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Das Abenteuer geht weiter!

Kein Blut-, nur Vollmond

Wir wurden nicht ausgeraubt! Alles ruhig geblieben über Nacht. Nur der Regen prasselt aufs Autodach. Ich werde schon um 5 Uhr wach, lese ein bisschen. Mit einem Kaffee fahre ich los nach Whanganui. Dort klettere ich auf einen Aussichtsturm, wo der Sturm oben noch heftiger ist. Da der Turm aber den Erdbebentest bestanden hat, habe ich (fast) keine Angst, das er umgeweht wird. Von hier oben hat man einen weiten Blick über die Stadt bis zum Meer. Auf dem Fluss liegt ein alter Schaufelraddampfer. Die sind früher weit den Whanganui Fluss hochgefahren. Mit meiner Tochter bin ich ihn schon mal 4 Tage lang runter gepaddelt. Heute will ich die neben ihm verlaufende kleine Straße 80 Kilometer hoch fahren.

Am ersten schönen Aussichtspunkt mache ich Frühstück. Hinter mir kommen 10 einhundert Jahre alte Oldtimer an. Ich werde ihnen noch ein paar mal begegnen. Die Gegend wird immer verlassener. Die Dörfer heissen Athen und Jerusalem. Bei erstem mache ich eine 1,5 stündige Wanderung. Dann fängt es an zu nieseln. Daraus wird Regen. In Jerusalem schaue ich mir eine Kirche an. Der Regen verhindert weitere Aktivitäten. So sehe ich zu, das ich zügig nach Taupo komme.

Auf Reid's Farm bekomme ich keinen guten Platz mehr. Egal. Ich laufe zu den Huka Wasserfällen, von da zum heissen Bach, hüpfe kurz rein und über die Stadt wieder zurück. Sind auch über 3 Stunden geworden, es ist dunkel geworden, nur der Vollmond scheint ...

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Wieder auf dem Surf Highway

Leider wird der Regen noch viel stärker und hält auch die ganze Nacht an. Aber da liege ich schon schlafend in meinem Auto. Am nächsten Morgen werde ich früh wach, Kaffee, Duschen und dann fahre ich auch schon los. Vorbei an den letzten Partymachern, die schon wieder (oder immer noch ?) feiern oder sich auf Strohballen entlang der Straße zur Nachtruhe begeben haben. Tschüss Whangamomona. Es war schön! 

Über Stratford fahre ich wieder ans Meer nach Hawera. Hier hatte ich meine Reise auf dem Surf Highway wegen schlechten Wetters abgebrochen. Heute soll es weitergehen. Das Wetter ist besser. Die Sonne scheint. Es weht allerdings ein stürmischer Wind. Am Meer will ich am Strand entlang laufen. Das geht aber nur bei Ebbe. Und die ist erst heute Nachmittag. Also fahre ich in die Stadt, ein bisschen Einkaufen und dann wieder Richtung Meer. In der Nähe einer großen Molkerei schaue ich mir ein Wiederaufforstungsprojekt an. Ehemaliges Farmland wurde von Kindern aus umliegenden Schulen und anderen Initiativen renaturiert. Sehr interessant. Zurück am anderen Strand haue ich mir ein Kotelett in die Pfanne. Dazu wieder Bratkartoffeln und fertig ist das Mittagessen. So gestärkt und 2,5 Stunden vor Ebbe breche ich zu meiner Strandwanderung auf. Eine gute Stunde gegen den Wind und dann wieder zurück. Unterwegs sehr interessante fossile Überbleibsel: versteinerte Muscheln und Baumstämme. Und die Kraft des Windes und des  Meeres, die an den Klippen nagen. Und der starke Wind wird zum Sturm  ...

Ich fahre zu meinem heutigen Ziel und Schlafplatz: Mana Beach in Patea direkt am Fluss, der dort ins Meer mündet. Zunächst fühle ich mich da gar nicht wohl. Kommentare im Internet sprechen davon, das dieser Platz nicht sicher ist, es nachts zu Überfällen kommt. Ich will schon wieder weiterfahren, überlege es mir dann aber doch anders. Nachdem ich ein paar andere Camper gefragt habe sind wir uns einig, das es schon gut gehen wird, wenn wir mehrere sind ...

Ich laufe eine halbe Stunde am Fluss entlang bis zur Stadt und zurück. Unterwegs einige historische Stätten. Wieder am Auto Abendbrot: Bauernsalat mit Feta. Dann geht die Sonne unter und ich renne hoch auf einen Hügel am Meer. Der Sturm fegt mich fast weg. Am Strand treibt er Meerschaum über den Sand. So etwas habe ich noch nie gesehen! Das Wasser peitscht spritzend gegen die Klippen. Und dann geht die Sonne glühend im Südwesten in der Tasmansee unter. In Deutschland ist die gleiche Sonne gerade aufgegangen. Und im Nordosten steigt hell leuchtend ein großer fetter (fast Voll-) Mond am Himmel auf ...

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30. Jahrestag der Republik

Gestern Abend war schon mal Vorglühen für den grossen Tag angesagt. Im Pub gab es Livemusik. Heute geht dann richtig die Post ab. Das Dorf Whangamomona mit 10 Einwohnern feiert! Alle 2 Jahre ist das so. Um 10 Uhr geht's los. Schafscheren,Possumheuten,Hundedressur,Wettrennen der Schafe, Gummistiefelweitwurf und vieles mehr werden den ganzen Tag veranstaltet. Und als Höhepunkt natürlich die Wahl des neuen Präsidenten. Ich kann es vorweg nehmen: es ist der alte - John. Zur Wahl standen noch 3 andere Personen,  ein großer Teddybär, ein Kakadu und ein Schaf ...

Abends fährt dann ein großer Laster vor, von dessen Anhänger als Bühne eine Band spielt und alle auf der Straße tanzen. Leider fängt es dann auch ein bisschen an zu regnen.

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Ab in den Dschungel!

Obligatorisches Bad im heissen Bach, dort Bekanntschaft mit Elke, Christiane (ist zur Hochzeit ihrer Tochter hier) , Anja (lebt hier)  und noch zwei Deutschen die hier leben.

Dann Brot, Motoröl, 2 CD's von Simon & Garfunkel kaufen, tanken und frühstücken. Der Motor bekommt zum Frühstück Öl. Dann fahre ich los. Nach 1 Stunde endlich mein erster Anhalter! Leider steigt er nach 1 Minute wieder aus ...

Er will geradeaus nach Wellington, ich an der nächsten Kreuzung nach rechts auf den Forgotten World Highway. Schade! 

1 Stunde später will ich eine kleine Wanderung durch den Wald machen. Leider ist der Weg gesperrt wegen Brückenschäden. Das stört mich nicht, ich kann ja schwimmen.

Die fehlende Brücke über den Bach ist aber nicht das Problem, ich kann durch's Wasser waten. Aber dann liegen dicke Bäume quer über den Weg, die ich durch den dichten Dschungel umgehen muss. Beim letzten wird es dann gefährlich!

In einem tiefen  Tal muss ich unter den umgestürzten Bäumen durchkrabbeln. Hoffentlich brechen sie nicht jetzt gerade zusammen! Aber wenn es halt passieren soll, dann passiert es halt.

Aber dann hätte ich nicht zwei ausgesprochen reizende Holländer kennengelernt, Vicky (?) und Martyn. Wir suchen einen alten Strassentunnel, finden ihn aber nicht. Na vielleicht sehen wir uns ja nachher noch in der Republik Whangamomona, wohin ich weiterfahre. Ich verlasse Neuseeland und reise ein. 

