und das Beste kommt zum Schluss. 

Schade, das ich hier keine Bilder hochladen kann, denn es gibt keine App fürs Smartphone. Aber wer will kann ja vielleicht auf Facebook schauen: Bernhardiner Spark.

Nach dem Kaffee mache ich einen ausgedehnten Vormittagspaziergang über die feinsandige Landzunge. Und wieder fliessen die Gedanken. Der weite Ozean gibt ihnen Raum. Anders als in einem Gebäude, selbst Autofahren ist besser, wenn man die Weite um sich herum sieht. Und ein paar Gedanken wollen in die Tat umgesetzt werden, das spüre ich ganz deutlich: Ich werde in Oamaru einen Menschen treffen, wovor ich mich seit 2 Jahren drücke. Warum eigentlich? Ich werde meinem Psychiater in Berlin einen netten Brief schreiben. Neuseeland ist für mich die beste Therapie. Und zuguterletzt werde ich ein Projekt in Angriff nehmen, was schon länger in mir wächst. Dazu vielleicht später  ...

Im weissen Sand finde ich nur die Spuren der Seelöwen, die wahrscheinlich schon wieder zum Fischen im Pazifik sind. Ich würde sie auch in Ruhe lassen und ihnen nicht auf die Pelle rücken. Im Busch finde ich dann wilde Kartoffeln und eine Möwe, die sie bewacht. Möwen sind ja sehr zutraulich und können auch aufdringlich werden, wenn sie Futter wollen. Aber wir verstehen uns gleich gut. Zurück beim Auto wartet wieder eine Möwe, aber diesmal sicher auf mein Frühstück... ist es die selbe? Irgendwie sehen die alle gleich aus. Denkt die Möwe wahrscheinlich auch von den Menschen. Dabei ist doch jedes Wesen einzigartig! 

Nach dem späten Frühstück fahre ich nach Seacliff, wo Janet Frame mehrere Jahre in der Psychiatrie untergebracht war. Beim dritten Anlauf schaffe ich es endlich, das Krankenhausgelände zu finden. Es ist gut versteckt, kein Hinweis an der Strasse. Auch hier möchte man an eine nicht immer rühmliche Vergangenheit nur ungern erinnert werden. Es ist jetzt ein großer gepflegter Park mit viel Rasen, in dem man deutlich die Grundmauern der alten Gebäude sieht. Das Haupthaus war 229m lang und 70m breit. Ein Teil des Geländes  ist heute privat und nicht zugänglich. Das respektiere ich. Wenn ich mir vorstelle, das einige der alten Bäume schon Janet gesehen haben ...ich bekomme Gänsehaut und mir läuft ein Schauern über den Rücken. Als ich auf dem Rasen liege denke ich über Janet Frame hinaus an die vielen, vielen Menschen, die hier waren. Und mir kommen die Tränen. 

Klar, sie hatten oft gesundheitliche Probleme und die Psychiatrie hat sich in den letzten 70 Jahren auch weiterentwickelt. Aber kommt es nicht auch heute noch zu fatalen Fehldiagnosen, die bei Janet Frame fast zur Katastrophe geführt hätten? (Wen das näher interessiert,  dem empfehle ich das Buch oder den Film: "Ein Engel an meiner Tafel").

Und wer bestimmt eigentlich Was oder Wer "normal" ist? Sind nicht die "Normalos" daneben, wenn man sich diese crazy Welt anschaut und die "Wahnsinnigen" normal? Ich benutze ungern das Wort "verrückt", aber wenn man es wortwörtlich "ver-rückt" nimmt, heisst es doch nichts anders als verschoben oder halt "anders". Und ist es vielleicht normal, das man Menschen hasst,  nur weil sie anders sind?

Unter einer Bank finde ich eine wunderschöne Feder, wahrscheinlich von  einer Taube. Ich hatte immer eine weisse für meinen Hut wegen Parihaka gesucht. Jetzt nehme ich aber diese. Sind wir nicht alle wie Federn im Wind?

Jetzt weht es mich erst mal nach Dunedin. Vorher muss ich noch sehen, wie ich das Gras von meinem ganzen Körper bekomme. Die Wiese war frisch gemäht und der Gärtner hat die Hälfte liegen gelassen. Ins Meer springen? Brrr!

Im Schatten unter einem alten Walnussbaum gönne ich mir ein Greenhill Seltzers, was Jamil, Barbaras Sohn produziert und schreibe diesen Blog für heute zu Ende. 

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... auf dem Weg zu neuen Ufern

Das Haus in Ordnung gebracht hab ich dann gestern Abend auch noch, also dann morgen früh nur noch mich in Ordnung bringen, haha.

Aus morgen früh wird heute Abend. Kurz vor Mitternacht kann ich nicht mehr schlafen. Ich bin sowas von aufgeregt! Ich packe alles ins Auto, mache mich fertig, trinke noch einen Kaffee und um 2 Uhr nachts geht's los! Aus dem Auto-CD-Spieler singt HRK:"ICH MUSS RAUS AUF DIE STRAßE" Genau! 

In Christchurch hole ich mir bei BP noch einen Kanister super teures Super-Super Benzin (98 Oktan). Ich glaube damit fährt nur die Formel 1! Aber Edgar aus der Werkstatt hat gesagt, das müsse sein. So würde mein Motorproblem gelöst. Na mal sehen. Aber erst mal muss der Tank mit dem alten Benzin  (91er) leergefahren werden. Und das gelingt mir auch gründlicher als gewollt! Ich bleibe unterwegs im Dunkeln im Nirgendwo auf dem Highway liegen. Schnell nachfüllen und weiter geht's! 

Nirgendwo stimmt nicht. Mir weisen im Osten das Kreuz des Südens, im Westen Orion und im Norden im Rückspiegel der Halbmond  (wo ist eigentlich die andere Hälfte?) den Weg nach Süden. Ich bin nur ein Krümel im Universum, aber ich bin sicher, das es mich beschützt.

In Ashburton noch mal nachfüllen (nur 95er) und in Timaru dann einmal Volltanken bitte! Und was sagt der Motor?... "Danke für das Super Benzin, war lecker. Aber die Fehlerlampe mach ich trotzdem wieder an. Ätsch!"

In Timaru schaue ich mir um 4.30 Uhr Lindas Lighthouse an und bin kurz vor 6 in Oamaru, meiner Lieblingsstadt in NZ. Die Sonne schickt sich an ihre ersten Strahlen zu zeigen. Ich fahre hoch zum Lookout und will noch etwas schlafen, da ich doch sehr müde werde und Richards Bäckerei erst 8.30 aufmacht. Um halb 8 werde ich wach und denke, oh eine Möwe tapst auf meinem Auto herum. Später sehe ich die Bescherung: ich  habe von einem Kontrolleur einen Aufkleber bekommen, das Freedom Camping hier verboten ist und 200 $ Strafe angedroht werden. Also schnell weg hier. In den Public Gardens pflücke ich eine Blume und bringe sie zu Janet Frames Grab. Sie hat sich sehr gefreut...

Dann Vinbrux Bäckerei. Ich unterhalte mich lange mit Christel und Richard, frühstücke und nehme noch 2 gute Brote mit. 

 Weiter an der Küstenstrasse mache ich Halt für ein (Nach-)Frühstücksschläfchen, eine schöne Wanderung,  einen Tee und leckeres, frisches Marmeladenbrot. Beim Schlafen werde ich von meinem eigenen Schnarchen geweckt. Das kann ja heiter werden. Wie soll ich denn mit mir in getrennten Zimmern schlafen?

Dann wird es mir bei 15 Grad zu kalt im Schatten und ich lege mich an den Strand in die Sonne. Endlich bekommt der ganze Körper mal Sonne! Zum Baden ist es aber viel zu kalt  - 14 Grad. Hier weiter Richtung Antarktis ist es spürbar frischer. Dafür sind die Tage länger, die Sonne geht erst 21.30 unter, in Christchurch 21 Uhr. Früh bin ich auf dem großen kostenlosen Platz in Warrington. Es weht ein kalter Wind. 

"Ich muss raus auf die Straße 

Ob ich will oder nicht

Denn die Straße ist wichtig 

Ist mein zweites Gesicht.

Ich muss raus auf die Straße 

Und ich bin nicht allein

Ich muss raus auf die Straße 

Das muss Liebe sein.

 Ich muss raus auf die Straße 

Ich will sagen ich darf

Lasst das Tier aus dem Käfig

Denn es ist darauf scharf.

Ich will raus auf die Straße

Jetzt geht's raus auf die Straße 

Und ich bin nicht allein 

Einfach raus auf die Straße 

Das muss Liebe sein 

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Christchurch Tag 10

Heute gehe ich! (Oder auch nicht?)

Vorher muss ich aber noch die Gartenarbeit beenden und das Haus so herrichten, wie ich es vorgefunden habe, also Staubsaugen und in der Küche und im Bad klar Schiff machen. Ausserdem benötigt der Teppich noch eine gründliche Reinigung wo ich Kaffee verschüttet habe. Dafür habe ich extra Wonder Soap - Wunderseife - von Henkel gekauft ... Haha.

Nachdem ich nachts nicht gut schlafen konnte, wache ich spät auf und bin erst nach 9 im Garten. Aber egal, ich hab ja hier keinen Chef, der auf die Uhr schaut sondern bin mein eigener Boss. Ein gutes Gefühl! 

Ich schaffe eine ganze Menge, aber überall sehe ich doch noch etwas zu tun. Ich will noch den kleinen Schuppen fix aufräumen, Rasen mähen und ein paar Pflanzen brauchen noch Bewässerung. Dafür muss ich doch noch mal zum Baumarkt. Also wird das heute wieder nichts mit der Abreise. Aber morgen ganz bestimmt! 

Aber erst mal Mittag als spätes Frühstück, also Brunch, wieder Tomatenei, da ich so viele Tomaten habe. Dazu Radieschen aus dem Garten. Die Erdbeeren lasse ich aber für Barbara, die am Freitag wieder kommt. Mittagsschlaf fällt heute aus, da ich ja so spät aufgestanden bin. Vom Baumarkt zurück noch mal Hauruckaktion im Garten.

Ich spüre ganz deutlich den Wind of change unter meinen Flügeln, er geht durch meinen Körper tief in meine Seele. Und am 27. Februar sind die Scorpions zu einem Konzert in Neuseeland, gemeinsam mit Whitesnake, der Nachfolgeband von Deep Purple! Smoke on  the water, Det,Det,Deeh,Det,Det,Deh. Was haben wir in den 70igern dazu gerockt. Wahrscheinlich bin ich da aber auf den Cook Inseln ...

Puh, geschafft! 18.30 Uhr. Das Gartenprojekt ist abgehakt, endlich. Nicht das es nicht Spaß gemacht hätte, aber jetzt habe ich Bock auf Neues.

Die letzten 5 mal Neuseeland war ich meistens viel unterwegs, hab viel gesehen und viele Leute getroffen, aber eigentlich bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht richtig kennengelernt. Das ändert sich jetzt. Was im letzten Jahr schon begann setzt sich jetzt um so intensiver fort. Wenn das wichtigste früher für mich die Natur war, dann die Geschichte dieses Landes so sind es jetzt ganz klar die Menschen. Und so bin ich gespannt, was noch alles kommt  ...

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Christchurch Tag 9

Ich stehe um 6 Uhr auf. Die Sonne scheint schon und wärmt mich bald. Es wird nicht mehr so warm, aber in der Sonne schon. Morgenkaffee, ein kleines Frühstück und dann ab in den Garten. Ich will heute hier fertig werden, nachmittags zu Ritz (der Freundin aus der Küche, wo ich gestern war), auch ihr ein bisschen im Garten helfen. Ausserdem hat sie mich zum Dinner eingeladen. Und morgen will ich dann endlich meinen Roadtrip nach Süden starten. Es wird auch Zeit. Ich brauche etwas Luftveränderung. Na mal sehen ob das alles so klappt  ...

Dann noch mal zum Baumarkt und das restliche Zeug holen, Mittag und Schläfchen und weiter geht's im Garten.

Die Sonne wärmt meine Haut und bräunt mein Winterfell. Ach wie tut das gut! Die Wärme geht tief in mich hinein, heilt meine Seele. Das helle Licht ist Nahrung für sie.

Um halb 6 mache ich Feierabend  ... und hab doch wieder nicht alles geschafft. Wenn ich durch den Garten gehe sehe ich überall  Arbeit. Und die Bewässerung will ich auch perfekt machen, mag keine halben Sachen. Haha, Mister Perfect.

Aus der Verabredung mit Ritz wird dann doch nichts, sie muss dringend zu einer Freundin. So stürze ich mich nach dem Abendbrot doch noch mal in die Gartenarbeit. Vielleicht werde ich ja heute doch noch fertig? 

Vorher hänge ich aber noch mal lange meinen Gedanken nach, und es sind gute Gedanken  ...

Ich möchte meine Mitte finden und authentisch sein, also so wie ich bin.  Wie bin ich eigentlich? Es bringt nichts, jemanden etwas vorzumachen. Viel zu oft warte ich darauf, Impulse von außen zu bekommen. Ich möchte selber handeln und selbstbewusster sein.

Und ich möchte eine Tradition fortführen, die ich schon früher in meinem Blog von Zeit zu Zeit gepflegt habe. Dies habe ich in Barbaras Haus gefunden: 

"Finde etwas für dich, das dir Freude macht. Lass die Dinge los, die dich verletzen. 

Und verbringe Zeit mit den Menschen, die dir gut tun."

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Christchurch Tag 8

Ich habe letzte Nacht kaum geschlafen. Kurz nach Vollmond, zu spät und zu lange Mittagsschlaf gemacht, zu viel Kaffee und viele Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. 

Nach dem Morgenkaffee fahre ich zum Baumarkt, um noch ein paar Sachen für die Bewässerung zu holen. Frühstück und dann schaffe ich eine ganze Menge.

Und ich habe mich entschieden, welchen Weg ich gehen werde. Mir fällt es schwer, Nein zu sagen, möchte immer niemand verletzen und wehtun. Meistens verletze ich mich aber selbst dabei. Es ist besser, offen ein klares Wort zu sprechen, seine Wünsche und Gefühle mitzuteilen, auch wenn es schwerfällt. Den anderen im Ungewissen zu lassen ist viel schlimmer. Und so habe ich das heute Vormittag in Angriff genommen ...Puhh.

Der große Regen ist ausgeblieben. Es scheint sogar die Sonne. Heute Nachmittag soll es ein paar Tropfen geben. Auf den Wetterbericht kann man sich hier echt nicht verlassen! Ich habe Unkraut jäten von meiner todo-Liste gestrichen.Das wächst ja eh wieder nach, vor allem wenn ich es jetzt bewässere...

Nach dem Mittagessen  (Tomatenei) und einem Schläfchen fahre ich zu einer Baumschule, um 2 Weinstöcke zu holen. Ich hoffe, das Barbara sich darüber freut. Vorher muss ich noch mal zur Werkstatt. Heute habe ich per Mail die Rechnung für letzte Woche bekommen mit der freundlichen Bitte, noch mal 100 Euro zu bezahlen, da sie vergessen hatten den erneuerten Klopfsensor zu berechnen. Na toll, jetzt sind es runde 1000 $, aber ist ja nur Geld  ...

Und dann kaufe ich gleich noch 2 Tickets für Elton John in Dunedin am 4. Februar. Das war ein großer Traum von mir! In Sydney hab ich ihn verpasst und in Berlin im Oktober sind die Preise einfach unverschämt. Hier hab ich "nur" 60 Euro bezahlt. Ok, es sind auch die schlechtesten Plätze, aber egal. Mal sehen wer mitkommt.

Am Abend bin ich bei einer Freundin von Convergence, die auch in der Küche war und dort die Fäden im Hintergrund zusammen gehalten hat. Sie hat ein wunderschön gelegenes Haus in den Hügeln am Rand der Stadt mit Blick auf Christchurch, über die weite Ebene bis zu den Bergen und dem Pazifik auf der anderen Seite . Wow! So müssen es auch die ersten europäischen Siedler gesehen haben, als sie über den Bridle Path über die Berge vom Hafen in Lyttleton nach Christchurch gelaufen sind. Leider muss sie dann weg, aber wir verabreden uns noch mal für morgen...

Und dann gelingt es doch noch, das mir jemand die richtige Frage stellt ...

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Wasserfall und Vollmond

Christchurch Tag 7

Nach einer kurzen Nacht und einer Tasse Kaffee laufe ich kurz vor 8 los zu einem wunderschönen Wasserfall. 2 Stunden lang geht es gemächlich durch den Busch. Der Wasserfall erinnert mich dann sehr an den weltberühmten Trusetaler Wasserfall, ist aber mit etwa 20 Metern aber nicht so hoch .In 3 Stufen stürzt sich der Bach hinunter, dabei gibt es auch 2 Pools, in denen man auch schwimmen könnte. Mir ist aber nicht danach, vielleicht beim nächsten mal. Hier kann man auch Zelten. Das werde ich irgendwann mal machen. 

Nach weiteren 2 Stunden bin ich gegen 12 Uhr wieder zurück, mache ein spätes Frühstück. Bald gibt es Mittag und danach sitzen wir noch etwas zusammen, bevor ich am Nachmittag wieder nach Christchurch fahre. Vorher werden noch Kontaktdaten ausgetauscht, den einen oder anderen sehr ich sicher noch einmal wieder. 

Zurück hole ich erst mal Schlaf nach und schreibe dann diesen Blog. Wäsche aufhängen, den Garten noch etwas wässern und gegen 21.30 Uhr wird es auch schon wieder dunkel. Morgen soll es regnen und es wird von Nahe 30 Grad auf die Hälfte runtergehen. Ich will trotzdem versuchen, im Garten voranzukommen und abends eine Freundin aus der Küche bei Convergence besuchen. 

Und ich muss mich entscheiden, wie es dann weitergeht: Richtung Süden nach Dunedin oder Richtung Norden nach Nelson?  Keine leichte Sache ...

Ich spreche lange mit meiner Tochter und sie hört mir zu. Danke dafür! Und sie gibt mir den entscheidenden Tipp.

Gegen Mitternacht nehme ich die fast trockene Wäsche ab, morgen früh geht die Beregnungsanlage wieder an und es soll auch regnen. Über mir Milliarden Sterne, das Kreuz des Südens, Orion, die Milchstraße und der immer noch fette Mond. Wolken ziehen eilig vorbei. Das Wetter ändert sich. Veränderung ist gut. 

Ich esse noch was und versuche, einen ganz besonderen Menschen zu erreichen. Ich habe sie hier vor einem Jahr kennengelernt. Sie hat eine ganz besondere Gabe: Sie stellt die richtigen Fragen. Gibt keine Ratschläge, was man tun soll,  sondern regt mit ihren Fragen zum eigenen Nachdenken an, bringt einen so weiter.

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Backen macht Spaß!

Christchurch Tag 6

Ich hätte nie gedacht, das Backen so viel Spaß machen kann!

...vor allem mit den Zutaten, die im Garten wachsen. Vorgestern waren es Zucchinis, heute sind es die Zitronen, die hier massenhaft reifen. Also gibt es Zitronenkuchen! Leider ohne Hilfe, aber egal. Nur die Unmengen an Zucker bereiten mir Bauchschmerzen, kann man den nicht weglassen oder ersetzen? 

Ich bin noch den ganzen Tag im Garten und Haushalt beschäftigt. Am Nachmittag fahre ich dann 1 Stunde von Christchurch weg Richtung Westen in die Berge zu Robert. In seinem Haus, auf seinem Grundstück findet ein Nach-Convergence- Treffen statt, als Pot Luck. Da bringt halt jeder was mit und dann wird gemeinsam gegessen. Von mir kommen Zucchini- und Zitronenkuchen, Zamette und Nudeln mit Sauce Bolognese. Es ist ein schöner Abend, 2 holen dann noch ihre Gitarren raus und um Mitternacht wird das Geburtstagskind in unserer Runde gefeiert. Ich hatte Blumen (es gab wunderschöne Fresien an der Strasse auf dem Weg hierher, ich mag diese Blumen sehr), einen Geburtstagskuchen und ein kleines Geschenk mitgebracht. Wir quatschen noch bis nach 2 Uhr morgens. Jetzt hat sich auch der heftige Sturm von gestern Abend gelegt und ich schlafe friedlich ein. Das war ein schöner Tag mit dem Wiedersehen von so vielen lieben Menschen  ...

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Christchurch Tag 5

500 Euro!  - Soviel hat mich das Auto erst mal gekostet, und die Bremsen müssen noch gemacht werden und der Motor läuft auch noch nicht rund. Immer kommt die Kontrolleuchte und meldet einen Fehler des Klopfsensors. Der wurde aber ausgetauscht. Und dann wird die Leistung automatisch runter gefahren. Blöd, wenn man einen Berg hoch fahren will. Jetzt soll ich erst mal den Tank leer fahren, Super tanken und dann sehen wir weiter. 

Nach dem späten Frühstück fahren Katja und Amiria nach Hause nach Nelson. Es war eine schöne Zeit, ich bin so dankbar. In 2 Wochen werde ich sie besuchen, wenn ich dann in der Gegend bin und das Auto mitmacht  ...

Ich hole das Auto ab, gehe ein bisschen Einkaufen, mache Mittag, Mittagsschlaf, esse ein Stück Zucchini - Kuchen und genieße etwas die Ruhe. 2 Wochen immer von vielen Leuten umgeben war wunderbar inspirierend und eine tolle,  bereichernde Zeit. Aber jetzt mal nur von einer Mücke umschwirrt zu werden ist auch nicht schlecht. Morgen früh werde ich dann noch mal in den Garten gehen und vielleicht zu Robert fahren, der auf seiner alten Farm ein Nach-Convergence-Wochenende ermöglicht und mich eingeladen hat. Mal sehen, was morgen passiert  ...

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Christchurch Tag 4

Na, was wird dieser Tag  wohl bringen ?

Zunächst viel mehr Sonnenschein und wärmere Temperaturen. So fahren wir nach dem Frühstück nach Taylors Mistake - einer wunderschönen Bucht bei Christchurch. Vorher backe ich aber noch einen Zucchinikuchen mit Amiria. Hier ist gerade Hochzeit für dieses Gemüse. Am Strand reiten wir ordentlich auf den Wellen. Es wird immer windiger. Noch ein Kaffee und dann geht's wieder zurück. Dann machen wir den Kuchen fertig und lassen ihn uns schmecken.

Der Anruf aus der Werkstatt verheisst nichts gutes,  sie finden den Fehler nicht. Ich soll erst mal mit Super anstelle Normalbenzin fahren. Dann wollen sie weitersehen. Die Ungewissheit bleibt  ...

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Christchurch Tag 3

Hoffentlich klappt das heute mit dem Auto!

Barbara und Astrid fahren früh los für mehrere Tage zum Wandern. Katja, Amiria und ich bleiben hier. Es ist kalt geworden, es ist bewölkt, aber der starke Wind hat nachgelassen. Am Vormittag mache ich ein bisschen was im Garten, Unkraut zupfen und die Bewässerungsanlage für's Gewächshaus verbessern. Dann kommt auch die Sonne raus. Nach dem Mittag haue ich mich etwas aufs Ohr. Dann kommt der Anruf von der Werkstatt  ...

...das Auto wird heute nicht fertig. Es ist nicht der diagnostizierte Fehler, obwohl das Teil ersetzt wurde. Jetzt wird vermutet, das der Katalysator verstopft ist. Daran wird morgen weiter gearbeitet. Der Mechaniker ist Deutscher und kann mir alles genau erklären, was für ein Glück. Also noch ein Tag in Christchurch, bevor mein Roadtrip starten kann und ich habe noch mehr Zeit für den Garten, Katja und Amiria. Einkaufen für's Kuchen backen und dann ist der Tag auch schon wieder fast rum ...

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Christchurch Tag 2

Kaffee, Blog schreiben, Frühstück und dann bringe ich das Auto in die Werkstatt. Zurück laufe ich eine halbe Stunde und kaufe noch etwas frisches Obst ein. Dann spiele ich wieder mit Amiria, ihre Mutter ist dankbar, mal etwas Ruhe zu haben. Und die Bewässerungsanlage im Garten muss halt warten ...

Nach dem Mittag fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Katja geht in die Kunstgalerie und ich mit ihrer Tochter auf einen Superspielplatz.

Ach wenn ich doch noch mal Kind sein könnte oder bald selbst Enkelkinder hätte - ich würde den ganzen Tag lang spielen. Aber Kappa und Momo machen mir ja auch große Freude. 

Dann kommt der Anruf von der Werkstatt. Ich fahre hin. Den TÜV hat das Auto bestanden, auch wenn die Bremsbelege bald erneuert werden müssen. Aber der Austausch des schon seit letztem Jahr defekten Klopfsensors hat das Problem am Motor nicht behoben. Morgen soll noch mal diagnostiziert werden und dann entscheidet sich, ob eine Reparatur sinnvoll ist oder hier die Reise endet ...

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Christchurch Tag 1

Heute öffnen wieder alle Werkstätten nach 2 Wochen Weihnachtspause. Ich hole fix Brötchen, wir frühstücken und ich mache mich auf den Weg zur Werkstatt, die mir Leonie vom Convergence empfohlen hat. Ich bekomme auch gleich einen Termin für den nächsten Tag. Dann fahre ich noch Einkaufen. Im Baumarkt hole ich Tropfschläuche für Barbara's Gartenbewässerung. Nach dem Mittag werde ich sehr müde und ich lege mich kurz hin - daraus werden 3 Stunden. 

Ja, und dann kommen bald Katja und Amiria. Ich freue mich, mit Amiria spielen zu können. Wir proben den ganzen Abend für eine Premierenvorstellung des Zirkus Amicalli. Die Vorstellung ist ausverkauft und wird zum großen Erfolg. Nach mehreren Zugaben können wir zufrieden zu Bett gehen. 

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Convergence Tag 10

Letzter Tag. Ich stehe früh auf, um lieben Menschen Auf Wiedersehen zu sagen. Danach helfe ich weiter beim Ausräumen und packe auch meine Sachen. Und ich treffe noch Katja und ihre 7jährige Tochter. 

Und ich weiß noch nicht, das ich sie sehr bald wiedersehen werde ...

Das war also Convergence. Ich hatte es ja mit Annäherung übersetzt, was es ja auch war. Aber noch besser ist dies: Zusammenfließen, wie es mir eine Frau beschrieben hat. 2 Flüsse vereinigen sich zu einem breiten, kräftigen Strom. So wurde aus einzelnen Menschen eine Gemeinschaft, ja sogar eine Familie, wo jeder etwas zum Gelingen des Ganzen beigetragen hat. Ein Vorbild für die ganze Menschheit, wenn jeder seine eigenen Interessen hinter die der Gemeinschaft stellt.

Auf jeden Fall werde ich nächstes Jahr wieder dabei sein, vielleicht sogar wieder in der Küche? 

Nachmittags mache ich mich auf den Weg nach Christchurch zu Barbara. Wir quatschen lange und abends kommt auch noch Astrid, eine Freundin von Barbara, die auch beim Convergence war. Bald gehe ich aber ins Bett um Schlaf nachzuholen. 

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Convergence Tag 9

Heute heisst es Zusammenpacken und den Platz beräumen. Auch in der Küche wird neben dem Kochen alles verstaut fürs nächste mal. Ich flüchte wieder zum Abwasch,  meinen Lieblingsplatz. Ich glaube, damit habe ich meine Bestimmung gefunden. Man hat eine feste Aufgabe und kann dabei schön seinen Gedanken nachhängen. Ausserdem besteht nicht die Gefahr, mit weniger Fingern zu gehen als wie man gekommen ist, denn die Messer beim Gemüseschnippeln sind verdammt scharf. So viel Abwaschen habe ich in meinem Leben noch nicht gemacht - wenn mich meine Ex-Frau sehen würde, haha.

Auch der Platz leert sich immer mehr. Nur wenige bleiben noch. Abends gehe ich noch mal in die Sauna und danach noch mal in die Küche - aber nicht mehr zum Arbeiten sondern zum Quatschen  ...

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Convergence Tag 8

Heute ist der letzte offizielle Tag. Ich bin noch einmal in der Küche und fange mit Zwiebeln und Knoblauch an. Später kommen dann noch Spinat und anderes Gemüse unters Messer. Und dann ziehe ich mich zum Abwaschen zurück. 2 Stunden lang Brot toasten ist nichts für mich - zu langweilig,  ich brauche Aktion!

Und am Abend trifft sich das Küchenteam in der Sauna - wir haben viel Spaß! 

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Convergence Tag 7

Heute schlafe ich so lange wie noch nie, um 9 Uhr weckt mich dann die doch schon hoch stehende Sonne. Ich gehe auf den Berg hoch und kann endlich meine Neujahrsgrüsse abschicken und empfangen. Nicht das fehlende Funknetz war Schuld, das es mir gestern nicht gelang, sondern ich hatte Mobile Daten deaktiviert - Mensch Papa! Na ja,  noch ist ja Neujahrstag in Deutschland. Zurück ein spätes Frühstück. Heute ruhe ich mich aus. Weiter Blog schreiben, Mittag, heute habe ich wieder Hunger, ist ja auch nicht mehr so heiß. Blog schreiben und dann noch etwas Ukulele üben.

Am Abend gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm, wo so viele talentierte Menschen ihr Können zeigen. Das hätte ich echt nicht gedacht! In der Pause kurz vor Mitternacht gehe ich aber schlafen, denn morgen muss ich noch mal arbeiten  ...

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Convergence Tag 6

Neujahr

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Die Sonne, die gestern glutrot im Westen untergegangen ist, begrüßt mich bald ebenso glutrot im Osten. Das wird ein guter Tag! ... vor allem in der Küche. Und es wird immer wärmer, über 30 Grad. Dazu die Gasherde in der Küche, eine Sauna brauche ich heute eigentlich nicht mehr. 10 Stunden in der Küche und die kurze Nacht machen sich doch bemerkbar, vor allem in den Beinen. Aber es macht trotzdem Spaß. Nach dem Abendbrot gehe ich doch noch in die Sauna und lasse mich danach bei einer Massage verwöhnen  ...

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Convergence Tag 5

New Years' Eve - Silvester

5.30 Uhr werde ich wach. Hab nach der entspannenden Sauna tief geschlafen. Hoch zum Berg und auch diesen Blog schreiben. Nach 1 Stunde ist mir kalt. Ich gehe gleich noch mal in die Sauna. Und dann habe ich meine erste Ukulele - Stunde  (in Berlin war mir das ja leider nicht vergönnt). Zufällig treffe ich Linda, die mir anbietet, Ukulele zu lernen. Was für ein Glück! 

Nach dem Essen wieder ein langer Mittagsschlaf. Dadurch verpasse ich zwar anderes, aber was soll's, heute ist Silvester und wer weiß, was mir diese Nacht noch bringt  ...

...erst mal eine tolle Silvesterparty, um Mitternacht ein zig-faches Happy New Year und Umarmungen mit Leuten, die ich vorher noch gar nicht kannte. Vielleicht mein bester Silvesterabend, bis jetzt. 

Unter dem Kreuz des Südens lege ich mich in mein Auto und kann ewig nicht einschlafen. Zu viele Gedanken gehen in mir vor. Was wird mir dieses Jahr bringen? 

Ich bin gespannt und freue mich darauf! 

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Convergence Tag 4

Heute habe ich wieder Küchendienst. Vorher gratuliere ich aber Cynthia - einer Freundin von Barbara - zum Geburtstag. In der Küche heisst es dann erst mal Zwiebeln schälen und schneiden. Um den Geruch von den Fingern zu bekommen stelle ich mich danach erst mal kurz zum Abwaschen. Daraus werden dann 4 Stunden bis zum Mittagessen, was heute griechisch angehaucht ist.

1 Stunde Mittagspause. Heute ist der Himmel bewölkt, es hat auch geregnet. Also nicht schlimm, in der Küche zu sein. Dann Kartoffeln waschen und schneiden, Gurken, Tomaten und Pilze schneiden. Als es Abendbrot gibt bin ich fix und alle. Das Stehen auf einem Fleck geht ganz schön über den Rücken. Jetzt nur noch ein Feierabendbierchen und ab in die Sauna! Und das wird zum Erlebnis. Als dann eine Horde junger Leute hereinkommt und Gesänge anstimmt, fühle ich mich wie in Norbi's Schwitzhütte ...

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Convergence Tag 3

Eigentlich geht es heute erst richtig los. 

Die Nacht war kalt. Mein Thermometer hat den untersten Strich bei 10 Grad, es war weit darunter, also nahe 0. Ich laufe die Schotterstrasse hoch der Sonne entgegen und fange die ersten Strahlen. Bewegung und Licht tun gut. Hier oben ist auch etwas Handyempfang. Ein ausgiebiges Frühstück und eine warme Dusche  - das Wasser wird mit Holzfeuer erwärmt. Bei der Eröffnungszeremonie werden die Neuen in den Kreis aufgenommen, gemeinsam singen wir "Te Aroha" - sehr emotional !

Danach gönne ich mir ein Krombacher, ja  verrückt, das schmeckt besser und ist preisgünstiger als das beste, trinkbare neuseeländische Bier 

Im Schatten lese ich Witi Ihimaera's "Parihaka Woman". Parihaka war im 19.Jh. ein Dorf in Neuseeland, wo Menschen sich niedergelassen haben, die wie Ghandi den Pazifismus gelebt haben. Dieses Thema beschäftigt mich gerade sehr ...

Nach einem Mittagsschlaf gehe ich in die Sauna und springe danach in den eiskalten Fluss. Auch die Sauna ist holzbefeuert und in die Erde gegraben. Das wäre ja auch was für meinen Garten! 

Abends startet im großen Zelt das Unterhaltunsprogramm. Die verschiedenen Teams führen etwas auf - also z.B. das Feuerwehrteam, das Erste Hilfe Team, die Leute vom Massagezelt u.s.w. Sehr lustig. 

Und dann leuchten die Mondsichel und ein sehr heller Stern daneben auf meinem Weg zum Auto ...

 

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Convergence Tag 2

Diese trüben Gedanken sind am nächsten Morgen schnell verflogen: Ja,ich bin genau richtig hier! Und das liegt an den Menschen um mich herum. Schon gestern wurde ich von allen herzlich begrüßt. Vor allem Max,Ein gebürtiger Schweizer, mit dem ich beim Morgenkaffee zusammen sitze und der mein Nachbar ist. Beim Morgenspaziergang lerne ich dann noch Paul aus Dunedin und Chris aus Deutschland kennen, der schon seit längerem in Kanada lebt.

Letzte Nacht habe ich zum ersten mal durchgeschlafen  - der Jetleg ist hoffentlich vorbei. Das merke ich vor allem, als alle mich fragen, wie ich den Sturm von gestern Nacht erlebt habe - gar nicht! Ich habe ja tief und fest geschlafen. Hab mich nur gewundert, dass meine Campingstühle draussen umgefallen waren. 

Nach dem Frühstück gehe ich den Hammerschlägen entgegen, um wieder beim Zeltaufbau zu helfen. Dort sehe ich aber einen Aushang, das noch ein Helfer für die Küche gesucht wird. Das wollte ich sowieso machen, um mehr von vegetarischer Küche zu lernen. Mittag- und Abendbrot sind hier im Ticketpreis enthalten und die sind vegetarisch und so weit wie möglich Bio. Wenn ich jeden 2.Tag Küchendienst mache, bekomme ich den Ticketpreis zurück  - immerhin 150 Euro. Na, das ist doch ein Deal!

Gestern hatte ich mich beim Einchecken zum Komposttoilettenteam überreden lassen. Auch interessant, zumal bei mir im Garten auch eine steht und ich da sicher noch was lernen könnte. Aber in der Küche ist es allemal besser. Vielleicht kann ich dann Annika auch mal etwas leckeres kochen (falls sie bis dahin noch nicht ausgezogen ist).

Heute steht erst mal Kumara (Süßkartoffeln) Waschen, Putzen und in Stückchen schneiden fürs Abendbrot an. Es gibt hier gelbe, orange und rote. Die ersteren sind süsser. Gemeinsam essen wir dann das von allen zubereitete Mittagessen  -alles Salate und rohes Gemüse. 

Nach dem Mittag geht es gleich weiter mit Abendessen zubereiten. Ich schneide Staudensellerie klein und stehe danach am Kochtopf. Mit Zwiebeln und Knoblauch wird das angebraten, dann kommen noch Blumenkohl und Brokkoli hinzu und werden mit Soja- oder Kokosmilch zu einer Sosse verarbeitet, die über die Nudeln kommt. Andere bereiten eine Tomatensoße zu. Aus meinen Süsskartoffeln wird ein leckeres Dessert gezaubert. Ich lerne eine Menge dazu und auch viele Leute kennen. Das Abendbrot schmeckt fantastisch, muss es ja auch denn ich habe ja mitgemacht. 

Morgen habe ich frei. 

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Convergence Tag 1

HAPPY NEW YEAR!

Ich werde um 2 Uhr nachts wach. Jetleg. Bis um 6 Uhr bleibe ich im Bett und surfe ein bisschen im Internet, schreibe an diesem Blog. Dann Kaffee, Barbara wird auch wach und Frühstück. Ich stelle noch ein bisschen was an der Bewässerung ein und mach mich dann auf den Weg nach Journey's End - Ende der Reise.

...aber für mich ist es ja erst der Beginn und an das Ende denke ich nicht. 

Zum TÜV gehe ich doch nicht mehr, das kann bis nächstes Jahr warten. Vorher darf ich mir noch ein paar reife Zitronen von Barbaras Strauch mitnehmen  - zum ersten mal im Leben Zitronen ernten ...

Angekommen finde ich einen schönen Platz unter einer mächtigen Kiefer. Fleissige Hände sind schon dabei, die grossen Zelte aufzubauen. Ich packe gleich mit an - auch zum ersten mal für mich, große Festzelte aufzubauen. Ich wollte ja schon immer zum Zirkus, dachte dabei allerdings an die Manege - aber gut, jeder fängt mal klein an. Und das ist ja auch kein Zirkus hier. Convergence  - Annäherung - ist eine Woche gemeinsam zu Leben wie eine große Familie und die Möglichkeit, viele neue Menschen kennen zu lernen. 

Es kommen immer mehr Leute und alle begrüssen sich herzlich, als ob man sich schon immer kennt. Nach einer langen Mittagspause noch ein Zelt aufbauen, jetzt weiß ich schon besser wie das geht . Abends wird es schnell kühler, ich lese noch etwas  - "Herbstmilch" zu Ende und fühle mich zum ersten mal etwas einsam. Bin ich richtig hier? 

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Neuseeland!

Kurz nach Mitternacht Ankunft in Neuseeland. Endlich wieder da! Schnell bin ich durch Pass- und Bio -Sicherheitskontrolle und liege bald im nahen Hostel im Bett. Leider ist hier die ganze Nacht ein Kommen und Gehen. Um 3 Uhr nachts fängt dann auch noch ein Deutscher an, laut zu telefonieren. Ich rüffel ihn kurz und er geht auch raus. Und ich kann nicht mehr schlafen....dann doch bis 9 Uhr. Dusche, Kaffee und zum Bus. Auch hier wieder wie in Sydney der Trick: nicht am Flughafen einsteigen sondern eine Station weiter, ist gleich 2/3 billiger - nur 2,50 Euro. 1 x Umsteigen und nach 1 Stunde bin ich bei Barbara. Sie ist aber nicht da. Ich kann aber rein, weiss ja wo der Schlüssel liegt. Beim Nachbarn hole ich mein Auto ab, gebe ihm 200 Euro und bekomme die Einladung, es im März wieder bei ihm unterzustellen. Bingo! Und noch mal Bingo: Batterie wieder angeklemmt und das Auto springt gleich an! Ein Stein fällt mir vom Herzen - 2 Befürchtungen sind nicht wahr geworden.

Dann fahre ich Einkaufen für die kommende Woche  - da bekomme ich zwar Mittag und Abendbrot - muss aber Frühstück selber mitbringen. Noch Tanken und dann zurück. Barbara ist jetzt da. Herzliche Begrüssung, Gartenbesichtigung,  Bewässerungsanlage erweitern, Rasen mähen und viel erzählen. Abends geht sie zum Tanzen und ich ins Bett - muss Schlaf nachholen  ...

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Weihnachten am Strand

Kurz nach 7 fahre ich eine halbe Stunde zum Strand und wandere 7 Stunden an der Küste entlang. Kurz vor 8 ist der Strand noch leer, nur David Hasselhoff und seine Rettungsschwimmer sind zum Appell angetreten. Noch ist der 21 Grad warme Ozean nicht verlockend für mich. Später springe ich dann aber rein. Bis die Wellen immer stärker werden und ich mich kaum noch über Wasser halten kann. Schnell raus hier. Im Strandcafe einen Mango-Smoothie und Pommes. Der Bondi - Strand ist gut gefüllt - nichts für mich. Mit dem Bus geht es wieder zurück zum Hostel. Mittag und dann zum Flughafen . Diesmal bin ich schlauer. Anstelle 20 $ zahle ich nur 2,50 $. Wie geht das? 

Mit dem Zug nicht am Airport aussteigen sondern eine Station weiter fahren und die Flughafensteuer sparen! Dafür halt eine halbe Stunde zurück laufen. 

Bei Quantas Einchecken und dann geht es auch schon über die Tasmansee nach Christchurch! 

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Heilig Abend in Sydney

Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Ein Zimmernachbar fragt wie lange ich bleibe. 2 Nächte. Noch 2 Nächte? Er stöhnt. Nein, insgesamt 2, noch eine. Er scheint etwas erleichtert. Mein Schnarchen! 

Nachdem ich beim letzten mal in die Blue Mountains  - die Blauen Berge - gefahren bin und von Sydney nicht viel gesehen habe, will ich heute mal die Stadt erkunden. Erst gehe ich zu Subway, hole mir ein Sandwich zum Frühstück und noch in einen Supermarkt u.a. um Mangos zu kaufen, die hier reif geerntet und verkauft werden. Schmecken ganz anders als die vor- oder nachgereiften.

Ich laufe früh los, zunächst durch den Hyde Park an der St. Mary's Kathedrale vorbei. Dort stehen ein wunderschöner Weihnachtsbaum und eine Krippe. Und ich erfahre, dass heute Abend draussen auf den Stufen ein Chor singen und es eine Lichtinstallation geben wird. Genau richtig für Heilig Abend! 

Durch den Botanischen Garten zur weltberühmten Oper, über die Hafenbrücke und zurück mit dem Zug. Meine Füße tun weh! 

Schön Mittagsschlaf machen bevor ich mich nach dem Abendbrot auf den Weg zur katholischen Kathedrale mache. Leider fängt es heftig an zu regnen und der Chor packt nach nur 2 Liedern wieder ein - das 2. kein Weihnachts-, sondern wie passend: ein Anti-Regenlied.  Schade! 

Bis zur Lichtshow ist noch Zeit und so gehe ich in den nahen Park. Und da sehe ich zum ersten mal Flughunde - nein nicht fliegende Hunde, sondern riesige Fledermäuse, die in der Dämmerung ihre kopfüber hängenden Schlafplätze in den Bäumen verlassen. 

Und dann wird eine stimmungsvolle Illumination auf die Fassade der Kathedrale gezaubert. Einfach ergreifend, besonders heute. Ich will dann noch mal 20 Minuten zur Oper laufen, wo auch jeden Abend Lichtinstallationen mit Themen der australischen Ureinwohner auf die grossen Flächen des futuristischen Gebäudes geworfen werden, bleibe aber an einem Seiteneingang der Kirche stehen. Drinnen findet die Heilige Messe statt. Ich gehe hinein und besuche seit ewiger Zeit mal wieder eine Kirche zu Weihnachten. Das letzte mal war ich vor 25 Jahren, als mein Vater starb. Das ist ein wirklich schönes Weihnachtsfest in der Ferne!

Die Lichtinstallation an der Oper ist dann gegen die an der Kathedrale etwas blass und so schaue ich mir letztere auf dem Rückweg noch mal an. Um halb 2 nachts lieg ich dann im Bett und schicke noch ein paar Weihnachtsgrüsse los. Um 6 Uhr will ich dann wieder aufstehen. Schlafen kann ich ja dann am Strand  ...

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Singapore und Sydney

In Singapore ist es 7 Stunden später als in Deutschland, also früh am Morgen. Für mich ist aber noch Abend und so hole ich mir etwas zum Abendbrot. 

Während beider Flüge kann ich gut schlafen. Ich war noch wie jedes Jahr am Abend zuvor beim Weihnachtszirkus Roncalli im Tempodrom und habe die Nacht dann durchgemacht. Es war noch soviel zu tun  - alles was das ganze Jahr liegengeblieben war sollte erledigt werden - ein aussichtsloses Unterfangen! Aber wenigstens den Keller etwas aufräumen, Kühl-und Tiefkühlschrank sauber machen und ein Regal wenigstens provisorisch anbringen  ...

Lesen konnte ich auch etwas: Herbstmilch von Anna Wimschneider.  Ein sehr beeindruckender Bericht über das bäuerliche Leben früher. Erinnerungen wurden wach, zum Teil habe ich das in meiner Kindheit auch noch erlebt. Ich muss mir unbedingt mal den Film anschauen. Und es lässt mich nachdenken, wie sich die Landwirtschaft verändert hat. Industrielle Produktion mit Massentierhaltung, Dünger- und Gifteinsatz heute will eigentlich keiner. Aber ist zurück zu dieser ganz einfachen Landwirtschaft der Weg oder wie sehen die Alternativen aus? 

Nach 7,5 Stunden lande ich ausgeschlafen in Sydney. Der Flieger war im Gegensatz zu dem ausgebuchten aus Berlin nur halbvoll und so habe ich es mir auf 3 Sitzen bequem gemacht. Mit dem teuren Zug (für 10 Minuten Fahrt zahlt man 12 Euro) geht es zum Hauptbahnhof und durch einen Park ins nahe Hostel.

Da ich noch nicht müde bin breche ich noch zu einem Spaziergang Richtung Hafen auf. Elton John hat leider schon im First State Super Theater  angefangen zu spielen. Na vielleicht nächstes Jahr in Berlin,  die billigste Karte kostet allerdings 100 Euro. Strassenkünstler geben im Darling Harbour (fast) umsonst ihr Bestes. Leider nehmen sie keine Kreditkarte und Bargeld will ich in Australien nicht holen. Geht auch alles mit Karte.

Im Supermarkt noch Wasser und Kaffee für morgen früh holen und dann Gute Nacht! 

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Auf ein Neues!

Ich sitze in Sydney und warte auf den Weiterflug nach Christchurch. Also habe ich Zeit, diesen Blog zu beginnen. Auf vielfachen Wunsch und wegen der großen Nachfrage habe ich mich doch entschieden, wieder mein Tagebuch als Blog zu schreiben. So kann ich später leichter Rückschau halten und durch das tägliche Schreiben etwas Struktur in den sonst recht chaotischen Reisealltag bringen. Ich versuche diesmal auch wieder Fotos reinzubekommen. Mit dem Smartphone geht das leider nicht. Da muss ich immer einen Computer finden ...

Am 22.12.ging es also wieder los. Von Tegel mit Scoot über Singapore nach Sydney. 

Kaum bin ich am Bahnhof Friedrichshagen wird mir einmal mehr klar, warum ich aus Deutschland verschwinde: an der Ampel gehe ich bei Grün über die Straße, auf halbem Weg wird es rot. Ich gehe natürlich weiter. Um die Ecke biegt ein SUV, dessen Fahrer aus dem Fenster schreit: "Es ist Rot, Du Arschloch!" Und das am Sonntag früh um 6 Uhr. Hatte wohl eine schlechte Nacht ...

Und die S-Bahn fährt so früh auch nur alle 30 Minuten, also so lange in Sandalen in der Kälte stehen! 

Einchecken und 11,5 Stunden Flug überstehe ich dann gut und lande pünktlich in Singapore 

 

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Einmal Westküste und zurück

Heute morgen weiss ich noch nicht wohin der Tag mich führen wird. Es fängt wieder an zu nieseln. Je weiter ich in die Berge komme, umso stärker wird der Regen. Morgen will ich noch mal in die Hanmer Springs Hot Pools. Deswegen fahre ich über den Lewis Pass bis zum Hirschtal. Hier regnet es zwar nicht mehr, die Sonne scheint aber auch nicht und es ist recht frisch. Es ist früher Nachmittag und ich habe eigentlich keine Lust, hier rumzusitzen. Wanderwege starten von hier aus nicht. So fahre ich wieder zurück Richtung Westen. Am Nelson Creek spaziere ich auf Goldsucherspuren durch den Wald. Und dann mache ich mich noch auf den Weg zur Westküste, nach Hokitika. In der Jadestadt fand vor 6 Wochen das Treibholzfestival statt. Aus besagtem Treibholz wurden am Strand skurile Skulpturen gefertigt. Ob davon noch etwas zu sehen ist? 

Leider nein! Also fahre ich nach einem ausgiebigen Strandspaziergang wieder los und erlebe wenigstens noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Kurz vor meinem Ziel, wieder das Hirschtal, dann die Überraschung: die Straße ist seit 20 Uhr über Nacht gesperrt. Was jetzt? Ich stelle mich an einer Tankstelle (Springs junction) auf einen großen Platz wo nur Laster stehen und krabbele in mein Bett.

Am nächsten Morgen ist mein Auto mit gelben Blättern bedeckt. Es wird Herbst hier! Die Nacht war etwas unruhig, die LKW kamen und gingen. Die Sonne scheint. Ich fahre nach Hanmer Springs, wo ich nach dem Frühstück ins warme Wasser steige. Aufgewärmt mache ich mich auf den Weg nach Christchurch. Dort endet mein Roadtrip. Irgendwie habe ich keine Lust mehr rumzufahren. So bleibe ich bei Barbara und helfe ihr ein bisschen im Garten. Wir holen auch noch mal Feuerholz bevor sie am Donnerstag zu einem Musikfestival auf die Nordinsel fliegt. Bis Dienstag bin ich dann hier allein und kümmere mich vor allem um eine neue Rasenfläche. Da hier nicht mehr so viel passiert, schreibe ich auch keinen täglichen Blog mehr. Erst auf der Heimreise, die am 23.3.19 (neuseeländische Zeit) beginnt, werde ich mich noch mal melden. 