 Meine Befürchtung, keinen Platz mehr auf dem kleinen Campingplatz zu bekommen erweisen sich als unbegründet. Der eigentliche Platz ist zwar ausgebucht, aber auf einer großen Weide findet sich für 6 Euro pro Nacht ein Platz. Dann gehe ich erst mal in den Pub und zische mein erstes Bier. Der Staub von den 10 Kilometern Schotterstrasse muss erst mal runtergespült werden. Und wer wäscht das Auto? Es sieht nämlich nicht nach Regen aus. 

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... und immer noch Taupo

Diese Stadt lässt mich nicht los!

Und das liegt neben der umwerfenden Natur, dem heissen Wasser und Lake Taupo mit grandiosem Bergpanorama des Tongariro Nationalparks vor allem an den Menschen, die ich hier treffe. Wieder um 7 Uhr im Bach, 2 Stunden später zurück auf Reid's Farm sind Robert und Harry auch wach. Ich gehe runter zum Fluss, um Wasser zum Abwaschen zu holen. Da sitzt Charles aus England  (nicht der Prinz!).Wir unterhalten uns länger. Auch meine neue Solardusche fülle ich wieder und lege sie diesmal in Sichtweite in die pralle Sonne, die den ganzen Tag bei 27 Grad von einem strahlend blauen Himmel scheint. Endlich wieder Sommer! 

Ich verbringe den ganzen Tag auf der Farm. Dann fange ich an, Bratkartoffeln zum Abendbrot zu machen. Und dann kommen Robert und Harry und bringen mir eine frisch gefangene Forelle! Welch eine Freude! Auf den Tisch kommt heute also Fisch! Leider wollen die beiden noch weiter fahren und verpassen so meine weltbesten Bratkartoffeln. Danke und Alles Gute Euch beiden! Wir sehen uns in Berlin, lasst von Euch hören! 

Nach dem Essen bin ich proppevoll, Bratkartoffeln bleiben für morgen übrig. 

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Tschüss Regen

Ich stehe um 6 Uhr auf und sitze um 7 Uhr im heissen Wasser. Zurück frühstücke ich und dann treffe ich Harry aus Moabit und Robert aus Friedrichshain. Mit denen quatsche ich den ganzen Tag. Zusammen kochen wir uns dann was zu Essen - meine 4 Maiskolben, ihr Steak, Tomatensalat und geröstetes Brot. Lecker!

Abends fahren wir dann nochmal zusammen zum heissen Bach. Jetzt bin ich müde. 

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Wieder in Taupo

Irgendwie ist Taupo diesmal wieder der Mittelpunkt meiner Reise auf der Nordinsel. Ich komme immer wieder hierher zurück, manchmal geplant, manchmal spontan und zufällig. Hier habe ich einfach gute Gefühle.

Vor Sonnenaufgang fahre ich im Regen los. 1 Stunde bis Taupo. Noch nicht viel los auf der Straße, nur einige Monstertrucks kommen mir auf dem Highway Nr.1 entgegen. Kurz vor meinem Ziel zeigt sich dann sogar kurz die aufgehende Sonne. Am Lake Taupo mache ich mir einen Kaffee. Dann zum heissen Bach. Kühler Regen von oben und warmes Wasser untenrum - Perfekt! 

Und dann treffe ich Larissa und Torsten aus der Stuttgarter Gegend. Sie hat in Australien studiert, er ist Bäcker. Endlich mal ein handwerklich tätiger Mensch! Zwei sehr nette Menschen! Interessant mit ihnen zu sprechen. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder, die beiden hat glaube ich auch das Neuseeland- Virus erwischt. Auf jeden Fall: Gute Reise Euch Beiden! 

Ich schicke dann liebe Geburtstagsgrüße nach Hause und fahre wieder auf Reid's Farm. Hier ist am Mittag noch nicht viel los oder liegt es am Regen? Jedenfalls finde ich ganz hinten wieder ein schönes ruhiges Eckchen, wo ich es mir gemütlich mache. Zum Mittag gibt es Maiskolben und Erdbeeren, zum Abendbrot eine große Schüssel Tomatensalat. Zwischendurch regnet es immer wieder auch heftiger und länger. Und dann scheint wieder die Sonne, das man am liebsten alles ausziehen möchte...

Mache ich aber nicht, im Gegenteil, ich suche doch tatsächlich meine dicken Strümpfe heraus. 3 Stunden im heissen Bach und dann der Regen - sonst wachsen mir noch Schwimmhäute zwischen den Zehen. Ausserdem spanne ich mir eine Plane in die Bäume mit Blick vom Balkon auf den Waikato River, worunter ich bei allzu heftigen Regen verkriechen kann. 

 

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Regen im Paradies

Der Sommer macht eine kurze Pause. Die Wolken, die mir den schönen Sonnenuntergang vermasselt haben sind von der Tasmansee hierher gezogen und haben sich die ganze Nacht über mir ausgeheult. Was kann ich denn dafür? Aber bisher hatte ich ja schönstes Sommerwetter. Und für die Natur ist es gut. Die grünen Wiesen haben schon einen deutlichen Trend zum gelblich-braunen.

Ich schaffe zwei kurze Spaziergänge bevor ich frühstücke und es wieder anfängt zu regnen. Einer führt mich zu einer Anhöhe, wo früher ein Pa - eine befestigte Wehranlage der Maori stand. Wie immer enttäuschend - nicht viel zu sehen. Ok, diese Anlagen waren ja aus Holz und von Pfählen umgeben, die schon lange verrottet sind. Trotzdem sind historische Anlagen der europäischen Siedler meist immer gut gepflegt. Das hier ist sehr heruntergekommen  - hohes Gras und vergilbte Tafeln mit Erläuterungen. 

Ich fahre noch bis Hawera, hole mir etwas zum Mittag und 6! Maiskolben  (war im Angebot ,hihi, dann weiß ich auch was ich die nächsten Tage esse) und  entscheide mich,  vor dem schlechten Wetter zu fliehen und fahre zurück nach Taupo.  Sind ja NUR 300 km, 4 Stunden.  Dort will ich in den heissen Quellen auf besseres Wetter warten  ...

Unterwegs kann ich nicht anders als an der Straße noch mal Tomaten und Gurken mitzunehmen und kurz vor Whangarei auf einer Farm 1 kg leckere Erdbeeren. Hier gönne ich mir dann auch endlich das köstliche Real Fruit Eis, natürlich auch mit frischen Erdbeeren. Bisher hatte ich immer Angst das meine Halsschmerzen zurück kommen. Aber das ist jetzt überstanden. War echt hartnäckig. In Whangarei hole ich mir für 5 Euro dann auch wieder eine Solardusche. Muss nur noch die Sonne scheinen!

Unterwegs regnet es dann auch immer wieder mal mehr mal weniger. Zum  Schluss in den Bergen eher mehr. So fahre ich 1 Stunde vor Taupo auf einen schwer zu findenden Campingplatz versteckt im Wald. Der Platz in Taupo ist jetzt auch schon voll. Hier ist genug Platz. Es regnet weiter. Also dann nur schnell Abendbrot, noch etwas lesen und Gute Nacht! 

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Auf dem Surf Highway

Um 7 Uhr stehe ich auf und fahre auch gleich los. Ich will den Taranaki an der Küste entlang umrunden. Ein paar Kilometer weiter an einem schönen Strand gibt es Kaffee. Dann fahre ich hoch in den Regenwald und laufe 1,5 Stunden durch den dunklen Dschungel. Gleich zu Beginn erschrecke ich mich vor einem kreischenden Vogel. Oder er sich vor mir? Sein Schrei geht mir bis ins Marck. So früh bin ich hier ganz allein unterwegs. Und allzu viele Vögel gibt es nicht. Bevor Menschen nach Neuseeland kamen muss es hier anders geklungen haben. Es gab keine Säugetiere wie Wiesel, Marder und Possums, die den Vögeln nachstellen. 

Zurück haue ich mir 3 Eier in die Pfanne. Dann gibt es noch Aprikosenjoghourt mit frischen Aprikosen. Die sind jetzt hier reif und somit günstig. Ansonsten sind Lebensmittel generell teurer als zu Hause.  Nur bei den zahlreichen Sonderangeboten kommen die Preise an unser niedriges Niveau heran. Oder halt an der Straße. 

Dann will ich mir ein altes Schiffswrack anschauen,  das seit über 100 Jahren am Strand verrostet. Ich verpasse die direkte Zufahrtsstrasse und laufe so am Strand entlang 1 Stunde hin. Viel ist nicht mehr übrig. Zurück geht es schneller, denn ich nutze in dem weichen Sand meine alten Spuren. Manchmal ist es gar nicht so schlecht, ausgetretene Pfade zu gehen. Manchmal will man aber auch neue Wege beschreiten. 

Dann kommt ein Verkaufsstand an der Straße, den ich zu spät sehe. Ich drehe um. Genau jetzt prasselt ein mächtiger Schauer nieder. Ich hole fix Tomaten und Paprika und werde schön nass. Als nächstes will ich zu einem Leuchtturm fahren, biege aber zu früh Richtung Küste ab. Ich werde es aber nicht bereuen. Denn als ich aus dem Auto aussteige und in Richtung Leuchtturm laufe komme ich an einen kleinen Fluss, den ich überqueren muss. Dort begrüsst mich eine ausgesprochen hübsche junge Frau freudig. Sie ist Halb - Holländerin und hat auch Maori- Vorfahren. Später stellt sich heraus, sie dachte ich wäre ein Anwohner, der schauen will, was sie da macht. Sie ist dabei, den Fluss von Algen zu säubern, die hier Dank der Nährstoffe von den umliegenden Weiden wuchern. Wir unterhalten uns kurz und ich mache mich dann auf den kurzen Weg zum Leuchtturm. Nicht ohne eine Einladung zu ein paar Marshmallows aus dem Lagerfeuer von ihr zu bekommen.

 Der Leuchtturm ist ganz nett anzuschauen. Interessanter ist die Information, das vor 380 Jahren der erste Europäer  - der Holländer Abel Tasman  hier an der Küste entlang gesegelt ist. Ohne allerdings an Land zu gehen. Die Maori hatten das schon ein paar hundert Jahre früher gemacht.

Als ich zurück komme sitzen ihre beiden Kinder und ihr Mann schon am Feuer. Ich setze mich dazu und bekomme Marshmallows und eine gute Unterhaltung. Dann fahre ich zu meinem Ziel für heute: Opunake. Direkt am rauschenden Meer steht nur noch ein Kölner neben mir, der 6 Monate Work and Travel macht. Ich laufe noch an der Küste entlang und zu einem See bevor ich wieder am Meer auf einen schönen Sonnenuntergang warte. Leider wird daraus nichts, da es in diese Richtung stark bewölkt ist 

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3 Schwestern - Die Zweite

Ich schaffe es heute, mit dem Wecker um 5.30 aufzustehen. Schnell einen Kaffee kochen und los! Die aufgehende Sonne im Blick durch nebelwabernde Täler, aus dem Autoradio singt Andrea Bocelli dazu, und über kurvige Hügel wieder zurück 1 Stunde nach Norden. Die Schafe liegen noch träge auf den grünen Wiesen, nur ein paar Kühe holen sich schon ihr Frühstück von den saftigen Weiden. Ich habe noch keinen Hunger. Angekommen laufe ich nun bei Ebbe bis zum Elephanten, der seinen Rüssel verloren hat. Jetzt ist es nur noch ein riesiger, baumbewachsener Felsblock, der auch irgendwann vom Meer verschlungen wird. Aber vielleicht schafft  der tosende Bildhauer  ja vorher noch das ein oder andere Kunstwerk? 

Dann fahre ich zurück noch zu den Weissen Klippen. Kurz ein Marmeladenbrot zum Frühstück und dann laufe ich an der Küste entlang. Oben auf den Klippen über Farmland zurück. Die Klippen sind gar nicht weiss, eher grau-gelblich. Müssten mal wieder gewaschen werden. Aber vielleicht sieht es anders aus, wenn die Mittagssonne darauf scheint. Jetzt im Schatten ist es noch sehr frisch, gut das ich eine Jacke anhab. Viele Stufen später und in der prallen Sonne möchte ich dann am liebsten alles ausziehen  (was ich dann auch mache ...). Bis ich zwei aus New Plymouth treffe,  mit denen ich mich länger unterhalte.

Jetzt ist der Sommer hier voll in Fahrt. Am Tag kann man gar nicht mehr in der prallen Sonne sein. So verlege ich meine Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden. Mittags sind dann Ausruhen, der Haushalt, Einkaufen usw. angesagt. 

Ich fahre zurück zum Lake Rotomanu, wo ich 3 Nächte war, esse meine gestern gekochte Suppe (die heute noch besser schmeckt) und dusche wieder am Strand. 

Dann fahre ich Einkaufen und Tanken. Benzin ist hier so billig wie in keiner anderen Stadt. Liegt wohl daran, das vor der Küste hier ein großes Gasfeld unter dem Meer angezapft wird und es auch eine große Raffinerie gibt.

Dann gehe ich in den Pukekura Park und leg mich in den Schatten auf die Wiese. Und hier bleibe ich auch bis wieder das Konzert beginnt. Heute zuerst eine Sängerin mit Maori-Hintergrund, dann ein Rapper. Eigentlich wollte ich ja in drn Club gehen, hatte dort schon heute Nachmittag nach dem Dresscode gefragt - kurze Hosen wären ok gewesen. Dann sehe ich aber bei der Bandprobe im Park zu. Die Gitarristin des Rappers hat verdammte Ähnlichkeit mit meiner Tochter  - das Alter, die Haare, das Gesicht, die Statur, wie sie sich bewegt. Kann es das geben? Jeder Mensch ist doch einzigartig. Oder ist es nur ein Wunschbild von mir?  Jedenfalls bleibe ich bis zum Schluss und laufe dann noch 1 Stunde im beleuchteten Park herum bevor ich mich auf der Strasse vor dem Park im Auto schlafen lege. 

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Planänderung

Eigentlich habe ich ja gar keinen Plan, nur grobe Ideen. Und so fahre ich erst mal nicht nach Süden um den Taranaki herum, sondern 1 Stunde Richtung Norden. Die Band von gestern Abend spielt am Samstag noch mal in einem Club in New Plymouth und ich wollte mir auch noch mal die 3 Schwestern anschauen. Das sind Felsen an der Küste, die das Meer freigewaschen hat. Es sind auch nur noch 2, eine hat sich das Meer ganz geholt. Und der riesige Felsen, der wie ein Elephant aussieht. Beim letzten mal hatte er noch seinen Rüssel. Jetzt soll er weggebrochen sein. Alles ist vergänglich. 