Am Freitag dann diese schrecklichen Anschläge auf die Moscheen. Wie ein einzelner Mensch so viel Leid über so viele Andere bringen kann. Unfassbar! 

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Goldene Strände - Tag 3

Ein wunderbarer Sonnenaufgang bringt mich in diesen Tag. Leider verschwindet die Sonne dann sehr schnell hinter den Wolken. Nur ein Streifen blauer Himmel bleibt am Horizont. Nach dem Morgenkaffee laufe ich um 8 Uhr los. Nach der Tageswanderung von gestern wird es heute nur ein kurzer Spaziergang zur ersten schönen Bucht. Da Ebbe ist kann ich auch die Abkürzung über den Meeresboden nehmen. So bin ich schon nach einer halben Stunde an der Conquille Bay. Den Küstenweg entlang hätte es etwas länger gedauert. Da heute Montag ist, sind auch nicht so viele Leute unterwegs wie am Wochenende. 

Nach 6 Stunden  gehe ich wieder zurück, diesmal den längeren Küstenweg, da Flut ist. Am Auto Melone als Durstlöscher. Dann geht es zurück Richtung Nelson. Kurzer Abstecher zur Haseninsel, die nach dem Regen jetzt wieder zugänglich ist. Kurz hinter Nelson schlage ich mein Nachtlager wieder auf dem Rastplatz auf, wo ich schon 2 mal war.

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Goldene Strände - Tag 2

Ich wandre ja so gerne 

Im Abel Tasman durch das Land! ...

Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen, 

Vöglein sangen Lieder.

Bin ich weit in der Welt habe ich Verlangen,

Neuseeland nur nach Dir! 

(Text frei nach Herbert Roth)

 

Ja, den Abel Tasman Coastal Track bin ich wirklich schon oft gegangen. Es ist aber immer wieder schön. Und auch das Wetter ist heute schön, genau wie meine Stimmung. Allerdings werde ich schon um 3 Uhr nachts wach und kann nicht mehr richtig schlafen. Als der Morgen erwacht stehe ich auch auf und laufe kurz nach Sonnenaufgang los. 3 Stunden lang geht es bis zu meiner Lieblingsbucht. Unterwegs eine Frühstücksbanane, großen Hunger verspüre ich nicht. Der Weg schlängelt sich zunächst oberhalb der Küste entlang, folgt später einem Bergrücken, bevor er die letzte halbe Stunde steil zum Meer abfällt. Nach dem Regen ist der Lehmweg ganz schön rutschig. Heute habe ich aber meine Wanderschuhe an.

Und so verbringe ich den Tag an der Te Pukatea Bucht. Die Sonne will nicht so recht hinter den Wolken hervorkommen. Ich überlege schon, wieder zu gehen. Aber dann tut sie es doch noch und wärmt mich soweit, das ich sogar mal ins Wasser gehe.

Es ist doch besser, Geduld zu haben. Auch wenn es schwerfällt. Das ist ja mit Allem so. Wenn man etwas unbedingt will, es sogar erzwingen will, dann wird daraus eh nichts. Es ist besser, die Dinge laufen zu lassen. Dann wird alles gut. 

Nach 5 Stunden am Strand trete ich gegen 15.45 Uhr den Rückweg an. Der Anstieg nun in der prallen Sonne ist gar nicht so schlimm wie befürchtet. Der Weg ist auch schon gut abgetrocknet. Nach 3 Stunden bin ich wieder am Auto. Das war ein schöner Tag! Die Stunden am Strand habe ich genossen und das lange Laufen macht den Kopf frei. Die Gedanken kreisen nicht immer wieder um das Gleiche sondern fließen. Langsam finde ich wieder mein Gleichgewicht. 

Noch mal das gleiche Essen wie gestern und ein Strandspaziergang im völlig windstillen Dunkeln beschließen diesen Tag.

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Goldene Strände - Tag 1

Es hat nachts wieder angefangen zu regnen. Eigentlich wollte ich um 6 Uhr losfahren. So wird es später. Ich habe ganz schön lange geschlafen. Hoffentlich regnet es unten am Meer nicht. Der Wetterbericht hatte eigentlich schönes Wetter versprochen. Aber wie das so ist mit den Versprechen...

Als ich in Marahau ankomme hat es sich eingenieselt. Und es hört nicht auf. So bleibe ich bis um 12 Uhr im Auto und schreibe an diesem Blog. War ja auch mal wieder nötig. Dann laufe ich doch noch los. Aber eine Tageswanderung wird es heute nicht. Dafür ist das Wetter einfach zu schlecht. Ich ziehe auch gleich Badelatschen an. Mir begegnen viele Leute auf dem Track. 2 Stunden lang geht es immer wieder an schönen Stränden entlang bis zur Apple Tree Bay, der Apfelbaumbucht. Hier bleibe ich länger. Es hört auf zu regnen und die Sonne versucht sogar heraus zu kommen, was ihr aber nicht richtig gelingt. Ich gehe sogar mal ins recht warme und hier glasklare Wasser. Nach 6 Stunden bin ich wieder zurück am Auto. Ich mache Abendbrot  - Tomaten, Zucchini, Nürnberger und die Gnocchi, die ich schon seit längerem spazieren fahre. Noch ein kurzer Spaziergang durchs Dorf und um 20.30 Uhr ist es stockdunkel. Windstill. Ist das ein gutes Zeichen für schönes Wetter morgen? 

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Back to the roots ...

Umzukehren bedarf es nur eines Gedankens ...

... und dann muss man es nur noch tun! 

Aber ist es denn so gut, zurück an Orte zu gehen, wo man eine gute Zeit hatte? Wenn die Menschen doch nicht mehr da sind, mit denen man das Alles erlebt hat. Und auch die Orte haben sich verändert. Und ich mich auch. Ein Fluss wird nie mehr der gleiche sein, wenn man zu ihm zurückkehrt. Das Wasser ist ein anderes. Alles verändert sich. Veränderung ist gut. Stillstand nicht. Und trotzdem möchte ich die guten Zeiten zurückholen und es tut weh einzusehen, das dies nicht geht. 

Und so werde ich heute trotzdem noch einmal auf den Takaka Berg hoch fahren, wo vor 5 Wochen das Luminate Festival war.

Der Wetterbericht hat viel Regen angekündigt. Paßt zu meiner Stimmung. Erst ab morgen soll wieder Sommer sein. Nachts hat es schon lange geregnet und ich richte mich schon auf einen ganzen Tag im Bett im Auto ein. Und morgen kann ich dann am Strand liegen! Aber es soll anders kommen...

Ich fahre erst mal zum deutschen Fleischer in Nelson. Thüringer Bratwürste sind ausverkauft. Nürnberger tuns auch. Es hat aufgehört zu regnen und wird es auch den ganzen Tag nicht mehr tun. Der Wetterbericht lag also voll daneben. Auf Rabbit Island will ich die Würstchen auf den  öffentlichen Grill legen. Auch daraus wird nichts. Die Insel ist immer noch wegen der Trockenheit gesperrt. Dabei hatte es letzte Nacht ausgiebig geregnet. Aber die sind hier übervorsichtig, vor 4 Wochen hatte es bei Nelson einen Großbrand gegeben. Nicht mal mein Angebot, sie zum Grillen einzuladen, kann die beiden Wärter bewegen, die Schranke an der Zufahrtsstrasse zu öffnen. So fahre ich weiter der Ruby Coast entlang und frühstücke am Strand. Vorher nehme ich noch mal die leckeren Äpfel der Sorte Akane von Richard 's Plantage mit. 

2 Stunden laufe ich an der Küste entlang. Erst bis zum McKee Campingplatz, einem sehr günstigen Platz direkt am Meer. Mr. McKee war ein Pionier des Apfelanbaus hier. Dann durch den Busch hoch zu einem Aussichtspunkt. Luxuriöse Villen kleben wie Schwalbennester am Hang und werden auch gerade fleissig weiter in den Busch gebaut. Wer braucht das? Der Weg geht nicht weiter, der Steilhang ist  abgerutscht ...

Zurück am Auto nochmal was Essen, kurzer Halt in Motueka und ins Internet gehen und nach Kaiteriteri wieder an den jetzt schon goldgelben Sandstrand des Abel Tasman Nationalparks. Eine große Melone und einen Eimer Tomaten (ca. 6kg!) vom Strassenverkauf und dann fahre ich wieder den Takaka Berg hoch. Die 8 km lange Schotterstrasse staubt nach dem Regen diesmal nicht. Und dann bin ich da - wo vor 5 Wochen alles begann und von wo ich gestern vor 4 Wochen wieder aufgebrochen bin ...

Natürlich sieht jetzt alles anders aus. Aber ich spüre noch immer den Geist des Festivals. Ich laufe zu meinem alten Campingplatz, zum magischen Baum hoch und weiter über die Weiden bis zum Fluss, wo ich gebadet habe. Jetzt grasen hier überall wieder Schafe. Zurück am Gelände sind viele Sachen noch da, die auch nicht weggeräumt werden bis zum nächsten mal in 2 Jahren. Ein paar letzte Luminater sind in ihren Wohnwagen da und kümmern sich noch. Ich stelle mich an den Wald und krabbele bald in mein Bett, da es draussen ganz schön kalt wird. 

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Nessaja

Nessaja

 

Ich wollte nie erwachsen sein 

Hab' immer mich zur Wehr gesetzt.

Von außen wurd' ich hart wie Stein 

Und doch hat man mich oft verletzt. 

Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben. 

Erst dann

Wenn ich's nicht mehr spüren kann 

Weiß ich 

Es ist für mich zu spät 

Zu spät.

Zu spät. 

 

Unten auf dem Meeresgrund

Wo alles Leben ewig schweigt

Kann ich noch meine Träume seh'n

Wie Luft

Die aus der Tiefe steigt.

Irgendwo tief in mir  ....

 

Ich gleite durch die Dunkelheit 

Und warte auf das Morgenlicht.

Dann spiel ich mit dem Sonnenstrahl

Der silbern sich im Wasser bricht.

Irgendwo tief in mir  ....

 

Text: Rolf Zuckowski 

Musik: Peter Maffay

 

Glutrot steigt die Sonne aus dem Meer und erleuchtet diesen Tag. Ich schaue es mir aus meinem Bett im Auto an. Dann fahre ich die 15 Minuten zurück nach Kaikoura, dusche und frühstücke dort und fahre dann los. Am Ortsrand noch Zucchini, Paprika und Gurke von einer Farm mitnehmen und los geht's. Am Ohau Point schaue ich den unzähligen Robben zu und kurze Zeit später halte ich an, um selbst ins Meer zu springen. Die Sonne scheint  (noch) und das tiefblaue Meer ist angenehm warm. Ich komme nur langsam voran, da der gesamte Highway 1 südlich und nördlich von Kaikoura eine große Baustelle ist. Immer wieder nur einspurige Abschnitte, wo nette Verkehrslotsen den Weg freigeben. Viel schöner als Ampeln! Nach dem Erdbeben von November 2016 war die Straße lange Zeit gar nicht passierbar. Jetzt sind die Bauarbeiten zur Wiederherstellung in vollem Gange. 

Weiter nördlich komme ich in die Marlborough- Gegend: vertrocknete Weiden und saftig grüne Weinberge. Ein krasser Kontrast! In Blenheim hole ich mir noch mal Motoröl und fülle es gleich nach. Irgendwie verbraucht der Motor ganz schön viel davon. Am Ortsausgang nehme ich Peter aus Thailand mit. Er ist mit der Fähre in Picton angekommen und will jetzt nach Nelson. Bis Havelock kann ich ihn mitnehmen. Er ist ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich bringe ihn noch zum Ortsausgang von Havelock und fahre dann zurück in die Marlborough Sounds. Dort will ich den sonnigen Nachmittag in einer malerischen Bucht verbringen. Leider wird daraus nichts  ...

Zunächst macht mir meine Erinnerung einen Strich durch die Rechnung: die von mir angesteuerte Bucht ist gar nicht so schön, habe ich wohl verwechselt. Dann fängt das Wetter an umzuschlagen: Wolken und Wind kommen auf, hab keine Lust mehr, am Strand zu liegen. An der Aussie Bay mache ich ein spätes Mittag. Überlege kurz hier zu übernachten. Dann fahre ich doch wieder los. Auch meinen Plan, in einem Reifen den Pelorus River unter der gleichnamigen Brücke durch wie ein Hobbit (die das in Fässern gemacht haben) runter zu gleiten, verwirkliche ich nicht. Zurück über Havelock bis zum Ray Valley. Der kostenlose Campingplatz ist schon ziemlich voll, ich finde aber noch einen schönen Platz. Dann aber werde ich unruhig. Es soll viel Regen kommen. Und komme ich dann mit dem Auto aus meiner Kule wieder raus, wenn es matschig ist? Also lieber im Trockenen raus!

Irgendwie bin ich total kribbelig und rastlos, finde nicht meine innere Ruhe. Noch ein Abstecher zur wilden Cable Bay - der Wind peitscht das Meer. Und dann fahre ich durch Nelson und noch 20 km weiter zu einem Picknickplatz, wo ich vor 12 Tagen schon einmal übernachtet habe, als ich aus der Golden Bay kam. Ein sicherer Hafen  ...

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... und immer wieder Kaikoura!

Heute verlasse ich Barbaras Haus und Christchurch. Morgen fliegt ihre Schwester nach Hause und da will ich nicht auch noch am letzten Tag stören. Ausserdem habe ich ihre Gastfreundschaft schon recht lange in Anspruch genommen.

So verabschiede ich mich herzlich und kaufe noch ein bisschen etwas ein. Dann geht es los. Aber ich habe eigentlich gar keine richtige Idee, wohin eigentlich? Auf eine lange Fahrt Richtung Westküste oder weiter nach Süden habe ich eigentlich keine Lust. Da ist das Wetter auch immer rauer. Lieber würde ich wieder an schöne Strände fahren, also die Marlborough Sounds oder der Abel Tasman Nationalpark. Also erst mal Richtung Norden. Kaikoura ist mein erstes Ziel. Da hatte ich ja schon vor Christchurch eine gute Zeit. 

Nicht weit hinter Christchurch, im Waipara Tal, steht Patrick aus Ohio in den USA an der Straße und hält den Daumen hoch. Also anhalten und einsteigen bitte. Er war auch auf dem Luminate Festival und wir können uns gut unterhalten. Und schon ist die Fahrt nicht mehr so langweilig! Er will einen Freund in Kaikoura treffen und mit ihm surfen gehen. Als wir kurz vor Kaikoura aus den Bergen ans Meer kommen, passiert es:

Wir halten an, um nach Robben und Delphinen Ausschau zu halten und was sehen wir?  - einen dicken fetten Wal, der nicht weit vom Ufer schwimmt. Mit dem Fernglas kann man ihn gut beobachten. Was für ein Erlebnis! 

In Kaikoura zeige ich ihm noch kurz meine Highlights, den Panoramablick über die Halbinsel,  den Ozean und die nahen, bis zu 2600 m aufragenden Berge. Kurz noch zu den Robben am Ende der kleinen Halbinsel, die dort sehr zutraulich sind. Dann bringe ich ihn zu seinem Freund, auch Amerikaner aus Kalifornien. Der gibt mir noch einen unbezahlbaren Tip für eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit in traumhafter Strandlage. Danke Bruder!

Am Strand angekommen überkommt mich ein eigenartiges Gefühl. Melancholie, Depression, Endzeitstimmung wegen des absehbaren Endes meiner Reise? Ich bin wieder allein unterwegs. War ich ja die ersten Wochen auch. Und es war ok. Ich möchte irgendwie wieder mein Gleichgewicht finden. Ich betäube dieses blöde Gefühl mit einem Glas Wein und fange an,  mein Auto aufzuräumen. Patrick und sein Freund sind dann auch im Wasser. Aber die Wellen eignen sich heute nicht besonders gut zum Surfen. Am Strand finde ich ganz viele der großen perlmutschimmernden Paua-Muscheln.

Später sitze ich noch lange unter der Milchstraße und hänge meinen Gedanken nach  ...

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Christchurch

Heute mache ich mich mal ein bisschen im Haus und Garten nützlich. Zunächst staple ich in der Garage das Feuerholz, damit Platz für neues ist. Die Winter können in Christchurch recht kühl sein. Mit Kohle wird nicht geheizt und Strom ist auf Dauer zu teuer. Danach schneide ich die Efeuhecke und fülle die Biotonnen.

Und dann versuche ich mich mal in der Küche an Pflaumenknödeln, gekochte Kartoffeln hatte ich noch mitgebracht. Einen Teig aus geriebenem Kartoffeln, Mehl, Ei, Butter und einer Prise Salz kneten, damit je eine Pflaume umhüllen und ab ins heisse Wasser. Zerlassene Butter und Kakao mit etwas Zucker - und fertig ist das Mittagessen. Es kommt recht gut an!

Als Barbara nach Hause kommt, essen wir und fahren danach zum Holzhändler. Wir bringen einen Anhänger voll Brennholz zu ihr. Ein schöner  Spaziergang am langen Sandstrand rundet diesen Tag ab.

 

Dienstag,  5.3.2019

Heute geht die Gartenarbeit ganz fix: nur die abgeernteten Kürbisranken in den Kompostbehälter stopfen. Die Sonnenblumenkerne - Samen für's Frühjahr - pule ich später aus. Barbara ist arbeiten. Elisabeth und ich wollen ans Meer. Zunächst bringt uns das Navi aber erst mal nicht an den Strand sondern oben auf den Berg. Schöne Aussicht und kleiner Spaziergang und dann aber doch runter zum Wasser! Die Surfboards (ok, eher Bodyboards oder wie die heißen) geschnappt und die perfekte Welle reiten. Ich gebe recht bald auf und lege mich in die Sonne. Elisabeth hat mehr Ausdauer. Ich schlafe ein. Ausgeschlafen trinken wir noch einen Kaffee am Strand, bevor es wieder zurück geht. 

Ich bringe den Anhänger zurück zum Hozhändler. Die Beiden gehen heute Abend zum Tanzen. Ich fahre zum Einkaufszentrum und erledige ein paar Sachen. Dann sitzen wir noch gemütlich etwas zusammen bevor es ins Bett geht.

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Avelanche Peak

Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr. Wir wollen nicht zu spät los. Um 7.30 Uhr laufen wir los. Es geht über 4 Stunden lang steil bergauf, fast 1100 Höhenmeter! Viele Pausen sind nötig. Aber uns hetzt ja keiner. Gegen 12 Uhr sind wir oben und machen bei strahlendem Sonnenschein und grandiosem Bergpanorama Mittag. Nach 1,5 Stunden treten wir wieder den schwierigen Abstieg an. Die Kräfte schwinden, aber nach ca. 3,5 Stunden erreichen wir wohlbehalten wieder das Tal. Das war ein wunderschöner Tag, kein leichter Spaziergang, eher eine anstrengende Wanderung. Aber umso glücklicher ist man, wenn man es geschafft hat. 

18 Uhr treten wir die Rückfahrt an und kommen 2 Stunden später wieder in Christchurch an.

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Arthur's Pass

Es geht früh los hoch in die Berge. Nach 2 Stunden erreichen wir Castle Hill - Felsformationen vor spektakulärer Alpenkulisse. Hier wurden auch schon Filme wie "Die Chroniken von Narnia" und "Herr der Ringe" gedreht. Eine lange Wanderung zwischen den Felsen ist sehr schön. Aber das richtige Abenteuer kommt erst noch  - Cave Stream. Das ist eine 500m lange Höhle, die von einem Bach durchflossen wird und die man auf eigene Faust erkunden kann. Madlen hat das schon einmal gemacht und ich auch schon 2 mal. Leider war der Wasserstand zu hoch, als Annika gehen wollte. Heute geht es aber. Also Neoprenanzug an, Stirnlampe aufgesetzt und rein ins wirklich kalte Wasser! Nach 45 Minuten im Nassen und Dunklen sehen wir wieder die Sonne. Die wärmt uns wieder schnell auf, es ist ein warmer Sommertag. Danach geht es zum Dorf auf 750m Höhe über dem Meeresspiegel, von dem wir heute morgen in Christchurch gestartet sind. Die beiden Mädels checken in der Jugendherberge ein und ich baue mein Zelt auf dem Campingplatz am Bahnhof auf. Vor dem Abendessen laufen wir noch zu einem 133m hohen Wasserfall, in den die Abendsonne Regenbogenfarben zaubert. Nach dem Abendbrot schnell in mein Zelt zum Ausruhen, denn wir wollen morgen eine anstrengende Bergtour machen. Ich kann aber nicht gleich schlafen, da sich ein Kea - ein Bergpapagei - an meinem Zelt und meinen Sachen zu schaffen macht. Also den Neoprenanzug, die Schuhe und den Müll ins Zelt holen. Hoffentlich gibt er dann Ruhe ...

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Delphine und Mehr

Erst einmal herzlichen Dank an alle Leser dieses Blogs! Ihr habt schon über 1000 mal reingeschaut. Da macht es doch Spaß, über jeden meiner Tage zu berichten. 

Mein heutiges Ziel heisst Christchurch. Am Flughafen erwarte ich meine neue Kreditkarte, die jemand aus Deutschland mitbringt. Kaffee von der Tankstelle und los geht's!  Gleich hinter Kaikoura begleitet mich nicht weit vom Ufer eine Stunde lang ein Schwarm Delphine. Auch zum Frühstück sind sie da. Die Verkehrslotsin an der Baustelle mit dem besten Arbeitsort der Welt bekommt von mir einen Kaffee und freut sich riesig. Am Nachmittag zum Flughafen und dann zu Barbara und ihrer Schwester Elisabeth, die bei ihr zu Besuch ist. Hier kann ich wahrscheinlich mein Auto stehen lassen, wenn ich in 3 Wochen wieder nach Hause fliege. Ich kann heute auch hier übernachten. Morgen wollen wir 3 in die Berge zum Wandern fahren. Heute Abend gibt es aber noch einen schönen Spaziergang am langen Sandstrand. 

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Kaikoura

Sehr früh fahre ich wieder los und in den Sonnenaufgang hinein Richtung Kaikoura ans Meer. Dort mache ich mir dann mein Frühstück und genieße noch einen Kaffee im Ort. Spuren des starken Erdbebens von vor gut 2 Jahren sind immer noch zu sehen. Am Ende der Halbinsel liegen direkt neben der Straße auf dem Gehweg Robben. Am Strassenimbiss gibt es Fisch vom Grill. Auf den Hummer verzichte ich, ist nicht so mein Ding. Die Wolken verziehen sich und es wird ein sonniger Nachmittag. Ein schöner Spaziergang zur Südbucht und dann auch noch zum Supermarkt in die andere Richtung folgen. Riesige Fenchelbüsche säumen meinen Weg. Zurück auf dem kostenlosen Stellplatz oben auf einem Hügel schlägt das Wetter plötzlich um. Starker Wind kommt auf. Eine Herausforderung, bei diesem Sturm das Steak auf dem Campingkocher draussen zu grillen. Aber irgendwie gelingt es mir doch. Das schlechte Wetter begleitet mich noch die ganze Nacht. 

Donnerstag, 28.2.19

Der Wind hat nachgelassen und von einem strahlend blauen Himmel scheint hell die Sonne. Aber der Wind weht immer noch kräftig, wühlt das Meer auf und peitscht die Wellen. Ich wandere mehrere Stunden um die Halbinsel wieder bis zum Fischimbiss, wo ich mir einen original Whitebait Fritter (kleine Fischlein im Omelette)  gönne. Dann noch im Hafenhotel eine weitere neuseeländische Spezialität - Pawlowa - ein Baiserkringel mit Sahnehaube an Früchten. Sehr süß und sehr lecker! Noch mal durch Ort schlendern, im Strawberry Tree - einer irischen Kneipe mit Livemusik ein Kilkanny zischen, Hamburger und Eis zum Abendbrot und eine halbe Stunde Spaziergang zum Auto zurück. Heute Nacht stehe ich auf einem weiteren freien Platz direkt mit Blick aufs Meer.

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Hanmer Springs Hot Pools

Es ist ganz schön kalt hier oben in den Bergen! Ich traue mich gar nicht raus aus meinem Kuschelbett. Dann aber doch. Ein heißer Kaffee und etwas Smalltalk mit einem amerikanischen Ehepaar in meinem Alter aus Wisconsin,  die mit Fahrrädern unterwegs sind.  Hut ab! 

Ein kleiner Spaziergang durch ein Hochmoor bei strahlender Morgensonne aber immer noch kühlen Temperaturen. Und dann endlich auf nach Hanmer Springs zu den heißen Bädern!

Unterwegs halte ich an, als ein Pannenauto am Straßenrand steht: 2 Inder und eine Französin haben einen platten Reifen und wohl keinen Wagenheber. Und in 3 Stunden geht ihr Flug von Christchurch aus. Den können sie ja wohl vergessen. Bevor ich meinen Wagenheber ausgraben kann gibt es ein anderes Problem: das Ersatzrad lässt sich nicht lösen, die Schraube sitzt zu fest. Dann finden sie ihren eigenen Wagenheber. Aber jetzt stellen sie fest, das die Radmuttern sehr speziell sind und wir keinen Schlüssel dafür haben. Also hilft alles nichts: ich nehme Raj die 35 km bis Hanmer Springs mit, wo er in einer Werkstatt Hilfe bekommt. Ein Mechaniker fährt mit einem Werkstattwagen zum Pannenauto. Wir verabschieden uns, er bedankt sich und bietet mir an, das ich mal bei ihm übernachten könnte, falls ich in Auckland bin, wo er wohnt.