Man kann nur bei Ebbe am Strand entlang dahin laufen. So stelle ich mir den Wecker auf 5.30 ....

.... und stehe um 7 Uhr auf. Wird das reichen? Ebbe ist um 8. Kaffee, kein Frühstück, aber Wasserbehälter füllen und schnell mal das Auto waschen. Musste das sein? Na wenigstens weiß ich jetzt wieder, das die Farbe meines Autos Silber ist oder war. Gegen 10 Uhr bin ich da. Zu spät? Ich laufe los. Das Wasser steigt immer mehr an. Kurz vor dem Elephanten kommen mir 2 mit Hunden entgegen. Sie raten mir ab, weiterzugehen. Und so drehe ich um! Vielleicht morgen noch mal, wenn ich es schaffe, früh aufzustehen. 

Eben war es hier noch total wolkenverhangen, sah nach Regen aus und jetzt haben wir strahlend blauen Himmel. Sogar der Taranaki zeigt sich wieder in voller Schönheit. Das Wetter ändert sich hier extrem schnell. Ist halt eine Insel in den Weiten des Pazifischen Ozeans. Gerade weht ein starker Südwind aus der Antarktis. Über dem Meer hat er sich aber schon gut erwärmt. 

Ich fahre zu einem wunderschönen,  auch kostenlosen Campingplatz direkt am Meer und mache mir Mittag. Heute und morgen gibt es Eintopf mit Kartoffeln, Lauch, Möhren, Pastinaken und dem Rest Lammfleisch von gestern.  Hier ist auch wieder eine kalte Dusche am Strand und man kann herrliche Strandspaziergänge machen. Ich liebe es!

 Und der Müll wird ordentlich recycelt,  es gibt sogar eine Biotonne, wo meine Kartoffelschalen etc. reinwandern.

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Festival of Lights - Tag 3

Heute schlafe ich noch länger  - und ich verpasse auch nichts, denn es regnet immer wieder. Als es aufhört und nach dem Morgenkaffee gehe ich wieder meine Runde um den See, diesmal mit Husky und dessen Begleiterin. Das ist hier ein beliebtes Hundeauslaufgebiet. Frühstück fällt heute aus, dafür gibt es ein frühes Mittagessen  - die Reste von gestern. Dann verabschiede ich mich von den Kölnern Ines und Benni, sie fahren heute weiter Richtung Norden, ich morgen nach Süden. Gegen 13 Uhr mache ich mich auf den Weg in die Stadt, schaue mir das Zentrum an, trinke im Museum einen Kaffee und sehe mir 2 Ausstellungen an, eine über die nicht immer ruhmreiche Besiedlung dieser Region hier ab 1840 durch die Engländer. Den Maori wurde einfach das Land weggenommen. Das wirkt bis heute nach. Die andere ist über Illusionen, wie leicht wir uns doch hinters Licht führen lassen. Da fallen mir gleich wieder die Medien ein und ich bin froh, das ich weit weg von alledem bin. Man merkt erst mal wie viele Sachen nur aufgebauscht werden und eigentlich total unwichtig sind. Das heißt ja nicht, das ich mich für nichts um mich herum interessiere. Ich versuche zumindest im Kleinen möglichst alles richtig zu machen, was auch immer das bedeutet. 

Dann laufe  ich noch 3 km bis zum Hafen. Und wieder zurück, schaue mir die Kathedrale an, die ich erst gar nicht finde, da sie so klein ist. Andere Kirchen hier sind markanter. Aber es ist die älteste Kirche aus Stein in Neuseeland .

Dann hole ich mir noch etwas zum Abendbrot und lege mich wieder auf die Wiese im Park. Heute geht hier richtig die Post ab, die Musiker und die Leute sind gut drauf. Danach schaue ich mir noch den erleuchteten Park an, bevor um 23 Uhr die Lichter ausgeknipst werden. Manche mögen es ja kitschig finden, aber mir gefällt es, bin halt der romantische Typ. Besonders gefällt mir eine Brücke,die mit einem Netz von tausenden Lämpchen überspannt ist und wo zu Musik farbenprächtige bewegte Bilder gezaubert werden. Kurz nach Mitternacht bin ich dann wieder bei meinem Auto. 

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Festival of Lights - Tag 2

Heute schlafe ich erst mal aus!

Eben schien noch die Sonne, jetzt ist es bewölkt. Auch der Taranaki verhüllt sich, lässt nur kurz etwas von sich blicken. So wird es den ganzen Tag bleiben,  mal Sonne mal Wolken. Morgen soll es sogar mal regnen, hat es ja bisher auch noch nicht . Ich mache einen schönen Morgenspaziergang um den See. Nach dem Frühstück breche ich am Strand entlang auf 3 km in die andere Richtung. Zurück wird es wieder voll auf dem freien Campingplatz. 2 deutsche Pärchen, mit denen ich mich länger unterhalte. Dann mache ich Mittag, noch die verbliebenen in Rotorua gekochten Kartoffeln mit Speck braten und fertig ist das Festmahl.

Nach einem Kaffee laufe ich los, dusche endlich mal wieder unter einer kalten Dusche am Strand, dann einkaufen und wieder in den Park zum Konzert. Heute gefällt es mir besser. Es ist mehr Stimmung,  zumindest bei der ersten Band. Danach nehmen die Zuschauer reisaus. Ich verstehe eigentlich nicht warum. OK, die erste Band hatte nur Reggae und Funky Hits gecovert,  bei denen alle mitgehen konnten. Und die 3 schon etwas in die Jahre gekommenen Mädels spielen nicht ganz so bekannte Sachen. Und sehen auch nach allgemeinen Maßstäben nicht so umwerfend aus. Ich hasse es aber wenn man Menschen nur nach dem Äußeren beurteilt. Das ist oberflächlich.  Und so bleibe ich als einer der wenigen bis zum Schluss und schaue mir danach noch den beleuchteten Park an. 1 Stunde Rückweg und ich liege kurz nach Mitternacht wieder im Bett. 

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Über den Forgotten World Highway nach Taranaki

Heute breche ich meine Zelte in Taupo ab, aber ich komme noch mindestens einmal hierher zurück! 

Ganz früh springe ich noch mal ins warme Wasser, tanken und um halb 9 geht's los! 200 km bis New Plymouth. Ich komme gut voran. Herrliches Wetter mit freier Sicht auf die Vulkane des Tongariro Nationalparks, der Mt. Ruapehu als höchster - schneebedeckt. Hinter Taumanarui beginnt der Forgotten World Highway, da geht es langsamer vorwärts. 12 km sind auch staubige Schotterpiste. Leider ist mein Auto nicht ganz dicht  - der Staub kriecht durch alle Ritzen in den Innenraum.  Gegen halb 1 verlasse ich Neuseeland  ...

... und reise in die Republik Whangamomona ein. Im Hotelpub bekomme ich mein Visum mit Stempel in den Reisepass und etwas zum Mittag. Am 19. Januar wird hier der Tag der Republik gefeiert. Ich versuche,  dann noch mal herzukommen, zumal ich ein Date mit Helen und Jack aus New Plymouth habe, mit denen ich mich beim Mittag gut unterhalten habe. Dann reise ich wieder nach Neuseeland ein und die Straße wird auch wieder besser. Und dann kann ich endlich mal etwas zurückgeben, was ich selbst schon so viele Male bekommen habe: Starthilfe! An einer der vielen einspurigen Brücken stehen 2 deutsche Jungs und ihr Auto springt nicht an. Mit meiner Hilfe geht es wieder.  Viel Glück Euch beiden!    Nur  mit den Kilometern habe ich mich wohl vertan: es sind 100 mehr, nämlich 300 bis New Plymouth. Bald sehe ich den Taranaki - ein wunderschöner Vulkanberg! Gegen halb 4 bin ich dann endlich da und ergattere einen von nur VIER! Stellplätzen in der ganzen Region hier , auf denen man frei campen darf. Der Platz liegt wunderschön an einem See 3,5 km vom Stadtzentrum entfernt. Die laufe ich dann auch bis zu einem mit vielen Lichtern illuminierten Park, wo abends Konzerte stattfinden.

Und natürlich im Dunkeln auch wieder zurück. Nur die Sterne über mir scheinen. Wo ist der Mond? Morgen muss ich mir unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen! 

 

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Relaxen im warmen Wasser

Ist in meiner Ecke dann doch nicht zu voll geworden, weiter vorne schon .

Hatte meine Solardusche auf einen großen heissen Stein an der Straße gelegt. Schön warmes Wasser zum Abwaschen  von der Sonne erhitzt. Als ich sie holen will ist sie weg. Ich wünsche dem "Finder" viel Freude damit! 

Zum Abendbrot gibt es Zamette, also die in Roturua gekochten Kartoffeln und Eier mit Zwiebeln und Schinken gebraten - lecker! 

Heute früh liege ich zum Sonnenaufgang um 6 Uhr im 40 Grad heissen Wasser eines Baches, der in den 21 Grad kalten Waikato - Fluss mündet. Darin kann man sich dann wieder runterkühlen oder eine Mischtemperatur geniessen. Jetzt am frühen Morgen ist es hier am schönsten: still und aussen kühl. Abends ist es trubeliger - ein beliebter Ort zum Party machen.

Zunächst kommen 2 Amerikanerinnen aus Montana, eine spielt Softball. Dann passiert das Unglaubliche: Rhys Braddock, der Musiker den ich genau hier im heissen Wasser  vor 4 Jahren zum ersten mal getroffen habe, kommt mit seiner Frau und Familie runter. Leider war ich im November nicht auf seinem Konzert in Berlin. Er lebt mit seiner tschechischen Frau in Brünn und besucht hier seine Eltern. Vielleicht treffen wir uns noch mal in 3 Wochen in Tauranga. 

Nach 3 Stunden verlasse ich die Badestelle. Zum Schluss ist mir sogar ein bisschen schummrig geworden  - war es das heisse Wasser oder fehlt mir nur mein Morgenkaffee? Morgen trinke ich lieber vor dem Bad einen! 

Ich fahre zur Werkstatt und sage den Termin für morgen ab. Die Warnlampe leuchtet nicht mehr. Es ist auch kein lebenswichtiges Teil: der Motorklopfsensor. Kann höchstens zu geringerer Motorleistung führen, aber ich fahre ja eh gemütlich durchs Land und das Auto hat schon genug Geld gekostet. 

Dann hole ich mir was zum Frühstück und verbringe einen entspannten Tag auf Reid's Farm  ...

Abends spaziere ich dann noch zu den Huka Falls,  wo der Fluss sich durch eine enge Schlucht zwängt und in die Tiefe stürzt. 3 todesmutige Russen in ihren Kajaks riskieren Kopf und Kragen, kommen aber heil durch. Unglaublich! Ich dachte nicht das dies geht.

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Rotorua und Taupo

Es war ein wunderschöner Abend, auch wenn die ersten beiden Auftritte mich nicht vom Hocker gerissen haben. Aber Salmonella Dub hat ordentlich eingeheizt. Bevor Fat Freddy's Drop loslegt überfliegt glühend ein großer Komet die Bühne und zieht eine noch lange sichtbare Rauchwolke hinter sich her. Unglaublich! So etwas habe ich noch nie gesehen. Wo der wohl herkam aus den unendlichen Weiten des Weltalls?

(Nachtrag: Wie ich später erfahren habe, war es wohl ein russischer Mititärsatellit. Ernüchternd! )

Zum Schluss schwächele ich ein bisschen, bin immer noch angeschlagen.

Mir steht es natürlich nicht zu, neuseeländische Gegebenheiten zu kritisieren, aber eine Sache schlägt mir doch sehr auf den Magen wenn ich an das sonst so gelobte Grüne Image des Landes denke: das ist das Müllproblem! Es gibt an jeder Ecke einen Müllbehälter (wie übrigens auch kostenlose, saubere Toiletten!), aber wie hier Trennung erfolgt ist mir schleierhaft. Pfand auf Flaschen gibt es auch nicht, gar kein Mehrweg. Nun ist das alles in Deutschland auch nicht optimal und man weiß gar nicht ob die ganze Trennerei überhaupt hilft, unsere Erde zu retten. Aber generell weniger Verpackung wäre schon gut. Wenn ich nur an die Einweg - Kaffeebecher denke, die nicht recycelt werden können! Ich versuche wenigstens immer meinen Becher mitzubringen, was durchweg wohlwollend von den Verkäufern angenommen wird. Beim Konzert gestern gab es nur Getränke in Dosen! Und damit war dann auch bald der ganze Rasen gepflastert. Daran hatte ich nicht gedacht, als ich barfuß aufs Konzert gegangen bin! Ist aber nichts passiert, hab nur ab und zu von anderen beim Tanzen was auf die Zehen gekriegt. Und die hatten Schuhe an!

Nach einer ruhigen Nacht an der Straße mache ich mich auf den Weg nach Taupo. In Rotorua halte ich an, um mir in den heissen Quellen mein Mittag zu kochen: Eier und Kartoffeln. Hier blubbert und dampft es überall. Es riecht nach Schwefel.

Und nach einer weiteren Stunde dann endlich wieder Reid's Farm in Taupo! Noch so ein magischer Ort für mich. Hab viele gute Erinnerungen daran. Leider nicht mehr so wie früher. Der schönste Bereich unten wurde für Freedom Camping gesperrt. Ich finde trotzdem ein schönes Plätzchen. Ist ja auch erst Mittag. Später wird es sicherlich voller.

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Fat Freddy's Drop in Tauranga

Heute ist mein erstes musikalisches Highlight hier: Fat Freddy's Drop. Die hatte ich mit meiner Tochter im August in der Zitadelle Spandau in Berlin gesehen. Salmonella Dub mit Tiki Tane ist auch dabei. Die hatten mir Silvester vor einem Jahr versüßt. Ich freue mich riesig! 

Aber erst mal losfahren. 1 Stunde bis Tauranga. Kurzer Stop in Waihi und Blick in das unseelige, riesige Loch gleich neben der Stadt. Nach einem Erdrutsch ist die Goldmine glücklicherweise stillgelegt. 

Am Strand von Mt. Maunganui bis zum Konzert chillen, ein Steak auf den kostenlosen öffentlichen Grill packen (diesmal lasse ich es mir auch nicht von den frechen Möwen klauen! ) und vielleicht noch mal in die 21 Grad warmen Fluten springen? Ach ne, ich bin ja in 3 Wochen wieder hier und dann länger. 

Nach einer Woche in Neuseeland bin ich glaube ich nun auch endlich richtig angekommen. Jetl70eg, die Erkältung und Sorgen mit dem Auto hatten das bisher noch nicht zugelassen. Meat Loaf mit seinem Bombastrock hat dazu wesentlich beigetragen. Vielleicht hat er oder mein lautes  Mitgröhlen während der Fahrt auch Mäuschen vertrieben? Meat Loaf muss man einfach voll aufdrehen! Und es ist ja auch keiner da, der sich daran stört.