Ich buche für abends zum Sonderpreis die heißen Bäder und mache Brunch in einem schönen Park. Und dann schreibe ich endlich diesen Blog rückwirkend auch für die letzten Tage, da ich da kein Netz hatte. Das kann gerade hier auf der Südinsel immer wieder passieren, also bitte nicht wundern und etwas Geduld. 

Das warme Wasser am Abend tut gut, entspannt und macht den Kopf frei. Der kräftige Wasserstrahl im Whirlpool ist besser als jede Handmassage. Nur schade, das ich hier alleine sitze ...

Um 21 Uhr ist es dunkel, das Bad schließt und ich gehe auch. Ich fahre noch 1 Stunde Richtung Kaikoura und schlafe auf einem Rastplatz an der Straße, unter einer Brücke, neben einem Fluss. 

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Nelson Lakes

Sonntag, 24.2.19

Nachts fängt es an zu regnen. Endlich mal Wasser von oben - es ist alles so trocken hier. Aber ob das reicht, um die Wiesen wieder grün zu machen? Ich werde wach. Es plattert auf mein Autodach. Schnell noch die Campingstühle unters Auto legen und dann wieder ins warme Bettchen! Am Morgen bzw. Mittag hört es dann auf zu regnen. Ich fahre zu den Nelson Lakes. Die liegen oben in den Bergen. Es ist deutlich kühler und auch sehr windig. Auf keinen Fall will ich im See baden! Die beiden Campingplätze direkt am See sind voll bzw. wegen Brandgefahr gesperrt. So bleibt nur der dritte, nicht so schön gelegene. Egal! Auf dem komfortableren, aber vollen mache ich mir etwas zu Essen und dusche dann warm. Dann noch eine schöne Wanderung durch den Zauberwald voller Moos und Flechten und Gute Nacht!  

 

Montag, 25.2.2019

Heute früh noch mal Kochen in der Küche mit freiem Gasherd (so spare ich mein Gas!). Kartoffeln und Kumara (Süsskartoffeln) sowie Rote Beete kann ich später schön zu etwas anderem verarbeiten oder einfach so essen. Dann fahre ich los in Richtung Alpen und Lewis Pass. Mittagspause auf einem schönen Campingplatz in einem weiten Tal und ein Kaffee bei den Maruia Hot Springs. Ich gehe dann doch nicht ins heisse Bad. Die Sonne ist wieder da und wärmt mich schön. Ausserdem mit 24 Euro Eintritt recht teuer für das Gebotene. Weiter geht es zum Deer Valley  (Hirschtal),wo ich auf dem Naturcampingplatz zwar kein Internet, dafür aber einen Bach, hohe Berge, dichte Wälder und nette Nachbarn habe.

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Es geht weiter

Heute will ich noch mal im Abel Tasman Nationalpark wandern gehen. Das Wetter ist gut, leicht bewölkt, nicht zu windig und warm. Ich fahre nach Taumaranui. Dort mache ich mir Frühstück und aus dem vorgekochten Reis, gebratenen Zucchini, Tomaten und Kräutern einen schönen Salat zum Mitnehmen. Dann laufe ich los. An einem wunderschönen Sandstrand mache ich Mittag,  gehe Baden und lese ein bisschen. In der Tata Bay erlebe ich einen glühenden Himmel zum Sonnenuntergang  ...

 

Samstag, 23.2.19

Der Tag heute ist wieder unspektakulär, zumindest bis zum Nachmittag: Morgens der Markt in Takaka. Wieder eine Thüringer Rostbratwurst zum Frühstück bei Karsten (heute ist sie irgendwie besser!), reichlich frisches Obst und Gemüse  - Pfirsiche, Rote Beete, Radieschen, Rettich ,Mais und Paprika. Dann Haushalt und mich selbst fertig machen  (Duschen unter der kalten Dusche mitten im Ort).

Und dann bin ich bereit, die Golden Bay zu verlassen. Über 2 Wochen voller schöner Erlebnisse liegen hinter mir. Ich habe viele interessante Leute getroffen und viel über mich selbst gelernt. Bin wieder ein Stück weiter gekommen auf einem guten Weg. Aber jetzt wird es Zeit, neue Pfade zu beschreiten. Aber ich werde wiederkommen  ...

Ich fahre über den Takaka Hill an der Straße nach Canaan Downs vorbei, wo ich eine unvergessliche Woche auf dem Luminate Festival hatte. In Motueka kaufe ich wieder eine Wassermelone und Tomaten. Leider haben der Eisladen und der deutsche Bäcker schon zu. So gehe ich in Richmond bei Nelson Einkaufen und fahre dem Sonnenuntergang hinterher Richtung Westen. Mit dem letzten Licht finde ich einen schönen Rastplatz für die Nacht nicht weit von der Straße entfernt unter einem großen Baum. 

 

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Zyklon "Oma" ist im Anmarsch

Die Sonne weckt mich am Strand. Ich habe recht gut geschlafen, wenn auch viel zu kurz. Erstaunlicherweise tut mir auch nichts weh, obwohl ich ohne Isomatte nur im Sand gelegen habe. Heute wird nicht viel passieren. Kurzer Besuch in den Gemeinschaftsgärten. Ein paar Möhren, Tomaten und Kräuter mitnehmen und dann fahre ich zum Tata Beach. In einer windgeschützten Ecke brate ich Zucchini. Hummus aufs Brot und das Frühstück/ Mittag ist fertig. Der Wind frischt auf und die Wellen werden höher. Am Wochenende soll der Zyklon "Oma" von Australien kommend Neuseeland treffen. Sind das die Vorboten? Also nichts mit Baden. Ich lege mich lieber in die Büsche und hole etwas Schlaf nach. Und dann fahre ich wieder zum Felsenlabyrinth The Grove, wo ich die Nacht verbringe.

 

Donnerstag,  21.2.2019

Heute Morgen mache ich endlich mal Ordnung in meinem Auto. Wurde auch mal Zeit! Diese ständige Sucherei und überall der Staub, da das Auto nicht dicht ist. Vor allem auf den staubigen Schotterstrassen ein Problem. Frühstück mit Remo aus der Schweiz und dann Schwimmen im Meer. Heute hat das Wetter sich wieder beruhigt. Die Ruhe vor dem Sturm? Noch mal mit Remo quatschen und dann Kartoffeln und Salat zum Abendbrot. Ein kurzer Spaziergang durchs Felsenlabyrinth. Eigentlich ist auch der Weg wegen Trockenheit und Brandgefahr gesperrt. Ein Bier am Abend in der Roots Bar und dann übernachte ich wieder an The Groove.

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Trommeln unterm Vollmond

Mit dem ersten Sonnenlicht laufe ich zurück zum Auto. Vorher noch ein paar Fotos von meinem Traumstrand,  die jetzt auf Facebook zu sehen sind. Ganz oben das Bild von vor 4 Jahren vom gleichen Strand. In den Gemeinschaftsgärten mache ich  Mittag - Zucchini vom Strassenstand und Tomaten und frische Kräuter aus den Gärten mit Reis. Lecker!

Am Abend dann eine Kakao -Zeremonie in einem Tipi. Langsam fange ich an, meinen Bruder zu verstehen. Hat etwas von Schwitzhütte ...

Erst traue ich mich nicht, da hinzugehen. Ähnlich wie beim Luminate Festival, wo ich auch 3 Anläufe brauchte. Zu groß die Angst vor dem Unbekannten. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt. Muss ich da etwas vorführen? Was denken die anderen von mir? Muss ich mich da von einer Seite zeigen, die ich gar nicht habe oder die ich zwar habe, aber anderen gar nicht zeigen will? Bin ich das wirklich? David hilft mir aber, diese Ängste zu überwinden. Danke dafür! 

Und ich bereue es nicht! Zwar bleibe ich nicht bis zum Schluss, das wäre vielleicht ein zu großer Schritt für den Anfang. Aber was ich erlebt und über mich selbst gelernt habe macht mir Mut, diesen Weg weiterzugehen ...

Später treffen wir uns am Meer, wo die Trommler unter dem Vollmond ihre Rhythmen schlagen. Als sie am frühen Morgen gegen 3 Uhr verstummen bleibe ich mit einigen wenigen am Strand liegen, mummele mich in meinen warmen Schlafsack und schlafe friedlich unter dem gleißenden Mondlicht ein ...

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Handy weg - Handy da

Frühstück und langes Gespräch mit einer Schweizer Familie, die mit ihren 2 kleinen Kindern ein ganzes halbes Jahr Australien und Neuseeland bereisen. Danach fahre ich wieder nach Pohara und lege mich ganz allein an den langen Sandstrand. Das Meer ist wieder weg, aber ich gehe es besuchen. Das perfekte Sommerwetter macht keine Pause. So verbringe ich den ganzen Nachmittag. Erst als der Hunger kommt, gehe ich zurück zum Auto, wo es ein Wurstbrot und leckeren Salat gibt. Danach fahre ich noch einmal an den Traumstrand von Wainui, wo ich schon mal vor 4 Jahren und auch vor 8 Tagen übernachtet habe. Schöne Erinnerungen werden wach. Leider ist der Weg heute wegen der extremen Trockenheit und damit verbundenen Waldbrandgefahr gesperrt. Aber ich werde ja kein Feuer machen. Es hat schon lange nicht mehr richtig geregnet. So wie das ganze letzte Jahr in Deutschland ist auch hier der Sommer viel zu trocken. Die Wiesen sind braun und die Sträucher lassen ihre Blätter hängen. Wenn das kein Klimawandel ist...

Ich packe meine Sachen zusammen und wandere los. Vom Parkplatz zum Schlafplatz am Strand sind es 20 Minuten. An einer Stelle ist das Meerwasser mit der Flut schon so hoch, das ich die Beine meiner langen Jogginghose hochkrempeln muss. Und dabei passiert es ...

Angekommen will ich den faszinierenden Sonnenuntergang und meinen Strand mit dem Handy fotografieren. Ich finde es aber nicht. Wahrscheinlich habe ich es im Auto liegen gelassen. Ich denke, ach mal einen Abend,  eine Nacht ohne Handy geht doch auch. Wir sind doch schon so abhängig davon. Sind jederzeit erreichbar, müssen immer in der virtuellen Welt unterwegs sein, erleben dabei gar nicht mehr richtig die reale Welt um uns herum. Wie gut war das doch früher! Aber auch heute kann man sich ja bewusst für das "richtige" Leben entscheiden. 

Ich baue mein Zelt auf. Dann werde ich aber immer unruhiger. Irgend etwas passiert gerade. Vielleicht will mich ja jemand erreichen? Also laufe ich zurück zum Auto. Den Blick immer auf den Sandstrand unter meinen  Füßen gerichtet, vielleicht habe ich es ja unterwegs verloren. Und tatsächlich! Da liegt es. Einen Meter vom steigenden Wasser entfernt im Sand. In einer halben Stunde hätte die Flut es sich geholt ...

 

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Silbermond

Nach dem Morgenkaffee fahre ich wieder zu den Gemeinschaftsgärten. Ich mache am Vormittag 2 Führungen mit, die erste ein Rundgang durch die Gärten und die zweite über Wildkräuter. Hier kann man richtig viel lernen. Zum Mittag gibt es leckere selbstgemachte Salate. Zum Ausruhen lege ich mich am Nachmittag unter eine lange Reihe Feijoa - Bäume  (Brasilianische Ananas Guave). So einen Baum hatte ich letztes Jahr auch meiner Tochter geschenkt, da sie die Früchte so sehr mag. Er hatte zwar geblüht aber keine Früchte getragen. Hier gedeihen sie prächtig und werden im Mai reif sein.

Später noch einen leckeren Kaffee in der Dangerous Kitchen. Kleiner Einkauf im Supermarkt und dann am Strand Abendbrot essen. Und dann laufe ich ganz allein am Strand entlang ins Abendrot. Nach den vielen Leuten in den Gärten und in der Stadt tut mir das wieder richtig gut! Zurück spiegelt sich der Silbermond auf dem ruhigen warmen Meer. Es ist vollkommen windstill. Ich schwimme ihm entgegen  ... 

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Dorfmarkt in Takaka

Heute am Samstag ist Markt in Takaka. Vorher noch kurz zum Gemeinschaftsgarten. Heute und morgen sind Aktionstage. Das Programm interessiert mich heute aber auf den ersten Blick nicht so. Ich gehe lieber zum Markt, wo ich mir zunächst zum Frühstück eine Thüringer Rostbratwurst an Karsten's Stand gönne. Schmeckt zwar eher wie eine Berliner Currywurst ohne Curry, aber egal. Noch ein Brot, Rote Beete, Rettich, Gurken, eine gelbe Zucchini, Paprika und grünen Salat. Leider habe ich irgendwo auf dem Markt meine Sonnenbrille verloren. Aber ich habe noch eine andere.

Und dann wird es ein fauler Tag am Strand. Ich laufe eine halbe Stunde am Strand entlang zu meinem Lieblingsplatz. Dort lege ich mich für 3 Stunden in den warmen Sand. Der Wind wird stärker und bedeckt mich mit Sand. Bevor ich ganz von der Düne verschluckt werde, will ich den Sand im Meer abspülen. Aber das ist nicht da. Es ist Ebbe und hier ist es sehr flach. Ich laufe und laufe, aber das Wasser zieht sich immer weiter von mir zurück. Dann reicht es mir! Ich wälze mich in einer 20 cm tiefen Pfütze. Da muss ich wohl noch mal duschen.

Auf dem Campingplatz wasche ich Wäsche, das Geschirr, koche die Rote Beete und dusche mal wieder warm. Bei den Gemeinschaftsgärten treffe ich dann Vamos und Petra wieder. Und gemeinsam machen wir uns leckeren Salat zum Abendbrot. Einer der ruhigeren Tage geht für mich heute etwas früher zu Ende. 

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Helle Tage am Meer

Ganz im Nordwesten  der Südinsel wechseln sich liebliches Farmland und wilde Küstenlandschaft ab. Sanddünen und schroffe Felsen bestimmen am Meer das Bild. Da will ich heute hin! Unterwegs ein kurzer Halt an einem Käsestand. Der Besitzer des benachbarten urigen Gartens ist leider nicht da. So respektiere ich seine Privatsphäre und werfe nur einen kurzen Blick hinein. Ich möchte ja auch nicht, das man mich vielleicht bei meiner Morgentoilette stört ...

Am Ende der Schotterstrasse gönne ich mir in einem kleinen Cafe einen Flat White und einen Muffin. Letzterer keine Delikatesse, besiegt aber etwas den ersten Frühstückshunger. Genau hier hatte ich den wiederverwendbaren Kaffeebecher gekauft, in den ich den Kaffee auch jetzt füllen lasse. Dieses Thema bewegt mich sehr. Welch riesige Mengen an Müll in Deutschland, aber auch hier, allein durch Coffee to go - Becher produziert werden. Unvorstellbar! Und die können auf Grund der Materialzusammensetzung NICHT recycelt werden! Landen im Restmüll, werden verbrannt oder landen in der Umwelt.

Im Cafe stolzieren Pfaue auf und ab und hoffen auf ein Krümel Muffin. Dann geht es über Farmland und Sanddünen gegen den Wind zum Strand. Hier erheben sich schroffe Klippen und mächtige Felsen. Es ist Ebbe und ich kann dicht heran gehen. Und dann sehe ich sie: 

In natürlichen flachen Pools planschen Robbenkinder. Unbändig springen und gleiten sie durchs Wasser. Neugierig beäugen sie mit ihren Kulleraugen die Zuschauer, kommen von selbst nah heran. Wie kann man die nur erschlagen, um ihnen das Fell abzuziehen???

Zum Mittagessen gibt es einen leckeren Salat, Bratkartoffeln und Spiegelei. Am späten Nachmittag dann noch mal ein Spaziergang zum langen Sandstrand und den Dünen von Farewell Spit. Auch da liegen plötzlich wieder Robben am Strand. 

Dann geht es wieder zurück nach Takaka, wo heute Abend noch mal Mad Halleluja Tribe in der Roots Bar spielt. Wieder trifft sich die Luminate Familie: Redwood und Bella, David und Carlos Riegel,  Petra und Isabella aus Schweden. Ich nehme 2 CD's von den Jungs für meinen Roadtrip mit und sinke glücklich in mein Bett. 

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Ich bleibe hier!

Der Tag beginnt mit einem morgendlichen Bad im kalten Bach. Gegen Mittag fahre ich nach Takaka und gönne mir im Dangerous Kitchen  -Cafe einen Kaffee und eine marokkanische Teigtasche. Dort treffe ich auch Breath, Petra uund Vamos .Dann setze ich mich in den Park und gehe ins Internet. Das ist hier gut. An meinen Schlafplätzen und auch sonst auf der Südinsel ausserhalb von Städten ist es eher lückenhaft. Deshalb kann ich diesen Blog auch manchmal nicht so regelmäßig posten wie ich möchte. Trotzdem versuche ich über das täglich Erlebte zu berichten. 

Und dann treffe ich eine Entscheidung  ... Anstelle 850 km nach Süden Richtung Queenstown zu fahren, mache ich mich mit Freunden auf in die entgegengesetzte Richtung  - nach Norden. Vorher versuche ich noch mein Festivalticket für Cromwell am Wochenende im Internet zu verkaufen. Irgendwie fühlt es sich nicht mehr gut an, nach Luminate ein so rein kommerzielles Ding zu besuchen. Betrunkene Fans, Bierbüchsen am Boden und Gedränge brauche ich nicht mehr, habe ich eigentlich noch nie gebraucht. Also bleibe ich lieber hier in der Golden Bay, die so magisch auf mich wirkt. Ich habe hier einfach eine gute Zeit ...

Ein Spaziergang im örtlichen Gemeinschaftsgarten und der Halt an Strassenständen füllen mein Obst- und Gemüselager wieder: Zucchini, Tomaten, Pflaumen, Pfirsiche, Grapefruit, Zitrone und Kräuter. Ein kostenloser Campingplatz direkt am Meer ist das Schlafzimmer für mich heute Nacht. Ziemlich voll, aber ich finde noch eine Lücke. 

 

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Mein erster Strafzettel

Bis um 14 Uhr bleibe ich am Bach. Dann schaue ich mir noch mal die glasklaren PuPu - Quellen an. Tief aus der Erde  strömen Unmengen reinsten Wassers und fliessen in  einem breiten Fluss zum Meer. Diese Quellen sind den Maori heilig, man soll kein Wasser entnehmen, nicht mal berühren. 

In Takaka gönne ich mir seit längerem mal wieder Fish & Chips. Auf dem kurzen Weg zu einem schönen Park zum Ausruhen passiert es dann  ...

Angekommen sehe ich im Rückspiegel hinter mir ein Polizeiauto mit Blaulicht stehen!  Mir wird sofort klar warum: ich bin nicht angeschnallt. Sonst doch immer, nur diesen kurzen Moment nicht. Ich muss erst mal pusten, habe aber natürlich keinen Alkohol getrunken. Das kostet dann gleich 100 Euro! Ärgerlich! Aber vielleicht wird es ja einem guten Zweck zugeführt (für eine Erhöhung der Diäten der Politiker oder so) ....  und lehrt mich, immer angeschnallt zu sein. 

Am Abend fahre ich zur Mussel Inn - einer Kneipe ausserhalb Takakas. Bekannt für gutes Essen, wie der Name nahelegt natürlich Muscheln, aber auch für gute Musik. Heute Abend tritt Redwood Reider unterstützt von Mad Halleluja Tribe auf. Und wieder sind die alten Verdächtigen zugegen: Bella, Carlos Riegel und so. Redwood macht Gedichte, die sie zur Musik vorträgt. Ein wirklich schöner Abend , der erst gegen Mitternacht zu Ende ist.

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3 Tage im Paradies

Ich fahre zu einem Campingplatz, dusche und wasche mein Geschirr. Zurück am Schlafplatz schlachte ich eine Melone. Isabell und Adam helfen mir, sie zu vertilgen. Dann mache ich mich auf Richtung Wainui Bay. Unter dem Wasserfall schwimme ich eine Runde leider allein im eiskalten Wasser (die anderen schauen nur zu), bevor ich an dem nahen Traumstrand mein Zelt aufschlage, wo ich schon vor 4 Jahren eine traumhafte Zeit hatte. Mein Titelbild auf Facebook zeigt diesen Strand und mein Zelt damals. Jetzt steht das Zelt weiter oben. Vor 4 Jahren kam die Flut nachts doch bedenklich nahe heran und hat mich geweckt. Das möchte ich nicht noch einmal riskieren. 

Der Sichelmond geht bald unter und der Sternenhimmel leuchtet über mir. Sternschnuppen ziehen ihre Bahn und nehmen meinen allergrößten  Wunsch mit  ...

Und dann gehe ich doch wieder mitten in der Nacht im warmen Meer baden, das zum Strand zurückgekehrt ist, bevor ich zufrieden einschlafe. 

 

Montag, 11.2.2019

Bevor ich zum nächsten Traumstrand nach Totaranui im Abel Tasman Nationalpark fahre, hole ich mir bei der TUI-Community Balsam für meinen Hals, der seit Samstag schmerzt. Hab wohl meine Stimmbänder beim lauten Mitsingen überlastet... Über 12 km Schotterstrasse erreiche ich mein Ziel, wo ich für eine Nacht bleiben werde. Die Übernachtung im Zelt kostet 9 Euro. Dafür gibt es den Stellplatz, Wasser, Toiletten und kalte Duschen. Und einen Traumstrand eben. Ich lege aber meine Solardusche in die Sonne und dusche dann warm.

Nachdem ich mich am langen goldgelben Sandstrand ausgeruht habe, laufe ich zur Ziegenbucht, wo ich im glasklaren Wasser einem großen Stachelrochen begegne. Er ist aber friedlich. Zum Abendbrot gibt es erstmals Nudeln mit Tomatensoße. 

 

Dienstag, 12.2.2019

Heute bleibe ich noch in Totaranui, bevor es am Nachmittag wieder zurück nach Takaka geht. Das war wirklich eine schöne Zeit! In der Roots Bar einen Kaffee und ein bisschen Einkaufen. Zum Abendbrot gibt es einen Salat und nach langer Zeit mal wieder Fleisch - Thüringer Rostbrätel. An einem Bach mit altem Wasserkraftwerk steht heute mein  Auto. 

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Sandburg

... dachte ich zumindest, das ich schlafen kann. Das Bier gestern Abend war wohl schlecht. Mir ist auch schlecht. So quäle ich mich durch die Nacht und versuche mit Kamilletee und Reistalern ab 9 Uhr wieder mein Gleichgewicht zu finden. Dann zum Strand in den Sand. Der kräftige Wind und das warme Meer lassen es mich in der Sonne aushalten. Restliche Suppe von gestern Abend essen  (hoffentlich war die nicht schlecht) und dann ruft Petra an. Ihr Begleiter Vamos ist krank, sucht ein richtiges Bett zum Ausruhen. Wir verabreden uns und ich organisiere schon mal was im Hostel, wo ich Barbara hingebracht hatte. Dann fahre ich wieder los, esse etwas und laufe eine halbe Stunde hoch zum Sandcastle - der Sandburg, einem wunderschönen Garten, wo heute Abend einer der Künstler vom Luminate spielt. Und da sind alle wieder: Bella , Carlos Riegel, Redwood und die Jungs von Mad Halleluja Tribe. Aber ein recht überschaubares Publikum, nur 20 Leute. Es geht auch wesentlich ruhiger zu. Trotzdem ein schöner Abend. Im Dunkeln zurück zum Auto und dann an den alten Schlafplatz. 

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Takaka Roots Bar

Nach dem Kaffee fahre ich von meinem Schlafplatz 5 Minuten in das Städtchen. Da ist das Internet besser und ich kann diesen Blog auf den aktuellen Stand bringen. Zurück koche ich einen großen Möhreneintopf mit ein paar Kartoffeln drin. Lecker! Nach dem Mittag laufe ich wieder am Strand entlang und lege mich in den Sand. Die Sonne verschwindet, aber der Wind weht nur schwach und das Meer ist warm. Also nichts wie rein! Später gibt es Tee, ein Marmeladenbrot und TimTams (Schokokekse). So gestärkt kann ich ein bisschen das Auto aufräumen. Dann fahre ich in die Stadt, hole mir 2 Flaschen Bier zum Vorglühen und spaziere runter zum Fluss. Hier hatte ich mit Sophie  gezeltet, als ich das erste mal hier war. Auch jetzt sind wieder viele Leute da, die vom Luminate hier runter gekommen sind. Leider ist der Weg mittlerweile gesperrt, man kann nur hinlaufen. Ist wohl zu viel geworden, Zelten war ja auch schon damals nicht erlaubt. 

Dann esse ich noch meinen Eintopf und zische ein Bierchen dazu. Um 21 Uhr bin ich in der Roots Bar. Matiu Te Huki und seine Band spielen heute Abend hier in der Kneipe! Und wen treffe ich da wieder? Barbara und ihre Schwester, später noch David, die andere Barbara und Bella. Ein wunderschöner Abend, der erst weit nach Mitternacht zu Ende geht ...

Zurück an meinem Schlafplatz dann eine große Überraschung: von den Scheinwerfern ihres Autos erleuchtet, klettern 2 Kerle einen riesigen Baum hoch. Mutprobe? Die Neuseeländer sind verrückt!  Aber dann verschwinden sie und ich kann schlafen. 

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Abreise

Heute brechen alle auf, in alle Richtungen. Sachen zusammen packen, ein Kaffee und viele, viele Umarmungen. Menschen, die ich vorher noch nicht gekannt habe und die mir jetzt so vertraut sind, die ich lieb gewonnen habe oder denen ich nur einmal in die Augen, ihr lächelndes Gesicht geschaut habe: eine Amerikanerin, die meine Campnachbarin war, mit der ich aber gar keinen richtigen Kontakt hatte. Jetzt kraulen wir gemeinsam eine große schwarze Hündin. Vielleicht kommt sie ja mal nach Berlin. Oder die Deutsche, die sich fix noch meine Powerbank borgt, um ihr Handy zu laden und sie mir in letzter Sekunde zurückgibt. Hatte sie schon ganz vergessen. Danke dafür! Grace, der ich Benzin gebe, damit sie wieder wegfahren kann. Das nächste mal vielleicht ein bisschen mehr in Benzin als in Drogen investieren, ne. Bella, die mich hier sooo herzlich willkommen geheißen hat. Steffen, David, Vamos, Irene und Petra ....................................

Ich nehme wieder Barbara und noch Chloe mit bis nach Takaka. Hier mache ich mir etwas zu Essen, checke das Internet und laufe dann lange am Strand entlang. Eine wunderbare Woche mit 5000 Menschen in der Natur  - jetzt mag ich auch mal wieder allein in der Natur sein. Abendbrot essen und Schlafen tue ich an einem Felsenlabyrinth, wo ich letztes Jahr schon mal war.

 

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Luminate - Tag 8

Nachts hat es etwas geregnet. Am Morgen zieht es weiter zu und Dauerniesel setzt ein. Ich ziehe mich warm an. Irgendwie herrscht Aufbruchstimmung. Das Wetter ist ja auch danach. Ich gehe aber erst morgen  ...

Auf einer kleinen Bühne spielt am Mittag Karen Hunter. Matiu Te Huki läuft vorbei und grüßt freundlich. Später kommt er auf mich zu und umarmt mich herzlich. Wir wechseln ein paar Worte. Für mich ist das der emotionalste Moment des ganzen Festivals. Ich bin als Zuschauer hierher gekommen und nun bin ich Teil davon. Das ist so intensiv und tiefgehend. Mit Worten allein nicht zu beschreiben  ...

Dann gehe ich noch zu einem Workshop  - Female Sexuality - für Frauen und Männer. Da wird sehr offen geredet, keine Tabus, und keiner schämt sich. Es gibt aber keinen praktischen Teil, das bleibt dann jedem selbst überlassen. Zur gleichen Zeit findet ein Workshop: Kommunikation mit Tieren statt. Hätte mich auch sehr interessiert. Na ja, beim nächsten mal. Denn eines ist mir klar geworden: ICH KOMME WIEDER! 

 Nach dem Mittag - Tomatenei mit Kumara (Süsskartoffeln) brechen Petra und ich noch zu einer längeren Wanderung auf bevor wir abends wieder alle beim Abschluss des Festivals versammelt sind. Und dann gibt Matiu Te Huki mit My Golden Soul noch mal alles auf der Bühne  - das Zelt tobt. Und noch lange nachdem sie die Bühne verlassen haben singen wir immer wieder "I love my golden soul, yeah" ....

Dieses Festival und die Menschen hier werde ich nie vergessen! 

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Luminate - Tag 7

Mitten in der Nacht werde ich wach und kann nicht mehr schlafen. Zuvieles bewegt mich. Soll ich hoch auf den Berg zu dem magischen Baum gehen und auf den Sonnenaufgang warten? Da war ich gestern Abend zum Sonnenuntergang. 

Eigentlich sind es zwei Bäume. Tawhai, Nothofagus menziesii, Silver Beech, Silber- oder einfach Südbuchen. Stehen so dicht beieinander, das man meint es wäre einer. Dabei hat jeder eigene Wurzeln, einen eigenen Stamm, eigene Äste und Blätter. Und trotzdem wachsen die Wurzeln und Äste ineinander und bilden eine mächtige Krone. Sie trotzen gemeinsam jedem Wetter und gedeihen. Und ist es DAS nicht? Der Schlüssel zum Glück? : Sich miteinander verbinden und doch eigenständig bleiben. Sich gegenseitig stützen und beschützen. Aber immer dem Anderen repektvoll Raum geben, damit er sich entfalten kann, wachsen kann, blühen kann, strahlen kann. JEDER wurde geboren, damit er LEUCHTET  in dieser Welt! 

 

Aber dann schlafe ich doch wieder ein und erwache mit der Morgendämmerung. Ich bringe meinen Kompostabfall weg und habe so nur noch sehr wenig Restmüll, den ich mitnehmen muss. Dann koche ich meinen Eintopf und nach dem Mittag chille ich bei den Klängen des Argentiniers Carlos Riegel. Dann wieder zum Bach und später noch mal Mad Halleluja Tribe. Virelai aus Dänemark fühlen sich dann nach den ersten Tänzen nicht mehr so gut an, passt für mich irgendwie nicht so hier her. So gehe ich lieber hoch zum Baum, umarme die Beiden und lese mein Buch, auch noch später im Auto. Übrigens eine spannende Familiensaga, in der Sarah Lark die Geschichte Neuseelands in 11! Bänden gekonnt mit viel Spannung verbindet. Aber keine Angst: man muss nicht 11 Bücher mit teilweise bis zu 1000 Seiten lesen, jedes hat eine eigene abgeschlossene Handlung .

 

 

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Luminate - Tag 5 + 6

Eine so kalte Nacht habe ich hier noch nicht erlebt. Nur eine dicke Jacke unter meiner schon dicken Bettdecke und Strümpfe retten mich vor dem Tod durch Erfrieren! Dafür schlafe ich etwas länger und krabbele erst aus dem Auto, als die Sonne schon am Himmel steht und mich wärmt. Danke liebe Sonne!

Heute gehe ich zu keinem Workshop  - ist ja Sonntag und da soll man ja nicht worken. Also nur Musik.

Viel wird daraus allerdings nicht. Nur MY BABY abends in der Chillounge genieße ich liegend auf einer Matratze. Erst beim letzten Lied hält es auch mich nicht mehr ruhig  ...

Ansonsten vertrödele ich den Tag, gehe wieder Baden, Sonnen und quatsche viel mit anderen Leuten. 

 

Montag, 4.2.2019

Letzte Nacht habe ich nicht gefroren. Es war nicht mehr so kalt und ich hatte mir ja auch lange Sachen angezogen. Und ich schlafe länger. Als ich um 8 Uhr wach werde, wärmt die Sonne auch schon gut. Heute wird es auch entspannt: nur 2 Konzerte stehen auf meinem Zettel.

Vorher wieder noch am Bach in der Sonne liegen. Und dann kommt mein spezieller Höhepunkt: MATIU TE HUKI und seine Band MY GOLDEN SOUL.  Ich bin seelig! Als Überraschung holt er seinen kleinen Sohn auf die Bühne. Sehr emotional, als der 3jährige ein Lied in Maori singt. Und das letzte Lied  - ein weit gespannter Bogen von Aotearoa bis nach Italien, wo auch seine Wurzeln liegen. Und auch für mich  - von hier nach Deutschland, wo meine Lieben sind.

Diesen Tag werde ich nie vergessen! 

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Luminate - Tag 3 + 4

Nachts ist es richtig frisch. Und die nächsten Nächte sollen noch kälter werden... Heute ist es erst mal bewölkt und es sieht nach Regen aus, der aber nicht kommt.

Am Mittag geht es dann auch endlich auf der großen Hauptbühne los. Ich schaue mir 2 Bands an. Und am Nachmittag dann endlich das Wiedersehen mit Matiu Te Huki. Wir begrüßen uns vor seinem Workshop. Wie im letzten August in Kreuzberg und noch viel emotionaler wird es dann, als er mit uns den Haka übt und wir dann auch noch im Zeltkreis stehen. Als die Frauen spontan ein Lied auf Maori anstimmen, kommen mir die Tränen  ...

 

Nach dem Abendbrot wollte ich eigentlich noch zur Hauptbühne gehen. Dann bleibe ich aber doch bei Petra und Irene hängen, die hier einen komfortablen Wohnwagenanhänger gemietet hat. Eigentlich wollte Petra draussen schlafen ohne Zelt, hat aber jetzt bei Irene Unterschlupf gefunden. Das stellt sich als großes Glück heraus, denn die nächste Nacht wird noch kälter  ...

 

Samstag, 2.2.2019

 Mein Thermometer zeigt nichts mehr an. Der unterste Strich ist bei +10°C und es liegt weit darunter, vielleicht 1 oder 2 ° plus. Die Treppenstufen runter von der Toilette rutsche ich böse aus - gefroren! Aber glücklicherweise ist nichts passiert. Dann kommt die Sonne raus und es wird warm. Um 9 Uhr gehe ich zum ersten Workshop heute, wieder eine sehr interessante Geschichte zu den Maori. Der zweite ist eher langweilig, da ohne praktischen Teil. Ein bisschen chillen und dann wieder ein erfrischendes, reinigendes  Bad im Bach. Zum Trocknen lege ich mich in die Sonne  - und schlafe ein. Um 18 Uhr werde ich wach, laufe zurück, verpasse das große rote Feuerwehrauto, das  gerade Leute vom Bach zurück zum Festival fährt. Also laufen. Abendbrot und dann kann der Samstagabend beginnen! 

Es geht los mit osteuropäischem Balkanpop, Klarinette, Akkordeon und Violine dominieren. Und dann ist es endlich soweit:  MY BABY stehen auf der Bühne und lassen die kalte Sommernacht vergessen. Höhepunkt für mich sind Matiu und seine Freunde, die während des Auftritts einen enorm kraftvollen Haka aufführen. 

Danach noch kurz in die Chillzone schauen, mit Barbara reden, die schon lange hier in Neuseeland lebt, und dann ab ins Bett. 

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Luminate - Tag 1 + 2

Ich schlafe recht lange, hab immer noch nachzuholen. Nach dem Morgenkaffee sortiere ich noch mal meine Sachen. Die Unmengen an Obst und Gemüse müssen unbedingt in den Schatten und vor allem gegessen werden, bevor sie schlecht werden. Mein Platz ist direkt an einem Fussweg, wo die Leute vom Campingplatz zum eigentlichen Festivalgelände und zum Badebach gehen. Das stört mich aber nicht, ist sogar schön, so viele lächelnde Menschen zu sehen. Ich glaube das habe ich in Deutschland nur einmal erlebt  - als die Mauer fiel. Da hatten alle für kurze Zeit ein Lächeln im Gesicht!

Dann kommen immer mehr Leute. Heute ist ja der eigentliche Anreisetag. Bella begrüsst mich als Nachbarn und dann kommt Starlight, wie sie sich nennt. Dann heisse ich jetzt Frans! Ich helfe ihr das Zelt aufzubauen, da sie nicht mehr so fit ist. Das werde ich später bereuen  ... Dabei will ich hier doch keine negativen Gefühle haben! Aber sie ist extrem egoistisch, eine Eigenschaft, die ich am meisten verachte. So breitet sie sich immer weiter aus, nimmt anderen die Luft zum Atmen bzw. den Platz zum Campen. Mich beschäftigt sie den ganzen Tag. Aber jetzt ist Schluss! Ich gehe für sie noch zum Erste-Hilfe-Zelt, da sie von einer Hummel in den Fuss gestochen wurde. Die nette Helferin bricht ein kleines Stück von einer Aloe Vera ab, was ich Starlight bringe. Sie ist nicht zufrieden, wollte "richtige" Medizin. 

Dann kommen Vamos (wie er sich nennt) und Petra, zwei Deutsche. Erst denke ich: Mutter und Sohn, aber wohl doch etwas anderes  ... Mit Petra gehe ich zum Baden in den Bach. 

Da heute erst noch Anreisetag ist, passiert auf den Bühnen noch nichts und ich kann noch etwas vorschlafen für die nächsten Tage. 

Donnerstag, 31.1.2019

Heute geht es nun richtig los. Am Vormittag gehe ich zu einem Workshop zur Sprache der Maori. Sehr interessant aber auch schwierig. Irgendwann ist meine Aufnahmefähigkeit erschöpft. Nach dem Mittag dann noch ein Workshop zur Permakultur, humorvoll musikalisch aufbereitet. Am späten Nachmittag laufe ich los Richtung Bach, wo alle baden und immer weiter. Es ist leicht bewölkt und so knallt die Sonne nicht mehr ganz so heiß. Über Farmland geht es immer weiter bis ich mich beim Rückweg etwas verlaufe. Zweimal springe ich in den Bach. Und dann fix zurück.

Am Abend beginnt dann das Festival mit einer beeindruckenden Eröffnung  - sehr emotional. Ein kleiner Rundgang über die verschiedenen, jetzt eröffneten Bühnen schließt den Tag für mich ab.

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Ich bin auf dem Weg ...

... zum Luminate Festival.

Um 1 Uhr klingelt mein Wecker. Dann geht es auch schon bald in den Bauch des Schiffes. Schnell hoch zum Passagierdeck und auf den Sitzen lang machen. Schade das man nicht im Auto bleiben darf. Ich schlafe noch mal 2 Stunden. Dann wird mir kalt, blöde Klimaanlage. Ausserdem weckt mich das Nebelhorn des Schiffes bei der Einfahrt in den schmalen Tory-Kanal in den Marlborough Sounds der Südinsel im Dunkeln. Die Fahrt über's offene Meer war ruhig. Und dann sehe ich auch schon wieder die Lichter von Picton! 

Runter vom Schiff, tanken, einen Kaffee machen und dann hole ich um 7 Uhr Barbara von ihrem Hostel ab. Sie kommt aus Österreich und will vor allem wegen den Yoga- Workshops zum Festival. Wir fahren über den malerischen Queen-Charlotte -Drive über Havelock nach Nelson. Dort ist der erste Halt bei Hecks - dem deutschen Fleischer. Ich decke mich mit haltbarer Wurst, Bierschinken und Thüringer Rostbratwürsten ein. Barbara bleibt als Vegetarierin im Auto sitzen. Dann frühstücken wir auf Rabbit Island  - der Haseninsel. In  Motueka hole ich mir beim Kölner Bäcker super Roggenbrot  - Berliner Landbrot! Vorher gab es an der Straße leckere Gravensteiner Äpfel und Zwetschgen, alles jetzt reif hier. Ein Deutscher hat hier eine Plantage mit alten deutschen Obstsorten. Hinter Motueka dann wie immer dann das Real Fruit Eis mit einer großen Kirsche oben drauf. Dann noch Melonen, Tomaten und Zucchini am Straßenrand mitnehmen. Wer soll das alles essen?

Wir kommen einigermaßen den Takaka Berg hoch. Barbara zeigt mir, wie man bei der Automatik-Gangschaltung verhindert,  das ständig die Gänge gewechselt werden. Und die Motorklopfsensorkontrolleuchte brennt auch schon immer wieder. Und dann stimmt die Leistung nicht mehr. Gerade wenn es Berg hoch geht ist das schlecht. Ich muss es wohl doch reparieren lassen  ...

Aber erst mal runter zum Festivalgelände  - in einem weiten Tal gelegen. Bis dahin aber erst mal eine lange Schotterstrasse. Dann holt sich Barbara am Eingang ihr Armband und ich bringe sie noch bis zum Zeltplatz. Dort trifft sie zufällig auch ihre Freunde. Ich fahre weiter bis zum öffentlichen Campingplatz hinter dem Festivalgelände, denn mein Ticket erlaubt erst den Zutritt morgen früh. 

Denke ich zumindest  ...

Ich finde ein schönes, schattiges Plätzchen, mache mir etwas zu Essen und lege mich dann hin zum Schlafen. Ich habe mächtiges Defizit. Die letzten beiden Nächte waren extrem kurz. Aber ich habe nicht mit den Sandflies gerechnet! Die hatte ich schon ganz vergessen. Kleine schwarze Fliegen, die nicht wie Mücken stechen, sondern kleine Hautstückchen aus dir rausknabbern, bis nur noch das Skelett übrig ist. Aber die Bisse jucken genauso wie Mückenstiche. Auf der Nordinsel gab es kaum welche. Sie bevorzugen die Südinsel. Ich auch. Später gelingt es mir doch, ein bisschen zu schlafen. Dank TUI-Balm, einem natürlichen Abwehrmittel gegen die Biester. Ich sortiere meine Sachen und ein Blick auf mein Ticket: 29. Januar! Das ist heute! Kann ich vielleicht doch schon heute rein? Das wäre toll! Heute bekommt man noch einen guten Platz, bevor morgen die Massen einfallen.

Ich laufe zurück zum Festivalgelände um zu fragen. Unterwegs wird ein Motorradfahrer vom Securitydienst auf mich aufmerksam. Er sagt, natürlich kann ich rein, ich habe ja ein Super Early Bird Supporter Ticket. Er begleitet mich zu seinem Chef. Der sagt: Klar, ich soll mein Auto holen und rein kommen. Ich steige auf die einsitzige Motocrossmaschine ohne Fusspedale für mich und ein wilder Ritt zurück zu meinem Auto beginnt. Oh man, ich glaube ich sass zuletzt vor 20 Jahren auf einem Motorrad. Das hatte allerdings Fusstützen! Aber da ich so viel wandere, scheinen meine Beinmuskeln noch soweit ok zu sein, das ich die Fahrt ohne Probleme überstehe.

Schnell alles zusammen packen und zum Eingang. Dort geht alles fix, auch die Autokontrolle auf Alkohol verläuft negativ. Und dann endlich rein aufs Campinggelände. Ich finde auch einen schönen, meist schattigen Platz am Waldrand. Sonst gibt es nur Sonnenplätze. Welch ein Glück! Ich richte mich etwas ein und laufe dann zum Bach - die einzige Möglichkeit hier neben ein paar Duschen an ein Bad zu kommen. Eine Abkürzung über die Weiden stellt sich nicht als Abkürzung heraus. Wieder eine Erfahrung mehr. Zurück: Abendbrot machen: Thüringer Rostbratwurst, Roggenbrot und Salat mit Feta. Dann ist es auch schon dunkel  

P.S.: Ich bin jetzt (7.2.) nach über 1 Woche wieder vom Luminate Festival zurück und kann den Blog weiterschreiben. Ich versuche, den Rückstand möglichst zügig wieder aufzuholen.

 

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Ab in den Süden!

Ich hatte eine kurze aber ruhige Nacht. Ich hatte ja direkt am heissen Bach übernachtet und so habe ich es auch nicht weit zum warmen Wasser. Das tut gut! 3 Tage zur Musik hopsen geht ganz schön in die Beine und auch woanders rein. Da ist der kleine kräftige heisse Wasserfall eine wohltuende Massage. 

Frühstücken, Tanken, Einkaufen, Internet und dann noch mal hoch auf Reid's Farm. Schönes erfrischendes Bad im Waikato Fluss und dann in der Sonne trocknen lassen. Zum Mittag mache ich mir die restlichen Kartoffeln aus der Giftbrühe von Roturua mit Speck. Der neutralisiert das Gift, oder?

Ja und dann muss ich Taupo verlassen. Aber ich komme wieder, wer weiß wann. Um kurz nach 14 Uhr fahre ich los. Bis Wellington sind es 400 km, etwa 5 Stunden. Erst geht es 1 Stunde am Ufer des großen Taupo-Sees entlang immer mit Blick auf die teils schneebedeckten Vulkane des Tongariromassivs. Dann durch wüstenähnliches Gebiet an diesem entlang bis südlich davon das typische neuseeländische hügelige Farmland beginnt. Kurze Pause zwischendurch und nach 3,5 Stunden will ich auf einen Campingplatz im Wald fahren, um dort noch etwas auszuruhen oder sogar zu schlafen. Um Mitternacht soll es dann weitergehen, damit ich 1.30 Uhr an der Fähre bin die um 2.30 Uhr fährt.  Doch seit einer halben Stunde ist die Sonne weg und es nieselt immer mehr. Die Wiese im Wald ist matschig. Darauf habe ich nun gar keinen Bock. Also fahre ich weiter bis eine halbe Stunde vor Wellington. Direkt am Meer ist es zwar windig, aber es regnet nicht. Ich mache mir noch mal die Bratkartoffeln von heute Mittag warm und schreibe diesen Blog. Der Wind treibt die Wolken übers Meer. Mit schönen Sonnenuntergang ist auch nichts. Na Hauptsache die Überfahrt nachher ist ruhig. Die Cook-Straße zwischen den beiden Inseln ist berüchtigt für die raue See. Aber es ist ja dunkel, da sehe ich es ja nicht .Vielleicht kann ich sogar etwas schlafen  ...

Um 21 Uhr wird es dunkel und ich breche auf nach Wellington. Nach einer halben Stunde bin ich da. Gegen 22.30 Uhr checke ich ein, parke in der richtigen Reihe und lege mich 2 Stunden im Auto ins Bett. 

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One Love - Tag 2

Ich hatte eine gute Nacht. Die Künstler haben mich in Ruhe gelassen. Südseeklänge begleiten mich in den Schlaf. Gestern Abend habe ich richtig Gänsehaut bekommen, und das lag nicht daran, das es recht kühl wurde nach dem die Sonne untergegangen ist. Die meisten Festivalbesucher haben wohl Maoriwurzeln, ganz anders als vor 3 Wochen bei dem Konzert hier. Da gab es mehr "Weiße". So singen sie laut bei vielen Liedern auf Maori mit, die ich leider nicht kenne. Ein gewaltiger Chor und ich mittendrin. Ich muss unbedingt diese Sprache lernen! Aber eins kenne ich dann doch von einer CD, die ich im Auto habe. Und dann wird auf der Bühne auch ein kraftvoller Haka aufgeführt und um mich herum schreien alle mit! Und als das letzte Lied verklungen ist und die Massen zum Ausgang streben wird weiter gesungen! 

Heute früh fahre ich erst mal 20 Minuten hoch zu den McLaren Wasserfälle, dusche warm und mache ein bisschen Haushalt, Abwaschen und kleine Handwäsche. Der Campingplatz ist gerammelt voll. Ich glaube es ist ein langes Wochenende, Montag auch noch frei. Dann frühstücke ich am Stausee und fahre zurück nach Tauranga. Hier dann schon mal ein Grosseinkauf für nächste Woche, wo ich eine Woche lang in der Wildnis beim Luminate Festival bin. Auch hole ich mir etwas zu Essen zum Mittag  - 2 Pies, gefüllte Teigtaschen. Dann parke ich wieder da wie gestern und glühe mit 2 Bierchen vor. Dann wieder zur Spark-Telefonzelle ein paar Fotos posten und ab aufs Festival! 

Es ist noch nicht ganz so voll wie gestern. So kriege ich erst mal mit, was hier los ist. Man kommt gar nicht bis vor die Bühne, nur wenn man ein teureres VIP-Ticket kauft. Unglaublich! Das kannte ich bisher wirklich noch nicht! Also in Zukunft werde ich sicher den Veranstalter Pato Entertainment tunlichst meiden. Aber eigentlich wollte ich ja keine negativen Gedanke zulassen. Das zieht einen nur selbst runter. Aber da kommt wohl wieder der Deutsche in mir durch. Die Neuseeländer hier sehen das wohl viel entspannter. 

Dann habe ich eine Menge Spaß. Das ist heute wirklich der beste Tag. Der Höhepunkt natürlich UB40 mit all ihren Hits: Kingston town, Red Red Wine, ...

Noch einen Hamburger mitnehmen und dann wieder mit dem Gesang der fröhlichen Massen zum Ausgang. Ich fahre noch 2,5 Stunden bis Taupo, wo ich um 1 Uhr ankomme. Gute Nacht! 

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One Love - Tag 1

Ich hatte eine gute Nacht an der Straße 500m vom Konzert gestern Abend entfernt. Nur ein paar Züge ratterten auf den nahen Gleisen vorbei. Tauranga ist ein wichtiger Exporthafen. Und so haben die Züge Container mit allem möglichen und Wagen mit dicken Baumstämmen an Bord.

Ich fahre wieder zum Strand und mache mir einen Kaffee. Die Surfer suchen schon die perfekte Welle. Ich mache erst mal nur einen kleinen Strandspaziergang, frühstücke und lege mich in die Sonne. Danach ein erfrischendes Bad im pazifischen Ozean. Jetzt bin ich wach! 

Ich mache Mittag  - noch mal Suppe. Hoffentlich bekommt sie mir heute besser!  Gestern hatte ich ein paar Probleme beim Konzert. Kann aber auch das Vorglühbier,  die Melone oder das Wasser gewesen sein,  was ich schon eine Weile im Auto spazieren fahre und nicht mehr weiß, wo ich es abgefüllt habe.

Danach fahre ich nach Tauranga. Leider ist mein Schlafplatz von vor 3 Wochen jetzt im Festivalgelände und damit abgesperrt. Ist wohl doch eine größere Sache diesmal. Ich finde trotzdem einen ruhigen Platz etwas weiter weg bei einer Künstlerkolonie. Zu denen hat es mich ja schon immer hingezogen ... Hoffentlich jagen die mich nicht weg! 