Um 15 Uhr gehe ich in den Park, wo das Konzert stattfindet. Vorher noch Vorglühen mit 2 Flaschen Krombacher, was man hier natürlich teurer als zu Hause, aber billiger als das günstigste trinkbare neuseeländische Bier bekommt. Drinnen lege ich mich in den Schatten auf die Wiese. Vor der Bühne in der Sonne ist es noch leer ...

Ich liebe Neuseeland! Einerseits hat man hier unendliche Freiheiten, solange man nicht die eines anderen einschränkt. Und trotzdem passt einer auf den anderen auf. Man bekommt immer Hilfe, wenn man sie braucht. Hier beim Konzert gibt es z.B. kostenloses Wasser für alle und gerade sind ein paar Leute rumgelaufen , die Sonnencreme for free verteilt haben. Wahrscheinlich würden sie dich auch noch einreiben! Unvorstellbar in Deutschland! 

 

 

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Miranda Hot Springs

Die Sonne weckt mich um 7.

Kurz nach 9 liege ich im warmen Wasser der Miranda Hot Pools. Es ist sehr windig und auch wieder bewölkt. Da macht es Sinn. Vielleicht werde ich auch so endlich meine Erkältung los! Nach fast 3 Stunden steige ich tiefenentspannt aus der Badewanne. Fahre weiter Richtung Karangahake Schlucht. Doch wieder leuchtet eine Warnlampe. Diesmal eine gelbe, die ich nicht kenne. Also im nächsten Ort wieder in eine Werkstatt! 

Einen Kaffee trinken gehen und nach einer halben Stunde die bange Frage in der Werkstatt: Was ist jetzt wieder los?  Es ist wohl ein Sensor der Motorelektronik. Man kann damit weiterfahren, in dem kleinen Ort hier hätten sie sowieso nicht das passende Ersatzteil. Die unglaublich nette Frau hinterm Tresen macht mir auch gleich einen Termin bei Toyota in Taupo, wo ich nächste Woche lang komme.

Jetzt geht es erst mal zum Campingplatz Dickey's Flat. Der ist ziemlich voll. Auch viele Tagesgäste, die im Fluss baden. Ich hatte ja heute schon mein ausgiebiges Bad! Dies ist hier einer der magischen Plätze in Neuseeland, wo ich mich besonders wohl fühle und immer wieder gern her komme. Hier fand auch immer ein kleines Musikfestival statt, an das ich gute Erinnerungen habe. Vor 2 Jahren ging es leider im wahrsten Sinne des Wortes nach starken Regenfällen  "den Bach runter" und wird seit dem nicht mehr veranstaltet. Jammerschade! 

Ich laufe 1 Stunde am Fluss entlang bis zu den alten Bergwerken. Hier wurde nach Gold gegraben. Die hohen Goldpreise heute haben die Gier einiger wieder geweckt. Und so gibt es Pläne diese wunderschöne Natur hier platt zu machen. Dagegen regt sich Widerstand: Protect Karangahake. Meine Unterstützung habt ihr!!!

Leider vergesse ich eine Taschenlampe. 200m geht es durch einen dunklen Schacht,der auch noch unter Wasser steht. So muss das Handy leuchten, was wieder 10% Ladung kostet. Das Aufladen ist ein kleines Problem, dauert ewig lang über die Autobatterie und ich habe immer noch Angst, sie wieder leer zu machen. 

Zum Abendbrot gibt es die obligatorischen Instantnudeln und danach selbstgepflückte Erdbeeren. Die hatte ich am Donnerstag auf dem Weg zu den Tölpeln auf einer Plantage geerntet. Für 5 Euro Eintritt konnte man so viel essen, wie man schafft und noch 1 kg mitnehmen. Mit Bauchschmerzen habe ich das Feld verlassen ...

Und dann sind da wieder die blöden Sandflies! Also verziehe ich mich ins Auto und lese da weiter  ...

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On the road again!

Um 6 Uhr stehe ich auf, hole mir im Supermarkt etwas zum Frühstück. Um 8 Uhr macht die Werkstatt auf. Aber es tut sich nichts. Ich werde langsam unruhig. Allerdings warten noch 2 andere. Gegen 8.45 kommt dann endlich der, mit dem ich alles abgesprochen habe. Dann gehe ich zu McDonalds, das Handy laden. Im TV läuft das Video "How Far I'll go" aus Moana/Vaiana gesungen von Alessia Cara ...

Früher als erwartet kommt um 11 Uhr der ersehnte Anruf: Das Auto ist fertig! Kostet mich eine Stange Geld, erst die neue Batterie, das Abschleppen und jetzt auch noch eine neue Lichtmaschiene. Noch traue ich dem Frieden nicht. War das alles? Kann ich endlich sorgenfrei losfahren?Argwöhnisch beobachte ich die Anzeigen. Kommt wieder eine rote Lampe?

Dann fahre ich zum Muriwai Beach nordwestlich von Auckland. Hier leben wie am Cape Kidneppers bei Napier ganz besondere Vögel auf Felsplateaus: gannets oder auf deutsch: Basstölpel. Nur hier kann man sie viel leichter beobachten, braucht nicht 4 Stunden hinzulaufen. Und das auch nur bei Ebbe an der Küste entlang möglich. Eigentlich benehmen sie sich gar nicht wie "Tölpel". Im Gegenteil, sie starten elegant gegen den Wind vom Meer. Es ist gerade Brutzeit. Fast in jedem Nest liegt ein Ei, ein gerade geschlüptes, nackiges Küken oder schon mit weissen Federflaum bedecktes, oder einige sogar mit richtigen Federn. Die sind dann wohl auch bald zum Abflug bereit. Und natürlich ein Elternteil, der andere schafft Nahrung ran. Wie bei den Menschen halt auch. 

Nachdem die jungen Vögel fliegen können, machen sie sich auf die 2000 km lange Reise über die Tasmansee nach Australien. Dort bleiben sie ein paar Jahre, bis sie wieder zurück nach Neuseeland kommen. Diese Reise werden sie nie wieder in ihrem Leben machen. Eher warten sie hier ein paar Jahre, bis ein Fleckchen auf dem Plateau mit Meerblick frei wird. Dann suchen sie sich einen Partner, mit dem sie Jahr für Jahr am gleichen schmutzigen Plätzchen jeweils ein Junges großziehen. Eigentlich machen es die jungen Neuseeländer genauso: das heißt dann "Überseeerfahrung". Oder "Work and Travel", wie bei meinen beiden Mädchen. 

Dann fahre ich noch nach Takapuna. Hier hatte Frank Sargeson gelebt, der meiner neuseeländischen "Nicht-Maori" -Lieblingsschriftstellerin, Janet Frame, Unterschlupf und Förderung gegeben hatte. Man kann das Grundstück betreten, das Gras ist auch gemäht, aber sonst enttäuschend. Janets Hütte ist ja auch sowieso nicht mehr da.

Dann fahre ich Richtung Süden über die Harbour Bridge (der Anblick der Skyline von Auckland ist wieder umwerfend!) auf der Autobahn durch die Stadt bis an den Firth of Thames, einen langen Meeresarm voller Wasservögel. In Kaiaua stelle ich mich auf einen kostenlosen Campingplatz mitten im Dorf.