Ich  laufe los Richtung Festival. Gehe aber erst mal zu einer Spark-Telefonzelle. Bei meinem Internet-Vertrag für 20 Euro pro Monat habe ich neben 4 GB noch täglich 1 GB frei, eben an diesen Zellen als  HotSpot. Und das will ich nutzen, wann immer es geht. Auf der Südinsel habe ich dann tagelang gar kein Internet mehr, es gibt dann auch leider keinen täglichen Blogeintrag mehr ...

Noch schnell am Auto ein drittes Bierchen zischen ( bei der Wärme hat man einfach unglaublichen Durst!), und dann auf zum Festival! 

P.S.: Entschuldigung für Rechtschreibfehler und sonstiges Durcheinander in meinem Blog. Ich lese meistens nicht mehr Korrektur auf meinem Smartphone, schon gar nicht mehr nach dem dritten Bierchen!  Zu mühsam! Aber ihr könnt mir gerne Hinweise über die Kommentare geben. Auch andere Kommentare sind ausdrücklich erwünscht  !!!

 Ja. Und dieses Festival ist dann wohl eine ganz andere Nummer!  Um 15 Uhr ist es schon rappelvoll. Und wieder diese hässliche Zwei Klassen- Gesellschaft:  wie gestern schon ist auch heute ein großer Bereich direkt vor der Bühne für Leute mit VIP-Ticket abgesperrt. Ich hasse es! Sind wir nicht alle gleich? Gerade hier: ONE LOVE !!!

Aber ich bin heute besser drauf. Hat mir gestern der Alkohol gefehlt? Ich muss auch nicht mehr alle Bands von 12 Uhr an sehen, bin ja erst gegen 15 Uhr da. Ich verpasse auch die ersten vier Bands. Egal. Eben viel entspannter. 

Am Einlass gibt es wieder gratis Sonnencreme, wovon ich auch Gebrauch mache. Erst mal wieder ein schattiges Plätzchen finden, denn der Sommer dreht wieder voll auf. 

Und dann geht es Schlag auf Schlag. Wie viele andere bin auch ich gespannt auf den Sohn von Bob Marley. Eine kleine Enttäuschung : wie noch bis zu 45 andere Kinder hat er zwar den Namen seines Vaters, aber dann doch nicht das musikalische Besondere. Er spielt auch keine Lieder seines Vaters. Das beste kommt allerdings zum Schluss  - Fiji - ein Sänger der sich so nennt wie das Land, aus dem er kommt. Mit Südseeinsel - Reggae klingt der Tag aus.

 

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Good Vibes ...

... so heißt das kleine Vorfestival in Mt. Maunganui vor dem großen One Love am Wochenende in Tauranga.

Aber erst mal gehe ich auf dem schönen und günstigen Campingplatz Duschen, mit warmen! Wasser, Abwaschen und mir einen Kaffee machen. Dann fahre ich Richtung Tauranga, hole mir etwas zum Frühstück und fahre an den endlosen Strand bis Papamoa. Dort lege ich mich bis mittags in den Sand. Zum Mittag gibt es die restliche Melonenhälfte und die leckere Suppe von gestern. Ja und dann ist es auch schon 14.30 Uhr und ich mache mich auf den Weg zum Konzert, was 15.30 beginnen soll. 

Leider lässt man uns eine halbe Stunde in der prallen Sonne warten. Drinnen suche ich mir gleich eines der wenigen schattigen Plätzchen. Und um 16.15 Uhr geht es dann auch schon los. Die Musik gefällt mir gut. Vor allem bei The Sons of Zion geht es ab. Nur die letzte Band  - Kora - ist nicht so mein Ding. Vielleicht bin ich auch schon etwas müde? Ich habe auch seit Mittag nichts mehr gegessen, weil ich es versäumt habe, mir so ein Bändchen mit Chip drin draussen zu holen. Läuft alles bargeldlos hier. Allerdings kann man nicht mehr raus, sonst kommt man nicht mehr rein. Hätte mir ja auch was aus dem Auto holen können. Und Getränke kaufe ich bei den Wucherpreisen sowieso nicht. Für eine kleine Dose! Bier wollen sie 5 Euro. Wenigstens gibt es Wasser umsonst 

Mal sehen wie es morgen wird  ...

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Tschüss Taupo, Hallo Tauranga!

Ich packe Tisch und Stuhl zusammen, mach mir einen Kaffee und fahre zum heissen Bach. Nach ausgiebigem Bad verabschiede ich mich von Andrew und Rachel (die Frau mit Punga dem Hund), die ich hier jeden Morgen getroffen habe. Vielleicht sehen wir uns ja am Montag wieder, wenn ich hier auf dem Weg nach Süden noch mal Halt mache. Mit Andrew will ich vielleicht auch über den Taupo See zu Maori - Felsengravuren schwimmen, was ich mich allein nicht traue. Man könnte auch mit einem Boot hinfahren  .... Er will mal seinen Onkel fragen, wollte er gestern schon. 

Dann Frühstück, Tanken und Internet. Ich buche die Fähre am nächsten Dienstag von 8 Uhr auf 2.30 Uhr um, nehme also die Nachtfähre. Dann bin ich zum Sonnenaufgang um 6 Uhr auf der Südinsel und habe genügend Zeit die 200 km bis zum Luminate Festival in der Golden Bay zurückzulegen. Ich kann noch gemütlich Einkaufen. Ausserdem habe ich mich mit Barbara aus Österreich verabredet und werde sie von Picton aus mitnehmen. 

Dann fahre ich aber endlich los. Nach einer Stunde bin ich in Rotorua, koche meine Eier und Kartoffeln und mir wird einiges klar ...

Meine Eier sind gar. Jetzt kommen die Kartoffeln ins sprudelnde Wasser. Zwei Einheimische halten an und schütteln mit dem Kopf. Ich denke erst, die heissen Quellen sind vielleicht tapu, also heilig. Aber sie sagen mir, das man nicht direkt im Wasser kochen darf, da es giftige Stoffe wie Schwefel u.a. enthält, was in die Kartoffeln geht. Hoffentlich kein Arsen! Eier gehn wohl, solange die Schale ganz bleibt...Die Maori nutzen nur den Dampf.

Jetzt wird mir auch klar, woher meine gesundheitlichen Probleme vielleicht gekommen sind. Die Erkältung der ersten 2 Wochen ist sicher eindeutig eine Erkältung gewesen. Allerdings hatte ich danach noch mal grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwäche. Und das war nach meinem ersten Besuch hier. Ich hatte ja mein Mäuschen in Verdacht. Von dem habe ich zwar schon lange nichts mehr gehört. Aber sie hatte ja einiges hinterlassen  ...  Und dann hatte mir Harry aus Berlin in Taupo etwas von Hanta-Viren erzählt, die Mäuse übertragen. Ich hatte sogar eine angehende Tierärztin mit der Recherche beauftragt. Ergebnis allerdings negativ, ist noch nicht bis Neuseeland gekommen. Doch gut das die Neuseeländer genau aufpassen,  was sie in ihr Land lassen. 

Also die Kartoffeln schnell raus aus der heissen Giftbrühe. Dann mach ich daraus heute Abend eine Kartoffelsuppe. 

Kurz hinter Rotorua esse ich die gerade gekochten Eier zum Frühstück/ Mittag. 

Ich fahre weiter in die Bay of Plenty (Bucht des Überflusses), durch das neuseeländische Zentrum des Kiwianbaus nach Tauranga und Mount Maunganui. Viele Kilometer lang zieht sich der breite Sandstrand am Ocean Drive entlang bis zum Hauptstrand. Hier soll ein bekannter Musiker - Tiki Taane  um 14 Uhr Musik machen. Geht wohl um ein Projekt mit Sonnenenergie - sunsonic. Aber weit und breit nichts zu sehen. Hol mir einen leckeren Milchshake. Ich laufe ein paar mal hoch und runter. Das hübsche Baywatch-Girl weiss auch von nichts, hat auch keine Zeit mehr weiter zu recherchieren,  da ein Mädchen mit blutendem Knie kommt. Ich finde in den Tiefen des Internets versteckt zwischen den Zeilen die Info,  das der Gig abgesagt ist. Toll! Bin extra deswegen heute schon hierher gekommen. Egal. So springe ich ins erstaunlich kühle Meer ( 22 Grad hatte ich irgendwie anders in Erinnerung) und laufe den Strand entlang bis ich wieder trocken bin. Dann schaue ich mir kurz an wo morgen das Vorkonzert für das eigentliche Festival am Wochenende stattfindet und fahre dann 25 km bis zu den McLaren Wasserfällen. Hier war ich letztes Jahr schon  mal. Ein wunderschöner Platz im Wald für 6 Euro pro Nacht. Schafe halten das Gras kurz, fressen es und machen daraus Gold, was überall rumliegt. Urlaub auf dem Bauernhof eben ...

Es wird dann doch keine klassische Kartoffel-, sondern eher bunte Gemüsesuppe mit einer großen Stange Lauch, Pastinake und zwei Möhren sowie einer Büchse Fleisch  - das hier allseits beliebte Corned Beef, was man so nicht essen kann, aber in der Suppe geht es .

Dann breche ich noch zu einer schönen Wanderung auf. Das hatte ich letztes Jahr nicht gemacht. Hier soll es auch ein Tal geben, wo nachts Glühwürmchen leuchten ...

Aber zunächst laufe ich bergauf. Oben erlebe ich einen grandiosen Sonnenuntergang. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages tauchen die grünen Hügel in ein sanftes, weiches Licht. Wie in der Toskana. Dann an einem schönen Wasserfall vorbei wird es im Tal der Glühwürmchen immer dunkler. Und dann sind sie da: tausende Sterne leuchten im dunklen Märchenwald. Wie schön die Natur doch ist! 

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Ich weiß, wer die Solardusche hat

Mein Tag beginnt wieder sehr früh mit einem heissen Bad. Dann gehe ich zum ersten mal seit 5 Wochen Wäsche waschen. Nicht das ich jeden Tag das gleiche anziehe, aber ich habe einfach so viele Sachen hier. Dann Einkaufen, unter anderem eine neue Solardusche für 5 Euro. Und langsam ein paar Sachen für das Luminate- Festival, wo ich 1 Woche lang keinen Laden habe. Auf Reid's Farm zurück winke ich noch freundlich dem städtischen Aufseher zu, der hier für Ordnung sorgt. Aber was ist das? An meinem Platz ist der Campingtisch auseinandergebaut, Stuhl zusammengeklappt und Abwaschwasser ausgekippt. Alles liegt auf einem Haufen. Dann kommt auch der Aufseher angefahren. Er dachte angeblich, die Sachen hätte jemand vergessen??? Meine Frage, ob er auch gestern meine Solardusche mitgenommen hat, bejaht der Kerl. Frechheit! Die lag neben meinem Auto. Er verspricht, sie wiederzubringen. Was aber bis zum Abend nicht passiert. Ich könnte jetzt zu dem Thema Freedom Camping und den Neuseeländern überhaupt einige Sachen sagen. Das würde aber zu negativ. Ich bin ja hier nur zu Gast. Und verglichen mit anderen Ländern ist das hier immer noch das Paradies  ...

Baden im Fluss, in der Sonne, Lesen. So vergeht der Tag. Morgen breche ich dann nach Tauranga auf, wo mich ein langes Wochenende mit viel Musik erwartet. 

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Die Solardusche ist wieder weg

Heute ist nicht viel passiert. Deswegen die Überschrift. Während ich nachmittags 2 Stunden  unten im Fluss Schwimmen war, ein paar schöne Fotos gemacht habe und in der Sonne im Gras gelegen habe, hat meine gerade neu gekaufte Solardusche oben Beine bekommen. Langsam ist es nicht mehr lustig! Mensch Leute: Die kostet im Laden 5 Euro!  Aber auch diesmal: Viel Freude damit dem Finder! Dann wasche ich heute Abend halt mit kalten Wasser ab.

Heute morgen war ich erst später am heissen Bach, da ich gestern noch bis Mitternacht den Vollmond bewundert habe. Hab aber dort wieder die gleichen Leute getroffen: Punga und sein Frauchen, mit der ich weiter oben im noch heißeren Wasser sass und die hier wohnt. Dem Hund ist es wohl zu heiss. Er bleibt lieber draussen und lässt sich von mir kraulen.

Ein Bild von ihm wie auch ein paar andere gibt es auf meiner Facebookseite:BernhardinerSpark, da das mit Bildern ja hier leider nicht funktioniert. 

Unten treffe ich wieder Andrew, der sich hier nach einer Schulter-OP kuriert. Er will mir einen Kontakt zu seiner Schwester in Christchurch vermitteln. Sie kann mir vielleicht helfen, einen Platz zu finden, wo ich im März mein Auto unterstellen kann. 

Nach dem Einkaufen chille ich auf Reid's Farm, mache mir Thüringer Rostbrätel zum Mittag. Ich vergesse komplett die Gewürze  (Pfeffer, Salz, Senf, Knoblauch ). Aber mit dem Berg Zwiebeln merke ich das gar nicht. 

Ja und dann halt runter in den Fluss ... aber das wisst ihr ja schon! 

Zum Abendbrot gibt es meinen allseits beliebten Bauernsalat  (Tomaten, Gurken, Paprika, Feta), gleich soviel das es morgen noch zum Mittag reicht. Und dann warte ich auf den aufgehenden Mond ...

 Vorher kommen noch zwei Schweizer vorbei, mit denen ich mich gut unterhalte.

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Kein Blut-, nur Vollmond

Wir wurden nicht ausgeraubt! Alles ruhig geblieben über Nacht. Nur der Regen prasselt aufs Autodach. Ich werde schon um 5 Uhr wach, lese ein bisschen. Mit einem Kaffee fahre ich los nach Whanganui. Dort klettere ich auf einen Aussichtsturm, wo der Sturm oben noch heftiger ist. Da der Turm aber den Erdbebentest bestanden hat, habe ich (fast) keine Angst, das er umgeweht wird. Von hier oben hat man einen weiten Blick über die Stadt bis zum Meer. Auf dem Fluss liegt ein alter Schaufelraddampfer. Die sind früher weit den Whanganui Fluss hochgefahren. Mit meiner Tochter bin ich ihn schon mal 4 Tage lang runter gepaddelt. Heute will ich die neben ihm verlaufende kleine Straße 80 Kilometer hoch fahren.

Am ersten schönen Aussichtspunkt mache ich Frühstück. Hinter mir kommen 10 einhundert Jahre alte Oldtimer an. Ich werde ihnen noch ein paar mal begegnen. Die Gegend wird immer verlassener. Die Dörfer heissen Athen und Jerusalem. Bei erstem mache ich eine 1,5 stündige Wanderung. Dann fängt es an zu nieseln. Daraus wird Regen. In Jerusalem schaue ich mir eine Kirche an. Der Regen verhindert weitere Aktivitäten. So sehe ich zu, das ich zügig nach Taupo komme.

Auf Reid's Farm bekomme ich keinen guten Platz mehr. Egal. Ich laufe zu den Huka Wasserfällen, von da zum heissen Bach, hüpfe kurz rein und über die Stadt wieder zurück. Sind auch über 3 Stunden geworden, es ist dunkel geworden, nur der Vollmond scheint ...

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Wieder auf dem Surf Highway

Leider wird der Regen noch viel stärker und hält auch die ganze Nacht an. Aber da liege ich schon schlafend in meinem Auto. Am nächsten Morgen werde ich früh wach, Kaffee, Duschen und dann fahre ich auch schon los. Vorbei an den letzten Partymachern, die schon wieder (oder immer noch ?) feiern oder sich auf Strohballen entlang der Straße zur Nachtruhe begeben haben. Tschüss Whangamomona. Es war schön! 

Über Stratford fahre ich wieder ans Meer nach Hawera. Hier hatte ich meine Reise auf dem Surf Highway wegen schlechten Wetters abgebrochen. Heute soll es weitergehen. Das Wetter ist besser. Die Sonne scheint. Es weht allerdings ein stürmischer Wind. Am Meer will ich am Strand entlang laufen. Das geht aber nur bei Ebbe. Und die ist erst heute Nachmittag. Also fahre ich in die Stadt, ein bisschen Einkaufen und dann wieder Richtung Meer. In der Nähe einer großen Molkerei schaue ich mir ein Wiederaufforstungsprojekt an. Ehemaliges Farmland wurde von Kindern aus umliegenden Schulen und anderen Initiativen renaturiert. Sehr interessant. Zurück am anderen Strand haue ich mir ein Kotelett in die Pfanne. Dazu wieder Bratkartoffeln und fertig ist das Mittagessen. So gestärkt und 2,5 Stunden vor Ebbe breche ich zu meiner Strandwanderung auf. Eine gute Stunde gegen den Wind und dann wieder zurück. Unterwegs sehr interessante fossile Überbleibsel: versteinerte Muscheln und Baumstämme. Und die Kraft des Windes und des  Meeres, die an den Klippen nagen. Und der starke Wind wird zum Sturm  ...

Ich fahre zu meinem heutigen Ziel und Schlafplatz: Mana Beach in Patea direkt am Fluss, der dort ins Meer mündet. Zunächst fühle ich mich da gar nicht wohl. Kommentare im Internet sprechen davon, das dieser Platz nicht sicher ist, es nachts zu Überfällen kommt. Ich will schon wieder weiterfahren, überlege es mir dann aber doch anders. Nachdem ich ein paar andere Camper gefragt habe sind wir uns einig, das es schon gut gehen wird, wenn wir mehrere sind ...

Ich laufe eine halbe Stunde am Fluss entlang bis zur Stadt und zurück. Unterwegs einige historische Stätten. Wieder am Auto Abendbrot: Bauernsalat mit Feta. Dann geht die Sonne unter und ich renne hoch auf einen Hügel am Meer. Der Sturm fegt mich fast weg. Am Strand treibt er Meerschaum über den Sand. So etwas habe ich noch nie gesehen! Das Wasser peitscht spritzend gegen die Klippen. Und dann geht die Sonne glühend im Südwesten in der Tasmansee unter. In Deutschland ist die gleiche Sonne gerade aufgegangen. Und im Nordosten steigt hell leuchtend ein großer fetter (fast Voll-) Mond am Himmel auf ...

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30. Jahrestag der Republik

Gestern Abend war schon mal Vorglühen für den grossen Tag angesagt. Im Pub gab es Livemusik. Heute geht dann richtig die Post ab. Das Dorf Whangamomona mit 10 Einwohnern feiert! Alle 2 Jahre ist das so. Um 10 Uhr geht's los. Schafscheren,Possumheuten,Hundedressur,Wettrennen der Schafe, Gummistiefelweitwurf und vieles mehr werden den ganzen Tag veranstaltet. Und als Höhepunkt natürlich die Wahl des neuen Präsidenten. Ich kann es vorweg nehmen: es ist der alte - John. Zur Wahl standen noch 3 andere Personen,  ein großer Teddybär, ein Kakadu und ein Schaf ...

Abends fährt dann ein großer Laster vor, von dessen Anhänger als Bühne eine Band spielt und alle auf der Straße tanzen. Leider fängt es dann auch ein bisschen an zu regnen.

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Ab in den Dschungel!

Obligatorisches Bad im heissen Bach, dort Bekanntschaft mit Elke, Christiane (ist zur Hochzeit ihrer Tochter hier) , Anja (lebt hier)  und noch zwei Deutschen die hier leben.

Dann Brot, Motoröl, 2 CD's von Simon & Garfunkel kaufen, tanken und frühstücken. Der Motor bekommt zum Frühstück Öl. Dann fahre ich los. Nach 1 Stunde endlich mein erster Anhalter! Leider steigt er nach 1 Minute wieder aus ...

Er will geradeaus nach Wellington, ich an der nächsten Kreuzung nach rechts auf den Forgotten World Highway. Schade! 

1 Stunde später will ich eine kleine Wanderung durch den Wald machen. Leider ist der Weg gesperrt wegen Brückenschäden. Das stört mich nicht, ich kann ja schwimmen.

Die fehlende Brücke über den Bach ist aber nicht das Problem, ich kann durch's Wasser waten. Aber dann liegen dicke Bäume quer über den Weg, die ich durch den dichten Dschungel umgehen muss. Beim letzten wird es dann gefährlich!

In einem tiefen  Tal muss ich unter den umgestürzten Bäumen durchkrabbeln. Hoffentlich brechen sie nicht jetzt gerade zusammen! Aber wenn es halt passieren soll, dann passiert es halt.

Aber dann hätte ich nicht zwei ausgesprochen reizende Holländer kennengelernt, Vicky (?) und Martyn. Wir suchen einen alten Strassentunnel, finden ihn aber nicht. Na vielleicht sehen wir uns ja nachher noch in der Republik Whangamomona, wohin ich weiterfahre. Ich verlasse Neuseeland und reise ein. 

 Meine Befürchtung, keinen Platz mehr auf dem kleinen Campingplatz zu bekommen erweisen sich als unbegründet. Der eigentliche Platz ist zwar ausgebucht, aber auf einer großen Weide findet sich für 6 Euro pro Nacht ein Platz. Dann gehe ich erst mal in den Pub und zische mein erstes Bier. Der Staub von den 10 Kilometern Schotterstrasse muss erst mal runtergespült werden. Und wer wäscht das Auto? Es sieht nämlich nicht nach Regen aus. 

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... und immer noch Taupo

Diese Stadt lässt mich nicht los!

Und das liegt neben der umwerfenden Natur, dem heissen Wasser und Lake Taupo mit grandiosem Bergpanorama des Tongariro Nationalparks vor allem an den Menschen, die ich hier treffe. Wieder um 7 Uhr im Bach, 2 Stunden später zurück auf Reid's Farm sind Robert und Harry auch wach. Ich gehe runter zum Fluss, um Wasser zum Abwaschen zu holen. Da sitzt Charles aus England  (nicht der Prinz!).Wir unterhalten uns länger. Auch meine neue Solardusche fülle ich wieder und lege sie diesmal in Sichtweite in die pralle Sonne, die den ganzen Tag bei 27 Grad von einem strahlend blauen Himmel scheint. Endlich wieder Sommer! 

Ich verbringe den ganzen Tag auf der Farm. Dann fange ich an, Bratkartoffeln zum Abendbrot zu machen. Und dann kommen Robert und Harry und bringen mir eine frisch gefangene Forelle! Welch eine Freude! Auf den Tisch kommt heute also Fisch! Leider wollen die beiden noch weiter fahren und verpassen so meine weltbesten Bratkartoffeln. Danke und Alles Gute Euch beiden! Wir sehen uns in Berlin, lasst von Euch hören! 

Nach dem Essen bin ich proppevoll, Bratkartoffeln bleiben für morgen übrig. 

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Tschüss Regen

Ich stehe um 6 Uhr auf und sitze um 7 Uhr im heissen Wasser. Zurück frühstücke ich und dann treffe ich Harry aus Moabit und Robert aus Friedrichshain. Mit denen quatsche ich den ganzen Tag. Zusammen kochen wir uns dann was zu Essen - meine 4 Maiskolben, ihr Steak, Tomatensalat und geröstetes Brot. Lecker!

Abends fahren wir dann nochmal zusammen zum heissen Bach. Jetzt bin ich müde. 

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Wieder in Taupo

Irgendwie ist Taupo diesmal wieder der Mittelpunkt meiner Reise auf der Nordinsel. Ich komme immer wieder hierher zurück, manchmal geplant, manchmal spontan und zufällig. Hier habe ich einfach gute Gefühle.

Vor Sonnenaufgang fahre ich im Regen los. 1 Stunde bis Taupo. Noch nicht viel los auf der Straße, nur einige Monstertrucks kommen mir auf dem Highway Nr.1 entgegen. Kurz vor meinem Ziel zeigt sich dann sogar kurz die aufgehende Sonne. Am Lake Taupo mache ich mir einen Kaffee. Dann zum heissen Bach. Kühler Regen von oben und warmes Wasser untenrum - Perfekt! 

Und dann treffe ich Larissa und Torsten aus der Stuttgarter Gegend. Sie hat in Australien studiert, er ist Bäcker. Endlich mal ein handwerklich tätiger Mensch! Zwei sehr nette Menschen! Interessant mit ihnen zu sprechen. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder, die beiden hat glaube ich auch das Neuseeland- Virus erwischt. Auf jeden Fall: Gute Reise Euch Beiden! 

Ich schicke dann liebe Geburtstagsgrüße nach Hause und fahre wieder auf Reid's Farm. Hier ist am Mittag noch nicht viel los oder liegt es am Regen? Jedenfalls finde ich ganz hinten wieder ein schönes ruhiges Eckchen, wo ich es mir gemütlich mache. Zum Mittag gibt es Maiskolben und Erdbeeren, zum Abendbrot eine große Schüssel Tomatensalat. Zwischendurch regnet es immer wieder auch heftiger und länger. Und dann scheint wieder die Sonne, das man am liebsten alles ausziehen möchte...

Mache ich aber nicht, im Gegenteil, ich suche doch tatsächlich meine dicken Strümpfe heraus. 3 Stunden im heissen Bach und dann der Regen - sonst wachsen mir noch Schwimmhäute zwischen den Zehen. Ausserdem spanne ich mir eine Plane in die Bäume mit Blick vom Balkon auf den Waikato River, worunter ich bei allzu heftigen Regen verkriechen kann. 