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Waiheke Island

Ich werde um 6 Uhr wach, mache mir einen Kaffee und packe meinen Rucksack. Es ist bewölkt. Mäuschen hat die Falle nicht angerührt. Ich gehe zur Bahnstation, will zum Hafen fahren. Aber es ist Schienenersatzverkehr. Also mit dem Bus eine Stunde in die City zuckeln. Im Hafen fährt auch gleich eine Fähre nach Waiheke Island. Nach einer halben Stunde bin ich kurz nach 9 Uhr da. Es ist immer noch bewölkt. Ich laufe los.

Waiheke ist bekannt für seine Weingüter und schönen Strände. Mich interessieren letztere, zu zweien will ich wandern. Doch dann reisst der Himmel auf. Der Weg führt zwar auch durch den Busch, aber oft auch an der Straße entlang. Und ich habe Sonnencreme, einen Hut, Sonnenbrille und meine Badehose vergessen! Also gehe ich nur bis zum ersten - dem Palm Beach. Unterwegs kaufe ich mir noch 2 Pies. Ich finde ein wunderschönes, schattiges Plätzchen unter einer Palme. Auch die Badehose ist kein Problem, hier ist FKK erlaubt, was selten in Neuseeland der Fall ist. Und so stürze ich mich erstmals wieder in den Pazifik, der angenehm warm ist. 

Das war ein schöner Strandtag! Mit dem Bus geht es zurück zur Fähre und mit der mit der untergehenden Sonne wieder nach Auckland .

Morgen wird hoffentlich mein Auto repariert und mein Roadtrip kann weitergehen. 

 

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Happy New Year!

Ein Frohes und Gesundes Neues Jahr Euch allen! 

Ich wache kurz nach 8 Uhr auf .Obwohl der Himmel bedeckt ist, wird es warm im Auto. Ich gehe ins Einkaufszentrum zur Morgentoilette. Dann Kaffee und ein Käsebrot. Mäuschen hatte auch Käse zum Frühstück: Käse ist weg, Mäuschen auch ( bzw. irgendwo im Auto) und Falle ist kaputt. Ich bringe sie zurück in den Laden, bekomme sogar zwei bessere dafür gratis. Dann noch im Waschsalon die vom letzten mal eingelagerte Wäsche durchwaschen und dann lege ich mich in einen nahen Park auf die Wiese, picknicke und nicke ein. Nach dem langen Spaziergang gestern ist heute  Faulenzen angesagt. Dann gehe ich noch einkaufen und zu McDonalds, um das Handy zu laden. 

 

 

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Silvester

Ich bleibe noch auf dem Campingplatz, will mit dem Aufräumen und Sortieren fertig werden, dann losfahren, Einkaufen und mir um Mitternacht das Feuerwerk vom Skytower in Auckland anschauen. Ich war immer sehr begeistert wenn zur Mittagszeit am Silvestertag in Deutschland in den Nachrichten die Bilder aus Auckland kamen, der ersten Großstadt auf der Welt, die das Neue Jahr begrüsst. So war  der Plan ...

Ich fahre kurz nach Mittag los, nachdem mir ein netter Neuseeländer Starthilfe gegeben hatte, denn die neue Batterie war wieder leer. Ich fahre 2 km und bleibe dann liegen, auf einer schmalen, kurvigen Schotterstrasse. Nichts geht mehr. Also ist die Lichtmaschiene kaputt, die Batterie wurde nicht geladen und der Motor lief über die Batterie, bis diese halt leer war. Also hilft nur noch Abschleppen. Nach einer Stunde Warten werde ich aufgeladen und zu einer Werkstatt in Auckland gebracht. Das Problem ist nur das heute an Silvester nichts mehr passiert und morgen und übermorgen auch Feiertage sind. Viele machen gleich die ganze Woche dicht. Ich habe aber Glück, der Mechaniker schaut sich das Auto an und verspricht, es am Donnerstag zu reparieren. Also 3 Tage Auckland für mich. Zum Glück bin ich in der Stadt, mit Shopping- Center und so. Da gehe ich auch als erstes hin und kaufe eine Mausefalle und Käse ...

Dann laufe ich stundenlang durch die Stadt bis zum Hafen, von wo man einen schönen Blick auf die nächtliche Skyline und vor allem den Skytower hat. Unterwegs hole ich mir noch Fish & Chips. Kein Hochgenuss, aber günstig und sättigend. 

Vom Hafen aus schaue ich mir dann das Feuerwerk an. Zurück geht es dann aber mit dem Bus.

 

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Mäusejagd

Eigentlich wollte ich diesmal erstmals Neuseeland allein bereisen. Nun habe ich doch wieder eine Begleitung ...

Beim Aufräumen gestern hatte ich das Haus des Mäuschens gefunden - in meinem Wanderschuh hatte es sich gemütlich eingerichtet. Dafür waren also die ganzen Papierschnipsel. Aber von dem Bewohner keine Spur - bis ich im Bett lag und einschlafen wollte. Unter mir rennt jemand aufgeregt umher: "Wo ist mein Haus geblieben?" Heute morgen höre ich es dann knabbern. Also werde ich dann morgen eine Mausefalle kaufen! Vielleicht liest Mäuschen ja dies und verschwindet lieber vorher!

Um 8.30 Uhr starte ich zu meiner Wanderung nach Karekare, 2,5 Stunden immer am Strand lang. Ich liebe diese langen Strandspaziergänge. Das Rauschen des Meeres beruhigt so schön. Dabei ist es doch so gefährlich hier ...

Am Strand von Karekare wurde der Film "Das Piano" gedreht. Heute steht hier aber keines rum. Dafür sind hier Rettungsschwimmer im Einsatz, um das Baden sicherer zu machen.  Wären sie doch mal gestern an dem anderen gewesen ...

Zuerst gefällt mir der Strand nicht besonders. Dann laufe ich ein bisschen herum. Er ist doch ganz schön. Der erste Eindruck täuscht halt manchmal. Nach 1,5 Stunden gehe ich wieder zurück. Das war eine schöne Wanderung! 

Zwei Schwaben borgen sich zwei Eier von mir. So komme ich noch zu zwei leckeren schwäbischen Kartoffelpuffern zum Abendbrot. 

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Erdbeeren zum Abendbrot

Der Campingplatz in Whatipu ist wunderschön in einem grünen Tal nicht weit vom Meer gelegen. Für 4,50 Euro pro Nacht hat man eine Komposttoilette, eine kalte Dusche und wunderschöne Natur. Die halbe Wiese ist zwar etwas matschig, aber ich finde ein schönes trockenes Plätzchen. Dann räume ich das Auto weiter auf, denn ich will ja heute die erste Nacht drin schlafen. Zum Abendbrot gibt es 1 kg leckere Erdbeeren. Die werden jetzt überall hier geerntet. Und mit 3 Euro direkt vom Hofladen auch günstig. Sonst sind Lebensmittel, auch Obst und Gemüse hier sehr teuer, aber direkt an der Straße recht günstig.

Um 18 Uhr lege ich mich schlafen. Nur als Sabrina aus Rudow in Berlin kommt, um die Zeltplatzgebühr zu kassieren, werde ich gegen 20 Uhr noch mal wach. Und dann kann ich endlich wieder mal eine ganze Nacht durchschlafen. Ich werde erst zum Sonnenaufgang gegen 6 Uhr wach. Ich mache einen schönen Spaziergang zum Strand, mit mir viele Angler, die auf einen großen Fang aus sind. Das Wasser lockt mit 21 Grad zum Schwimmen. Meine etwas angeschlagene Gesundheit hält mich davon ab, das ich gleich reinspringe. Ist auch besser so, wie später ein sehr trauriges Ereignis mir wieder einmal vor Augen führt, wie wertvoll Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann. 