 

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Regen im Paradies

Der Sommer macht eine kurze Pause. Die Wolken, die mir den schönen Sonnenuntergang vermasselt haben sind von der Tasmansee hierher gezogen und haben sich die ganze Nacht über mir ausgeheult. Was kann ich denn dafür? Aber bisher hatte ich ja schönstes Sommerwetter. Und für die Natur ist es gut. Die grünen Wiesen haben schon einen deutlichen Trend zum gelblich-braunen.

Ich schaffe zwei kurze Spaziergänge bevor ich frühstücke und es wieder anfängt zu regnen. Einer führt mich zu einer Anhöhe, wo früher ein Pa - eine befestigte Wehranlage der Maori stand. Wie immer enttäuschend - nicht viel zu sehen. Ok, diese Anlagen waren ja aus Holz und von Pfählen umgeben, die schon lange verrottet sind. Trotzdem sind historische Anlagen der europäischen Siedler meist immer gut gepflegt. Das hier ist sehr heruntergekommen  - hohes Gras und vergilbte Tafeln mit Erläuterungen. 

Ich fahre noch bis Hawera, hole mir etwas zum Mittag und 6! Maiskolben  (war im Angebot ,hihi, dann weiß ich auch was ich die nächsten Tage esse) und  entscheide mich,  vor dem schlechten Wetter zu fliehen und fahre zurück nach Taupo.  Sind ja NUR 300 km, 4 Stunden.  Dort will ich in den heissen Quellen auf besseres Wetter warten  ...

Unterwegs kann ich nicht anders als an der Straße noch mal Tomaten und Gurken mitzunehmen und kurz vor Whangarei auf einer Farm 1 kg leckere Erdbeeren. Hier gönne ich mir dann auch endlich das köstliche Real Fruit Eis, natürlich auch mit frischen Erdbeeren. Bisher hatte ich immer Angst das meine Halsschmerzen zurück kommen. Aber das ist jetzt überstanden. War echt hartnäckig. In Whangarei hole ich mir für 5 Euro dann auch wieder eine Solardusche. Muss nur noch die Sonne scheinen!

Unterwegs regnet es dann auch immer wieder mal mehr mal weniger. Zum  Schluss in den Bergen eher mehr. So fahre ich 1 Stunde vor Taupo auf einen schwer zu findenden Campingplatz versteckt im Wald. Der Platz in Taupo ist jetzt auch schon voll. Hier ist genug Platz. Es regnet weiter. Also dann nur schnell Abendbrot, noch etwas lesen und Gute Nacht! 

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Auf dem Surf Highway

Um 7 Uhr stehe ich auf und fahre auch gleich los. Ich will den Taranaki an der Küste entlang umrunden. Ein paar Kilometer weiter an einem schönen Strand gibt es Kaffee. Dann fahre ich hoch in den Regenwald und laufe 1,5 Stunden durch den dunklen Dschungel. Gleich zu Beginn erschrecke ich mich vor einem kreischenden Vogel. Oder er sich vor mir? Sein Schrei geht mir bis ins Marck. So früh bin ich hier ganz allein unterwegs. Und allzu viele Vögel gibt es nicht. Bevor Menschen nach Neuseeland kamen muss es hier anders geklungen haben. Es gab keine Säugetiere wie Wiesel, Marder und Possums, die den Vögeln nachstellen. 

Zurück haue ich mir 3 Eier in die Pfanne. Dann gibt es noch Aprikosenjoghourt mit frischen Aprikosen. Die sind jetzt hier reif und somit günstig. Ansonsten sind Lebensmittel generell teurer als zu Hause.  Nur bei den zahlreichen Sonderangeboten kommen die Preise an unser niedriges Niveau heran. Oder halt an der Straße. 

Dann will ich mir ein altes Schiffswrack anschauen,  das seit über 100 Jahren am Strand verrostet. Ich verpasse die direkte Zufahrtsstrasse und laufe so am Strand entlang 1 Stunde hin. Viel ist nicht mehr übrig. Zurück geht es schneller, denn ich nutze in dem weichen Sand meine alten Spuren. Manchmal ist es gar nicht so schlecht, ausgetretene Pfade zu gehen. Manchmal will man aber auch neue Wege beschreiten. 

Dann kommt ein Verkaufsstand an der Straße, den ich zu spät sehe. Ich drehe um. Genau jetzt prasselt ein mächtiger Schauer nieder. Ich hole fix Tomaten und Paprika und werde schön nass. Als nächstes will ich zu einem Leuchtturm fahren, biege aber zu früh Richtung Küste ab. Ich werde es aber nicht bereuen. Denn als ich aus dem Auto aussteige und in Richtung Leuchtturm laufe komme ich an einen kleinen Fluss, den ich überqueren muss. Dort begrüsst mich eine ausgesprochen hübsche junge Frau freudig. Sie ist Halb - Holländerin und hat auch Maori- Vorfahren. Später stellt sich heraus, sie dachte ich wäre ein Anwohner, der schauen will, was sie da macht. Sie ist dabei, den Fluss von Algen zu säubern, die hier Dank der Nährstoffe von den umliegenden Weiden wuchern. Wir unterhalten uns kurz und ich mache mich dann auf den kurzen Weg zum Leuchtturm. Nicht ohne eine Einladung zu ein paar Marshmallows aus dem Lagerfeuer von ihr zu bekommen.

 Der Leuchtturm ist ganz nett anzuschauen. Interessanter ist die Information, das vor 380 Jahren der erste Europäer  - der Holländer Abel Tasman  hier an der Küste entlang gesegelt ist. Ohne allerdings an Land zu gehen. Die Maori hatten das schon ein paar hundert Jahre früher gemacht.

Als ich zurück komme sitzen ihre beiden Kinder und ihr Mann schon am Feuer. Ich setze mich dazu und bekomme Marshmallows und eine gute Unterhaltung. Dann fahre ich zu meinem Ziel für heute: Opunake. Direkt am rauschenden Meer steht nur noch ein Kölner neben mir, der 6 Monate Work and Travel macht. Ich laufe noch an der Küste entlang und zu einem See bevor ich wieder am Meer auf einen schönen Sonnenuntergang warte. Leider wird daraus nichts, da es in diese Richtung stark bewölkt ist 

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3 Schwestern - Die Zweite

Ich schaffe es heute, mit dem Wecker um 5.30 aufzustehen. Schnell einen Kaffee kochen und los! Die aufgehende Sonne im Blick durch nebelwabernde Täler, aus dem Autoradio singt Andrea Bocelli dazu, und über kurvige Hügel wieder zurück 1 Stunde nach Norden. Die Schafe liegen noch träge auf den grünen Wiesen, nur ein paar Kühe holen sich schon ihr Frühstück von den saftigen Weiden. Ich habe noch keinen Hunger. Angekommen laufe ich nun bei Ebbe bis zum Elephanten, der seinen Rüssel verloren hat. Jetzt ist es nur noch ein riesiger, baumbewachsener Felsblock, der auch irgendwann vom Meer verschlungen wird. Aber vielleicht schafft  der tosende Bildhauer  ja vorher noch das ein oder andere Kunstwerk? 

Dann fahre ich zurück noch zu den Weissen Klippen. Kurz ein Marmeladenbrot zum Frühstück und dann laufe ich an der Küste entlang. Oben auf den Klippen über Farmland zurück. Die Klippen sind gar nicht weiss, eher grau-gelblich. Müssten mal wieder gewaschen werden. Aber vielleicht sieht es anders aus, wenn die Mittagssonne darauf scheint. Jetzt im Schatten ist es noch sehr frisch, gut das ich eine Jacke anhab. Viele Stufen später und in der prallen Sonne möchte ich dann am liebsten alles ausziehen  (was ich dann auch mache ...). Bis ich zwei aus New Plymouth treffe,  mit denen ich mich länger unterhalte.

Jetzt ist der Sommer hier voll in Fahrt. Am Tag kann man gar nicht mehr in der prallen Sonne sein. So verlege ich meine Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden. Mittags sind dann Ausruhen, der Haushalt, Einkaufen usw. angesagt. 

Ich fahre zurück zum Lake Rotomanu, wo ich 3 Nächte war, esse meine gestern gekochte Suppe (die heute noch besser schmeckt) und dusche wieder am Strand. 

Dann fahre ich Einkaufen und Tanken. Benzin ist hier so billig wie in keiner anderen Stadt. Liegt wohl daran, das vor der Küste hier ein großes Gasfeld unter dem Meer angezapft wird und es auch eine große Raffinerie gibt.

Dann gehe ich in den Pukekura Park und leg mich in den Schatten auf die Wiese. Und hier bleibe ich auch bis wieder das Konzert beginnt. Heute zuerst eine Sängerin mit Maori-Hintergrund, dann ein Rapper. Eigentlich wollte ich ja in drn Club gehen, hatte dort schon heute Nachmittag nach dem Dresscode gefragt - kurze Hosen wären ok gewesen. Dann sehe ich aber bei der Bandprobe im Park zu. Die Gitarristin des Rappers hat verdammte Ähnlichkeit mit meiner Tochter  - das Alter, die Haare, das Gesicht, die Statur, wie sie sich bewegt. Kann es das geben? Jeder Mensch ist doch einzigartig. Oder ist es nur ein Wunschbild von mir?  Jedenfalls bleibe ich bis zum Schluss und laufe dann noch 1 Stunde im beleuchteten Park herum bevor ich mich auf der Strasse vor dem Park im Auto schlafen lege. 

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Planänderung

Eigentlich habe ich ja gar keinen Plan, nur grobe Ideen. Und so fahre ich erst mal nicht nach Süden um den Taranaki herum, sondern 1 Stunde Richtung Norden. Die Band von gestern Abend spielt am Samstag noch mal in einem Club in New Plymouth und ich wollte mir auch noch mal die 3 Schwestern anschauen. Das sind Felsen an der Küste, die das Meer freigewaschen hat. Es sind auch nur noch 2, eine hat sich das Meer ganz geholt. Und der riesige Felsen, der wie ein Elephant aussieht. Beim letzten mal hatte er noch seinen Rüssel. Jetzt soll er weggebrochen sein. Alles ist vergänglich. 

Man kann nur bei Ebbe am Strand entlang dahin laufen. So stelle ich mir den Wecker auf 5.30 ....

.... und stehe um 7 Uhr auf. Wird das reichen? Ebbe ist um 8. Kaffee, kein Frühstück, aber Wasserbehälter füllen und schnell mal das Auto waschen. Musste das sein? Na wenigstens weiß ich jetzt wieder, das die Farbe meines Autos Silber ist oder war. Gegen 10 Uhr bin ich da. Zu spät? Ich laufe los. Das Wasser steigt immer mehr an. Kurz vor dem Elephanten kommen mir 2 mit Hunden entgegen. Sie raten mir ab, weiterzugehen. Und so drehe ich um! Vielleicht morgen noch mal, wenn ich es schaffe, früh aufzustehen. 

Eben war es hier noch total wolkenverhangen, sah nach Regen aus und jetzt haben wir strahlend blauen Himmel. Sogar der Taranaki zeigt sich wieder in voller Schönheit. Das Wetter ändert sich hier extrem schnell. Ist halt eine Insel in den Weiten des Pazifischen Ozeans. Gerade weht ein starker Südwind aus der Antarktis. Über dem Meer hat er sich aber schon gut erwärmt. 

Ich fahre zu einem wunderschönen,  auch kostenlosen Campingplatz direkt am Meer und mache mir Mittag. Heute und morgen gibt es Eintopf mit Kartoffeln, Lauch, Möhren, Pastinaken und dem Rest Lammfleisch von gestern.  Hier ist auch wieder eine kalte Dusche am Strand und man kann herrliche Strandspaziergänge machen. Ich liebe es!

 Und der Müll wird ordentlich recycelt,  es gibt sogar eine Biotonne, wo meine Kartoffelschalen etc. reinwandern.

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Festival of Lights - Tag 3

Heute schlafe ich noch länger  - und ich verpasse auch nichts, denn es regnet immer wieder. Als es aufhört und nach dem Morgenkaffee gehe ich wieder meine Runde um den See, diesmal mit Husky und dessen Begleiterin. Das ist hier ein beliebtes Hundeauslaufgebiet. Frühstück fällt heute aus, dafür gibt es ein frühes Mittagessen  - die Reste von gestern. Dann verabschiede ich mich von den Kölnern Ines und Benni, sie fahren heute weiter Richtung Norden, ich morgen nach Süden. Gegen 13 Uhr mache ich mich auf den Weg in die Stadt, schaue mir das Zentrum an, trinke im Museum einen Kaffee und sehe mir 2 Ausstellungen an, eine über die nicht immer ruhmreiche Besiedlung dieser Region hier ab 1840 durch die Engländer. Den Maori wurde einfach das Land weggenommen. Das wirkt bis heute nach. Die andere ist über Illusionen, wie leicht wir uns doch hinters Licht führen lassen. Da fallen mir gleich wieder die Medien ein und ich bin froh, das ich weit weg von alledem bin. Man merkt erst mal wie viele Sachen nur aufgebauscht werden und eigentlich total unwichtig sind. Das heißt ja nicht, das ich mich für nichts um mich herum interessiere. Ich versuche zumindest im Kleinen möglichst alles richtig zu machen, was auch immer das bedeutet. 

Dann laufe  ich noch 3 km bis zum Hafen. Und wieder zurück, schaue mir die Kathedrale an, die ich erst gar nicht finde, da sie so klein ist. Andere Kirchen hier sind markanter. Aber es ist die älteste Kirche aus Stein in Neuseeland .

Dann hole ich mir noch etwas zum Abendbrot und lege mich wieder auf die Wiese im Park. Heute geht hier richtig die Post ab, die Musiker und die Leute sind gut drauf. Danach schaue ich mir noch den erleuchteten Park an, bevor um 23 Uhr die Lichter ausgeknipst werden. Manche mögen es ja kitschig finden, aber mir gefällt es, bin halt der romantische Typ. Besonders gefällt mir eine Brücke,die mit einem Netz von tausenden Lämpchen überspannt ist und wo zu Musik farbenprächtige bewegte Bilder gezaubert werden. Kurz nach Mitternacht bin ich dann wieder bei meinem Auto. 

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Festival of Lights - Tag 2

Heute schlafe ich erst mal aus!

Eben schien noch die Sonne, jetzt ist es bewölkt. Auch der Taranaki verhüllt sich, lässt nur kurz etwas von sich blicken. So wird es den ganzen Tag bleiben,  mal Sonne mal Wolken. Morgen soll es sogar mal regnen, hat es ja bisher auch noch nicht . Ich mache einen schönen Morgenspaziergang um den See. Nach dem Frühstück breche ich am Strand entlang auf 3 km in die andere Richtung. Zurück wird es wieder voll auf dem freien Campingplatz. 2 deutsche Pärchen, mit denen ich mich länger unterhalte. Dann mache ich Mittag, noch die verbliebenen in Rotorua gekochten Kartoffeln mit Speck braten und fertig ist das Festmahl.

Nach einem Kaffee laufe ich los, dusche endlich mal wieder unter einer kalten Dusche am Strand, dann einkaufen und wieder in den Park zum Konzert. Heute gefällt es mir besser. Es ist mehr Stimmung,  zumindest bei der ersten Band. Danach nehmen die Zuschauer reisaus. Ich verstehe eigentlich nicht warum. OK, die erste Band hatte nur Reggae und Funky Hits gecovert,  bei denen alle mitgehen konnten. Und die 3 schon etwas in die Jahre gekommenen Mädels spielen nicht ganz so bekannte Sachen. Und sehen auch nach allgemeinen Maßstäben nicht so umwerfend aus. Ich hasse es aber wenn man Menschen nur nach dem Äußeren beurteilt. Das ist oberflächlich.  Und so bleibe ich als einer der wenigen bis zum Schluss und schaue mir danach noch den beleuchteten Park an. 1 Stunde Rückweg und ich liege kurz nach Mitternacht wieder im Bett. 

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Über den Forgotten World Highway nach Taranaki

Heute breche ich meine Zelte in Taupo ab, aber ich komme noch mindestens einmal hierher zurück! 

Ganz früh springe ich noch mal ins warme Wasser, tanken und um halb 9 geht's los! 200 km bis New Plymouth. Ich komme gut voran. Herrliches Wetter mit freier Sicht auf die Vulkane des Tongariro Nationalparks, der Mt. Ruapehu als höchster - schneebedeckt. Hinter Taumanarui beginnt der Forgotten World Highway, da geht es langsamer vorwärts. 12 km sind auch staubige Schotterpiste. Leider ist mein Auto nicht ganz dicht  - der Staub kriecht durch alle Ritzen in den Innenraum.  Gegen halb 1 verlasse ich Neuseeland  ...

... und reise in die Republik Whangamomona ein. Im Hotelpub bekomme ich mein Visum mit Stempel in den Reisepass und etwas zum Mittag. Am 19. Januar wird hier der Tag der Republik gefeiert. Ich versuche,  dann noch mal herzukommen, zumal ich ein Date mit Helen und Jack aus New Plymouth habe, mit denen ich mich beim Mittag gut unterhalten habe. Dann reise ich wieder nach Neuseeland ein und die Straße wird auch wieder besser. Und dann kann ich endlich mal etwas zurückgeben, was ich selbst schon so viele Male bekommen habe: Starthilfe! An einer der vielen einspurigen Brücken stehen 2 deutsche Jungs und ihr Auto springt nicht an. Mit meiner Hilfe geht es wieder.  Viel Glück Euch beiden!    Nur  mit den Kilometern habe ich mich wohl vertan: es sind 100 mehr, nämlich 300 bis New Plymouth. Bald sehe ich den Taranaki - ein wunderschöner Vulkanberg! Gegen halb 4 bin ich dann endlich da und ergattere einen von nur VIER! Stellplätzen in der ganzen Region hier , auf denen man frei campen darf. Der Platz liegt wunderschön an einem See 3,5 km vom Stadtzentrum entfernt. Die laufe ich dann auch bis zu einem mit vielen Lichtern illuminierten Park, wo abends Konzerte stattfinden.

Und natürlich im Dunkeln auch wieder zurück. Nur die Sterne über mir scheinen. Wo ist der Mond? Morgen muss ich mir unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen! 

 

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Relaxen im warmen Wasser

Ist in meiner Ecke dann doch nicht zu voll geworden, weiter vorne schon .

Hatte meine Solardusche auf einen großen heissen Stein an der Straße gelegt. Schön warmes Wasser zum Abwaschen  von der Sonne erhitzt. Als ich sie holen will ist sie weg. Ich wünsche dem "Finder" viel Freude damit! 

Zum Abendbrot gibt es Zamette, also die in Roturua gekochten Kartoffeln und Eier mit Zwiebeln und Schinken gebraten - lecker! 

Heute früh liege ich zum Sonnenaufgang um 6 Uhr im 40 Grad heissen Wasser eines Baches, der in den 21 Grad kalten Waikato - Fluss mündet. Darin kann man sich dann wieder runterkühlen oder eine Mischtemperatur geniessen. Jetzt am frühen Morgen ist es hier am schönsten: still und aussen kühl. Abends ist es trubeliger - ein beliebter Ort zum Party machen.

Zunächst kommen 2 Amerikanerinnen aus Montana, eine spielt Softball. Dann passiert das Unglaubliche: Rhys Braddock, der Musiker den ich genau hier im heissen Wasser  vor 4 Jahren zum ersten mal getroffen habe, kommt mit seiner Frau und Familie runter. Leider war ich im November nicht auf seinem Konzert in Berlin. Er lebt mit seiner tschechischen Frau in Brünn und besucht hier seine Eltern. Vielleicht treffen wir uns noch mal in 3 Wochen in Tauranga. 

Nach 3 Stunden verlasse ich die Badestelle. Zum Schluss ist mir sogar ein bisschen schummrig geworden  - war es das heisse Wasser oder fehlt mir nur mein Morgenkaffee? Morgen trinke ich lieber vor dem Bad einen! 

Ich fahre zur Werkstatt und sage den Termin für morgen ab. Die Warnlampe leuchtet nicht mehr. Es ist auch kein lebenswichtiges Teil: der Motorklopfsensor. Kann höchstens zu geringerer Motorleistung führen, aber ich fahre ja eh gemütlich durchs Land und das Auto hat schon genug Geld gekostet. 

Dann hole ich mir was zum Frühstück und verbringe einen entspannten Tag auf Reid's Farm  ...

Abends spaziere ich dann noch zu den Huka Falls,  wo der Fluss sich durch eine enge Schlucht zwängt und in die Tiefe stürzt. 3 todesmutige Russen in ihren Kajaks riskieren Kopf und Kragen, kommen aber heil durch. Unglaublich! Ich dachte nicht das dies geht.

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Rotorua und Taupo

Es war ein wunderschöner Abend, auch wenn die ersten beiden Auftritte mich nicht vom Hocker gerissen haben. Aber Salmonella Dub hat ordentlich eingeheizt. Bevor Fat Freddy's Drop loslegt überfliegt glühend ein großer Komet die Bühne und zieht eine noch lange sichtbare Rauchwolke hinter sich her. Unglaublich! So etwas habe ich noch nie gesehen. Wo der wohl herkam aus den unendlichen Weiten des Weltalls?

(Nachtrag: Wie ich später erfahren habe, war es wohl ein russischer Mititärsatellit. Ernüchternd! )

Zum Schluss schwächele ich ein bisschen, bin immer noch angeschlagen.

Mir steht es natürlich nicht zu, neuseeländische Gegebenheiten zu kritisieren, aber eine Sache schlägt mir doch sehr auf den Magen wenn ich an das sonst so gelobte Grüne Image des Landes denke: das ist das Müllproblem! Es gibt an jeder Ecke einen Müllbehälter (wie übrigens auch kostenlose, saubere Toiletten!), aber wie hier Trennung erfolgt ist mir schleierhaft. Pfand auf Flaschen gibt es auch nicht, gar kein Mehrweg. Nun ist das alles in Deutschland auch nicht optimal und man weiß gar nicht ob die ganze Trennerei überhaupt hilft, unsere Erde zu retten. Aber generell weniger Verpackung wäre schon gut. Wenn ich nur an die Einweg - Kaffeebecher denke, die nicht recycelt werden können! Ich versuche wenigstens immer meinen Becher mitzubringen, was durchweg wohlwollend von den Verkäufern angenommen wird. Beim Konzert gestern gab es nur Getränke in Dosen! Und damit war dann auch bald der ganze Rasen gepflastert. Daran hatte ich nicht gedacht, als ich barfuß aufs Konzert gegangen bin! Ist aber nichts passiert, hab nur ab und zu von anderen beim Tanzen was auf die Zehen gekriegt. Und die hatten Schuhe an!

Nach einer ruhigen Nacht an der Straße mache ich mich auf den Weg nach Taupo. In Rotorua halte ich an, um mir in den heissen Quellen mein Mittag zu kochen: Eier und Kartoffeln. Hier blubbert und dampft es überall. Es riecht nach Schwefel.

Und nach einer weiteren Stunde dann endlich wieder Reid's Farm in Taupo! Noch so ein magischer Ort für mich. Hab viele gute Erinnerungen daran. Leider nicht mehr so wie früher. Der schönste Bereich unten wurde für Freedom Camping gesperrt. Ich finde trotzdem ein schönes Plätzchen. Ist ja auch erst Mittag. Später wird es sicherlich voller.

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Fat Freddy's Drop in Tauranga

Heute ist mein erstes musikalisches Highlight hier: Fat Freddy's Drop. Die hatte ich mit meiner Tochter im August in der Zitadelle Spandau in Berlin gesehen. Salmonella Dub mit Tiki Tane ist auch dabei. Die hatten mir Silvester vor einem Jahr versüßt. Ich freue mich riesig! 

Aber erst mal losfahren. 1 Stunde bis Tauranga. Kurzer Stop in Waihi und Blick in das unseelige, riesige Loch gleich neben der Stadt. Nach einem Erdrutsch ist die Goldmine glücklicherweise stillgelegt. 

Am Strand von Mt. Maunganui bis zum Konzert chillen, ein Steak auf den kostenlosen öffentlichen Grill packen (diesmal lasse ich es mir auch nicht von den frechen Möwen klauen! ) und vielleicht noch mal in die 21 Grad warmen Fluten springen? Ach ne, ich bin ja in 3 Wochen wieder hier und dann länger. 

Nach einer Woche in Neuseeland bin ich glaube ich nun auch endlich richtig angekommen. Jetl70eg, die Erkältung und Sorgen mit dem Auto hatten das bisher noch nicht zugelassen. Meat Loaf mit seinem Bombastrock hat dazu wesentlich beigetragen. Vielleicht hat er oder mein lautes  Mitgröhlen während der Fahrt auch Mäuschen vertrieben? Meat Loaf muss man einfach voll aufdrehen! Und es ist ja auch keiner da, der sich daran stört.

Um 15 Uhr gehe ich in den Park, wo das Konzert stattfindet. Vorher noch Vorglühen mit 2 Flaschen Krombacher, was man hier natürlich teurer als zu Hause, aber billiger als das günstigste trinkbare neuseeländische Bier bekommt. Drinnen lege ich mich in den Schatten auf die Wiese. Vor der Bühne in der Sonne ist es noch leer ...

Ich liebe Neuseeland! Einerseits hat man hier unendliche Freiheiten, solange man nicht die eines anderen einschränkt. Und trotzdem passt einer auf den anderen auf. Man bekommt immer Hilfe, wenn man sie braucht. Hier beim Konzert gibt es z.B. kostenloses Wasser für alle und gerade sind ein paar Leute rumgelaufen , die Sonnencreme for free verteilt haben. Wahrscheinlich würden sie dich auch noch einreiben! Unvorstellbar in Deutschland! 

 

 

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Miranda Hot Springs

Die Sonne weckt mich um 7.

Kurz nach 9 liege ich im warmen Wasser der Miranda Hot Pools. Es ist sehr windig und auch wieder bewölkt. Da macht es Sinn. Vielleicht werde ich auch so endlich meine Erkältung los! Nach fast 3 Stunden steige ich tiefenentspannt aus der Badewanne. Fahre weiter Richtung Karangahake Schlucht. Doch wieder leuchtet eine Warnlampe. Diesmal eine gelbe, die ich nicht kenne. Also im nächsten Ort wieder in eine Werkstatt! 

Einen Kaffee trinken gehen und nach einer halben Stunde die bange Frage in der Werkstatt: Was ist jetzt wieder los?  Es ist wohl ein Sensor der Motorelektronik. Man kann damit weiterfahren, in dem kleinen Ort hier hätten sie sowieso nicht das passende Ersatzteil. Die unglaublich nette Frau hinterm Tresen macht mir auch gleich einen Termin bei Toyota in Taupo, wo ich nächste Woche lang komme.

Jetzt geht es erst mal zum Campingplatz Dickey's Flat. Der ist ziemlich voll. Auch viele Tagesgäste, die im Fluss baden. Ich hatte ja heute schon mein ausgiebiges Bad! Dies ist hier einer der magischen Plätze in Neuseeland, wo ich mich besonders wohl fühle und immer wieder gern her komme. Hier fand auch immer ein kleines Musikfestival statt, an das ich gute Erinnerungen habe. Vor 2 Jahren ging es leider im wahrsten Sinne des Wortes nach starken Regenfällen  "den Bach runter" und wird seit dem nicht mehr veranstaltet. Jammerschade! 

Ich laufe 1 Stunde am Fluss entlang bis zu den alten Bergwerken. Hier wurde nach Gold gegraben. Die hohen Goldpreise heute haben die Gier einiger wieder geweckt. Und so gibt es Pläne diese wunderschöne Natur hier platt zu machen. Dagegen regt sich Widerstand: Protect Karangahake. Meine Unterstützung habt ihr!!!

Leider vergesse ich eine Taschenlampe. 200m geht es durch einen dunklen Schacht,der auch noch unter Wasser steht. So muss das Handy leuchten, was wieder 10% Ladung kostet. Das Aufladen ist ein kleines Problem, dauert ewig lang über die Autobatterie und ich habe immer noch Angst, sie wieder leer zu machen. 

Zum Abendbrot gibt es die obligatorischen Instantnudeln und danach selbstgepflückte Erdbeeren. Die hatte ich am Donnerstag auf dem Weg zu den Tölpeln auf einer Plantage geerntet. Für 5 Euro Eintritt konnte man so viel essen, wie man schafft und noch 1 kg mitnehmen. Mit Bauchschmerzen habe ich das Feld verlassen ...

Und dann sind da wieder die blöden Sandflies! Also verziehe ich mich ins Auto und lese da weiter  ...

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On the road again!

Um 6 Uhr stehe ich auf, hole mir im Supermarkt etwas zum Frühstück. Um 8 Uhr macht die Werkstatt auf. Aber es tut sich nichts. Ich werde langsam unruhig. Allerdings warten noch 2 andere. Gegen 8.45 kommt dann endlich der, mit dem ich alles abgesprochen habe. Dann gehe ich zu McDonalds, das Handy laden. Im TV läuft das Video "How Far I'll go" aus Moana/Vaiana gesungen von Alessia Cara ...

Früher als erwartet kommt um 11 Uhr der ersehnte Anruf: Das Auto ist fertig! Kostet mich eine Stange Geld, erst die neue Batterie, das Abschleppen und jetzt auch noch eine neue Lichtmaschiene. Noch traue ich dem Frieden nicht. War das alles? Kann ich endlich sorgenfrei losfahren?Argwöhnisch beobachte ich die Anzeigen. Kommt wieder eine rote Lampe?

Dann fahre ich zum Muriwai Beach nordwestlich von Auckland. Hier leben wie am Cape Kidneppers bei Napier ganz besondere Vögel auf Felsplateaus: gannets oder auf deutsch: Basstölpel. Nur hier kann man sie viel leichter beobachten, braucht nicht 4 Stunden hinzulaufen. Und das auch nur bei Ebbe an der Küste entlang möglich. Eigentlich benehmen sie sich gar nicht wie "Tölpel". Im Gegenteil, sie starten elegant gegen den Wind vom Meer. Es ist gerade Brutzeit. Fast in jedem Nest liegt ein Ei, ein gerade geschlüptes, nackiges Küken oder schon mit weissen Federflaum bedecktes, oder einige sogar mit richtigen Federn. Die sind dann wohl auch bald zum Abflug bereit. Und natürlich ein Elternteil, der andere schafft Nahrung ran. Wie bei den Menschen halt auch. 

Nachdem die jungen Vögel fliegen können, machen sie sich auf die 2000 km lange Reise über die Tasmansee nach Australien. Dort bleiben sie ein paar Jahre, bis sie wieder zurück nach Neuseeland kommen. Diese Reise werden sie nie wieder in ihrem Leben machen. Eher warten sie hier ein paar Jahre, bis ein Fleckchen auf dem Plateau mit Meerblick frei wird. Dann suchen sie sich einen Partner, mit dem sie Jahr für Jahr am gleichen schmutzigen Plätzchen jeweils ein Junges großziehen. Eigentlich machen es die jungen Neuseeländer genauso: das heißt dann "Überseeerfahrung". Oder "Work and Travel", wie bei meinen beiden Mädchen. 

Dann fahre ich noch nach Takapuna. Hier hatte Frank Sargeson gelebt, der meiner neuseeländischen "Nicht-Maori" -Lieblingsschriftstellerin, Janet Frame, Unterschlupf und Förderung gegeben hatte. Man kann das Grundstück betreten, das Gras ist auch gemäht, aber sonst enttäuschend. Janets Hütte ist ja auch sowieso nicht mehr da.

Dann fahre ich Richtung Süden über die Harbour Bridge (der Anblick der Skyline von Auckland ist wieder umwerfend!) auf der Autobahn durch die Stadt bis an den Firth of Thames, einen langen Meeresarm voller Wasservögel. In Kaiaua stelle ich mich auf einen kostenlosen Campingplatz mitten im Dorf.

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Waiheke Island

Ich werde um 6 Uhr wach, mache mir einen Kaffee und packe meinen Rucksack. Es ist bewölkt. Mäuschen hat die Falle nicht angerührt. Ich gehe zur Bahnstation, will zum Hafen fahren. Aber es ist Schienenersatzverkehr. Also mit dem Bus eine Stunde in die City zuckeln. Im Hafen fährt auch gleich eine Fähre nach Waiheke Island. Nach einer halben Stunde bin ich kurz nach 9 Uhr da. Es ist immer noch bewölkt. Ich laufe los.

Waiheke ist bekannt für seine Weingüter und schönen Strände. Mich interessieren letztere, zu zweien will ich wandern. Doch dann reisst der Himmel auf. Der Weg führt zwar auch durch den Busch, aber oft auch an der Straße entlang. Und ich habe Sonnencreme, einen Hut, Sonnenbrille und meine Badehose vergessen! Also gehe ich nur bis zum ersten - dem Palm Beach. Unterwegs kaufe ich mir noch 2 Pies. Ich finde ein wunderschönes, schattiges Plätzchen unter einer Palme. Auch die Badehose ist kein Problem, hier ist FKK erlaubt, was selten in Neuseeland der Fall ist. Und so stürze ich mich erstmals wieder in den Pazifik, der angenehm warm ist. 

Das war ein schöner Strandtag! Mit dem Bus geht es zurück zur Fähre und mit der mit der untergehenden Sonne wieder nach Auckland .

Morgen wird hoffentlich mein Auto repariert und mein Roadtrip kann weitergehen. 

 

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Happy New Year!

Ein Frohes und Gesundes Neues Jahr Euch allen! 

Ich wache kurz nach 8 Uhr auf .Obwohl der Himmel bedeckt ist, wird es warm im Auto. Ich gehe ins Einkaufszentrum zur Morgentoilette. Dann Kaffee und ein Käsebrot. Mäuschen hatte auch Käse zum Frühstück: Käse ist weg, Mäuschen auch ( bzw. irgendwo im Auto) und Falle ist kaputt. Ich bringe sie zurück in den Laden, bekomme sogar zwei bessere dafür gratis. Dann noch im Waschsalon die vom letzten mal eingelagerte Wäsche durchwaschen und dann lege ich mich in einen nahen Park auf die Wiese, picknicke und nicke ein. Nach dem langen Spaziergang gestern ist heute  Faulenzen angesagt. Dann gehe ich noch einkaufen und zu McDonalds, um das Handy zu laden. 

 

 

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Silvester

Ich bleibe noch auf dem Campingplatz, will mit dem Aufräumen und Sortieren fertig werden, dann losfahren, Einkaufen und mir um Mitternacht das Feuerwerk vom Skytower in Auckland anschauen. Ich war immer sehr begeistert wenn zur Mittagszeit am Silvestertag in Deutschland in den Nachrichten die Bilder aus Auckland kamen, der ersten Großstadt auf der Welt, die das Neue Jahr begrüsst. So war  der Plan ...

Ich fahre kurz nach Mittag los, nachdem mir ein netter Neuseeländer Starthilfe gegeben hatte, denn die neue Batterie war wieder leer. Ich fahre 2 km und bleibe dann liegen, auf einer schmalen, kurvigen Schotterstrasse. Nichts geht mehr. Also ist die Lichtmaschiene kaputt, die Batterie wurde nicht geladen und der Motor lief über die Batterie, bis diese halt leer war. Also hilft nur noch Abschleppen. Nach einer Stunde Warten werde ich aufgeladen und zu einer Werkstatt in Auckland gebracht. Das Problem ist nur das heute an Silvester nichts mehr passiert und morgen und übermorgen auch Feiertage sind. Viele machen gleich die ganze Woche dicht. Ich habe aber Glück, der Mechaniker schaut sich das Auto an und verspricht, es am Donnerstag zu reparieren. Also 3 Tage Auckland für mich. Zum Glück bin ich in der Stadt, mit Shopping- Center und so. Da gehe ich auch als erstes hin und kaufe eine Mausefalle und Käse ...

Dann laufe ich stundenlang durch die Stadt bis zum Hafen, von wo man einen schönen Blick auf die nächtliche Skyline und vor allem den Skytower hat. Unterwegs hole ich mir noch Fish & Chips. Kein Hochgenuss, aber günstig und sättigend. 

Vom Hafen aus schaue ich mir dann das Feuerwerk an. Zurück geht es dann aber mit dem Bus.

 

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Mäusejagd

Eigentlich wollte ich diesmal erstmals Neuseeland allein bereisen. Nun habe ich doch wieder eine Begleitung ...

Beim Aufräumen gestern hatte ich das Haus des Mäuschens gefunden - in meinem Wanderschuh hatte es sich gemütlich eingerichtet. Dafür waren also die ganzen Papierschnipsel. Aber von dem Bewohner keine Spur - bis ich im Bett lag und einschlafen wollte. Unter mir rennt jemand aufgeregt umher: "Wo ist mein Haus geblieben?" Heute morgen höre ich es dann knabbern. Also werde ich dann morgen eine Mausefalle kaufen! Vielleicht liest Mäuschen ja dies und verschwindet lieber vorher!

Um 8.30 Uhr starte ich zu meiner Wanderung nach Karekare, 2,5 Stunden immer am Strand lang. Ich liebe diese langen Strandspaziergänge. Das Rauschen des Meeres beruhigt so schön. Dabei ist es doch so gefährlich hier ...

Am Strand von Karekare wurde der Film "Das Piano" gedreht. Heute steht hier aber keines rum. Dafür sind hier Rettungsschwimmer im Einsatz, um das Baden sicherer zu machen.  Wären sie doch mal gestern an dem anderen gewesen ...

Zuerst gefällt mir der Strand nicht besonders. Dann laufe ich ein bisschen herum. Er ist doch ganz schön. Der erste Eindruck täuscht halt manchmal. Nach 1,5 Stunden gehe ich wieder zurück. Das war eine schöne Wanderung! 

Zwei Schwaben borgen sich zwei Eier von mir. So komme ich noch zu zwei leckeren schwäbischen Kartoffelpuffern zum Abendbrot. 

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Erdbeeren zum Abendbrot

Der Campingplatz in Whatipu ist wunderschön in einem grünen Tal nicht weit vom Meer gelegen. Für 4,50 Euro pro Nacht hat man eine Komposttoilette, eine kalte Dusche und wunderschöne Natur. Die halbe Wiese ist zwar etwas matschig, aber ich finde ein schönes trockenes Plätzchen. Dann räume ich das Auto weiter auf, denn ich will ja heute die erste Nacht drin schlafen. Zum Abendbrot gibt es 1 kg leckere Erdbeeren. Die werden jetzt überall hier geerntet. Und mit 3 Euro direkt vom Hofladen auch günstig. Sonst sind Lebensmittel, auch Obst und Gemüse hier sehr teuer, aber direkt an der Straße recht günstig.

Um 18 Uhr lege ich mich schlafen. Nur als Sabrina aus Rudow in Berlin kommt, um die Zeltplatzgebühr zu kassieren, werde ich gegen 20 Uhr noch mal wach. Und dann kann ich endlich wieder mal eine ganze Nacht durchschlafen. Ich werde erst zum Sonnenaufgang gegen 6 Uhr wach. Ich mache einen schönen Spaziergang zum Strand, mit mir viele Angler, die auf einen großen Fang aus sind. Das Wasser lockt mit 21 Grad zum Schwimmen. Meine etwas angeschlagene Gesundheit hält mich davon ab, das ich gleich reinspringe. Ist auch besser so, wie später ein sehr trauriges Ereignis mir wieder einmal vor Augen führt, wie wertvoll Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann. 

Zurück frühstücke ich (Nachdem ich ewig lang das Brot gesucht habe! Ich glaube ich muss noch etwas an meiner Ordnung arbeiten.)

Zwei Mädchen nebenan geben mir den Tip, auf einen nahen Berg zu wandern. Sie studieren übrigens Tiermedizin in Hannover und machen hier ein Praktikum. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Blick über das weite Tal und das Meer. Am Strand erfrischen sich Zwei in den Fluten. Eigentlich soll man hier nicht Schwimmen gehen. Es sind die gefährlichsten Strände Neuseelands. Sie kosten jedes Jahr einigen das Leben. Gefährliche Strömungen ziehen dich hinaus in die Tasmanische See - nächster Stop: Australien. Aber die beiden werden ja hoffentlich im flachen Wasser bleiben? 

Als ich wieder unten bei meinem Auto bin kreist ein Rettungshubschrauber über dem Wasser, sucht jemanden. Das geht noch lange so. In den Nachrichten bringen sie, das ein Jugendlicher vermisst wird, ein Mädchen konnte sich an den Strand retten. Hatte ich diese beiden noch kurz vorher gesehen? 

Ich mache noch eine kleine Wanderung zu ein paar Höhlen in der Nähe. Eine Erkundung verhindert, das sie unter Wasser stehen. 

Zurück gibt es Tee und Marmeladenbrot. Dann mache ich weiter Ordnung im Auto.

 

 

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Schlaflose Nächte

 

Dachte ich zumindest!

Ich hatte ganz vergessen was Mücken sind.

Gegen Mitternacht kommt ein Inder ins Zimmer, legt sich ins Bett und steht nach einer Stunde wieder auf. Habe ich etwa geschnarcht? Dann kommt er aber wieder. Um 2 Uhr kommen noch 3 andere, jetzt ist das Zimmer voll. Dann fängt der Inder an zu schnarchen. Ich lege mich in die Küche auf die Couch. Mache aber kein Auge zu. Bald gehen auch die ersten aus den anderen Zimmern zum Flughafen. 

Mit der Dämmerung um halb 6 fange ich an, das Auto sauber zu machen. 9 Monate haben ganz schön Schmutz hinterlassen. Ausserdem waren kleine Nager zu Besuch. Die hatten sich über Papier und die Lebensmittel hergemacht und ihre Ausscheidungen hinterlassen. Ausserdem musste ich im Motorraum ein kleines Nusslager beseitigen, das sich da irgendwer angelegt hatte. Dummerweise direkt auf dem Auspuffansatz, der sehr heiß wird. Hatte auch schon geschmort. 

Dann mache ich mich auf zum Warehouse, um eine neue Batterie zu holen. Heute aber mit dem Bus. Der Motor springt auch sofort an. Jetzt kann ich zum TÜV! Nachdem ich vorn 2 neue  (gebrauchte) Reifen und Scheibenwischergummis hab drauf machen lassen, habe ich den auch bestanden. Noch die Steuer bezahlen, einkaufen und dann kann mein Roadtrip beginnen! 

Ich fahre 1 Stunde bis nach Whatipu, westlich von Auckland an der Tasmansee. Hier bleibe ich ein paar Tage, werde meine Sachen und mich  sortieren,  hoffentlich meine Erkältung auskurieren und ein paar Wanderungen machen. Die längste wird nach Karekare gehen, wo der Film "Das Piano" gedreht wurde.

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Auf nach Neuseeland!

 

Wieder werde ich sehr früh wach - um 3 Uhr. Noch 2 Stunden wach im Bett liegen, auch um die anderen im Zimmer nicht zu stören. Dann halte ich es aber nicht mehr aus und schleiche mich raus.

... und fange doch noch einmal an, diesen Blog zu schreiben. Das hatte ich schon gestern Abend versucht, war aber 3 mal gescheitert. Alles eingetippte war weg und mit den Bildern klappt es ja auch nicht. Nun also noch ein Versuch...

Ich hole mir etwas zum Frühstück und checke aus. Wieder mit der Bahn zum Flughafen, was fix geht. Einchecken bei LATAM aus Chile, die auf ihrem Weg nach Santiago de Chile einen Stopp in Auckland einlegen und mich da hoffentlich aussteigen lassen ...

Ich war zum ersten mal in Australien - hat mir gut gefallen. Auch wenn mir das Land etwas zu groß ist. Aber kann man ja stückchenweise entdecken. Beim nächsten mal noch mal etwas länger Sydney und Umgebung. 

Nächster Halt: Neuseeland 

Der 2,5stündige Flug verging wie im Flug. Es gab etwas zu Essen und Trinken (lecker Rotwein aus Chile) und Filme. Ich habe mir einen der 2 deutschsprachigen angeschaut: "Der geilste Tag" von und mit Florian David Fitz und Mathias Schweighöfer. Ein sehr bewegendes Thema! Und dabei voller Humor. Unbedingt anschauen! Ich werde ihn mir auch noch mal auf größerem Bildschirm und in Ruhe ohne schreiende Kinder um mich herum ansehen. 

Einreise nach Neuseeland ging fix. Seitdem der Computer das Visum erteilt und man nur 3 Fragen richtig beantworten muss: Hauen sie nach spätestens drei Monaten wieder ab? Haben sie ein Rückflugticket und sassen sie längere Zeit hinter Gittern? bleibt nur noch die Angst vor der Biosicherheitskontrolle. Ich bringe aber keinen Apfel (auch keinen neuseeländischen) mit und so höre ich nur wieder die Frage nach meinem Beruf und ob ich meine dreckverschmierten Arbeitsschuhe mit habe. Nein! Ich will hier nicht arbeiten! Über die Green Line bin ich ganz schnell draussen und nach 20 Minuten werde ich auch abgeholt und zu meinem Auto gebracht. Das stand wieder 9 Monate auf einem Lagerplatz. Beim letzten mal war die Batterie runter. Und dieses mal auch?

Ich werde nicht enttäuscht! Dabei habe ich noch extra für Batterieservice bezahlt. Aber der Motor sagt keinen Mux. Na wenigstens bekomme ich Starthilfe und schaffe es bis zum nahen Hostel. Hier war ich vor einem Jahr schon mal, allerdings im Doppelzimmer im Hotel, jetzt im 5-Bettzimmer im Rucksackhostel nebenan. Noch ein bisschen den Motor laufen lassen um die Batterie zu laden, aber es hilft nichts - sie ist tot. Ein freundlicher Kiwi gibt mir noch mal Starthilfe, aber nichts tut sich. Also neue Batterie kaufen. Ich laufe 30 Minuten zum Laden, hole mir neben an noch etwas zu Essen und dann nur ein Ladegerät für 20 Euro anstatt einer Batterie für 80. Zurück gleich anschließen, rote Lampe = lädt, grüne Lampe = ist voll, gelbe Lampe = Batterie ist kaputt. Nun ratet mal: Welche Lampe leuchtet? 

Richtig! Ich gehe dann morgen eine neue Batterie kaufen. 

Noch einen Kamilletee gegen die aufkommenden Halsschmerzen und dann gegen 22 Uhr ins Bett. Und ich habe Glück! Ich bin allein im 5-Bettzimmer.

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... von den Blauen Bergen kommen wir...

 

Mein Hostel in Sydney befindet sich am Gleis 1 des Hauptbahnhofs. Teils in Schlafwagen, teils im Bahnhofsgebäude sind die Zimmer recht ordentlich und von der Lage her unschlagbar! 

Ich will früh los, um in die Blue Mountains zu fahren. Da ich nur einen vollen Tag hier habe, will ich erst mal raus in die Natur. Die Stadt kann ich mir ja dann beim nächsten mal anschauen. Jetzt möchte ich erst mal wissen, ob es hier anders aussieht als in Neuseeland, vor allem auch die Tierwelt. 

So früh wollte ich dann aber doch nicht aufstehen! Um 4 Uhr kann ich nicht mehr schlafen. Also raus aus dem Bett, in einem kleinen Laden einen Kaffee und Marschverpflegung kaufen und ab zur Bahn.

Kurz nach 5 Uhr bin ich im Bahnhof.  Doch was ist das? Schienenersatzverkehr! Ich dachte das gibt es nur ständig bei der Berliner S-Bahn. Also ab in den Bus und eine morgendliche Stadtrundfahrt durch die Häuserschluchten, über die Harbour Bridge, an der berühmten Oper vorbei. Nach 1 Stunde Busfahrt dann in den Zug und kurz vor 8 Uhr bin ich endlich in Katoomba, dem Tor zum Nationalpark. So früh habe ich den dann auch fast für mich allein.

6 Stunden wandere ich durch dichte Eukalyptuswälder. Nach dem langen Flug genau das richtige für meine trägen Beine! Die Vegetation gleicht der in Neuseeland. Auch dort wachsen die Eukalyptusbäume, auch hier Regenwald mit Farnen. Die Vögel sehen aber anders aus: Papageien, Kakadus und am Boden wilde Pfaue.

Es wird immer wärmer. Gut, das ich immer wieder an kühlen Wasserfällen vorbei komme. Um die 28 Grad im Schatten, in den nächsten Tagen soll es hier über 30 hinaus gehen. Da freue ich mich doch direkt auf die 25 Grad in Neuseeland, wo auch der Sommer angekommen ist. 

Auf jeden Fall komme ich hierher zurück! Es gibt noch soviel zu entdecken. Und die zweistündige Zugfahrt (wenn kein Ersatzverkehr ist) ist mit 3,70 Euro pro Strecke unschlagbar günstig! (Im Gegensatz zu den 10 Euro für 10 Minuten vom Flughafen in die Stadt). Nur um Kängurus und Koalas zu sehen, muss ich dann doch wohl in den Zoo. Mein Rundweg endet in Leura, wo ich nach einer Stärkung wieder in den Zug steige.

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Das Abenteuer geht weiter!

24./25.12.18

Nun bin ich schon zum 5. Mal auf dem Weg nach Neuseeland , wieder für 3 Monate, also den ganzen deutschen Winter bzw. neuseeländischen Sommer. 

Zweimal hatte ich hier schon einen Blog geschrieben , eigentlich wollte ich diesmal keinen schreiben. Nun aber doch. Für mich als Tagebuch, für meine Leute zu Hause und vielleicht für andere, die hier zufällig reinschauen. Leider wird es diesmal keine Bilder geben, da das mit dem Smartphone nicht funktioniert, auslandsblog.de keine eigene App hat und ich mit anderen nicht klarkomme. 

Also ging es am 24.12.2018 mit Scoot von Berlin- Tegel in 11 Stunden nach Singapur und 2 Stunden später noch mal 7 Stunden nach Sydney, wo ich jetzt bin. Wider erwarten waren die langen Flüge mit dem Billigflieger auch nicht schlimmer als mit einer renommierten Airline. Es gab zwar keinen Monitor vor mir und auch nichts zu Essen und Trinken inclusive, aber die Sitze waren genau so bequem bzw. unbequem nach 11 Stunden Flug. Ein gutes Buch hat die Langeweile vertrieben und auf dem zweiten Flug konnte ich sogar etwas schlafen. 

So kam ich am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages (Ortszeit)  erstaunlich fit in Australien an. Mit dem Zug ging es in die Stadt und die Nacht habe ich im Bahnhof geschlafen...

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