Zurück frühstücke ich (Nachdem ich ewig lang das Brot gesucht habe! Ich glaube ich muss noch etwas an meiner Ordnung arbeiten.)

Zwei Mädchen nebenan geben mir den Tip, auf einen nahen Berg zu wandern. Sie studieren übrigens Tiermedizin in Hannover und machen hier ein Praktikum. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Blick über das weite Tal und das Meer. Am Strand erfrischen sich Zwei in den Fluten. Eigentlich soll man hier nicht Schwimmen gehen. Es sind die gefährlichsten Strände Neuseelands. Sie kosten jedes Jahr einigen das Leben. Gefährliche Strömungen ziehen dich hinaus in die Tasmanische See - nächster Stop: Australien. Aber die beiden werden ja hoffentlich im flachen Wasser bleiben? 

Als ich wieder unten bei meinem Auto bin kreist ein Rettungshubschrauber über dem Wasser, sucht jemanden. Das geht noch lange so. In den Nachrichten bringen sie, das ein Jugendlicher vermisst wird, ein Mädchen konnte sich an den Strand retten. Hatte ich diese beiden noch kurz vorher gesehen? 

Ich mache noch eine kleine Wanderung zu ein paar Höhlen in der Nähe. Eine Erkundung verhindert, das sie unter Wasser stehen. 

Zurück gibt es Tee und Marmeladenbrot. Dann mache ich weiter Ordnung im Auto.

 

 

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Schlaflose Nächte

 

Dachte ich zumindest!

Ich hatte ganz vergessen was Mücken sind.

Gegen Mitternacht kommt ein Inder ins Zimmer, legt sich ins Bett und steht nach einer Stunde wieder auf. Habe ich etwa geschnarcht? Dann kommt er aber wieder. Um 2 Uhr kommen noch 3 andere, jetzt ist das Zimmer voll. Dann fängt der Inder an zu schnarchen. Ich lege mich in die Küche auf die Couch. Mache aber kein Auge zu. Bald gehen auch die ersten aus den anderen Zimmern zum Flughafen. 

Mit der Dämmerung um halb 6 fange ich an, das Auto sauber zu machen. 9 Monate haben ganz schön Schmutz hinterlassen. Ausserdem waren kleine Nager zu Besuch. Die hatten sich über Papier und die Lebensmittel hergemacht und ihre Ausscheidungen hinterlassen. Ausserdem musste ich im Motorraum ein kleines Nusslager beseitigen, das sich da irgendwer angelegt hatte. Dummerweise direkt auf dem Auspuffansatz, der sehr heiß wird. Hatte auch schon geschmort. 

Dann mache ich mich auf zum Warehouse, um eine neue Batterie zu holen. Heute aber mit dem Bus. Der Motor springt auch sofort an. Jetzt kann ich zum TÜV! Nachdem ich vorn 2 neue  (gebrauchte) Reifen und Scheibenwischergummis hab drauf machen lassen, habe ich den auch bestanden. Noch die Steuer bezahlen, einkaufen und dann kann mein Roadtrip beginnen! 

Ich fahre 1 Stunde bis nach Whatipu, westlich von Auckland an der Tasmansee. Hier bleibe ich ein paar Tage, werde meine Sachen und mich  sortieren,  hoffentlich meine Erkältung auskurieren und ein paar Wanderungen machen. Die längste wird nach Karekare gehen, wo der Film "Das Piano" gedreht wurde.

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Auf nach Neuseeland!

 

Wieder werde ich sehr früh wach - um 3 Uhr. Noch 2 Stunden wach im Bett liegen, auch um die anderen im Zimmer nicht zu stören. Dann halte ich es aber nicht mehr aus und schleiche mich raus.

... und fange doch noch einmal an, diesen Blog zu schreiben. Das hatte ich schon gestern Abend versucht, war aber 3 mal gescheitert. Alles eingetippte war weg und mit den Bildern klappt es ja auch nicht. Nun also noch ein Versuch...

Ich hole mir etwas zum Frühstück und checke aus. Wieder mit der Bahn zum Flughafen, was fix geht. Einchecken bei LATAM aus Chile, die auf ihrem Weg nach Santiago de Chile einen Stopp in Auckland einlegen und mich da hoffentlich aussteigen lassen ...

Ich war zum ersten mal in Australien - hat mir gut gefallen. Auch wenn mir das Land etwas zu groß ist. Aber kann man ja stückchenweise entdecken. Beim nächsten mal noch mal etwas länger Sydney und Umgebung. 

Nächster Halt: Neuseeland 

Der 2,5stündige Flug verging wie im Flug. Es gab etwas zu Essen und Trinken (lecker Rotwein aus Chile) und Filme. Ich habe mir einen der 2 deutschsprachigen angeschaut: "Der geilste Tag" von und mit Florian David Fitz und Mathias Schweighöfer. Ein sehr bewegendes Thema! Und dabei voller Humor. Unbedingt anschauen! Ich werde ihn mir auch noch mal auf größerem Bildschirm und in Ruhe ohne schreiende Kinder um mich herum ansehen. 

Einreise nach Neuseeland ging fix. Seitdem der Computer das Visum erteilt und man nur 3 Fragen richtig beantworten muss: Hauen sie nach spätestens drei Monaten wieder ab? Haben sie ein Rückflugticket und sassen sie längere Zeit hinter Gittern? bleibt nur noch die Angst vor der Biosicherheitskontrolle. Ich bringe aber keinen Apfel (auch keinen neuseeländischen) mit und so höre ich nur wieder die Frage nach meinem Beruf und ob ich meine dreckverschmierten Arbeitsschuhe mit habe. Nein! Ich will hier nicht arbeiten! Über die Green Line bin ich ganz schnell draussen und nach 20 Minuten werde ich auch abgeholt und zu meinem Auto gebracht. Das stand wieder 9 Monate auf einem Lagerplatz. Beim letzten mal war die Batterie runter. Und dieses mal auch?

Ich werde nicht enttäuscht! Dabei habe ich noch extra für Batterieservice bezahlt. Aber der Motor sagt keinen Mux. Na wenigstens bekomme ich Starthilfe und schaffe es bis zum nahen Hostel. Hier war ich vor einem Jahr schon mal, allerdings im Doppelzimmer im Hotel, jetzt im 5-Bettzimmer im Rucksackhostel nebenan. Noch ein bisschen den Motor laufen lassen um die Batterie zu laden, aber es hilft nichts - sie ist tot. Ein freundlicher Kiwi gibt mir noch mal Starthilfe, aber nichts tut sich. Also neue Batterie kaufen. Ich laufe 30 Minuten zum Laden, hole mir neben an noch etwas zu Essen und dann nur ein Ladegerät für 20 Euro anstatt einer Batterie für 80. Zurück gleich anschließen, rote Lampe = lädt, grüne Lampe = ist voll, gelbe Lampe = Batterie ist kaputt. Nun ratet mal: Welche Lampe leuchtet? 

Richtig! Ich gehe dann morgen eine neue Batterie kaufen. 

Noch einen Kamilletee gegen die aufkommenden Halsschmerzen und dann gegen 22 Uhr ins Bett. Und ich habe Glück! Ich bin allein im 5-Bettzimmer.

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... von den Blauen Bergen kommen wir...

 

Mein Hostel in Sydney befindet sich am Gleis 1 des Hauptbahnhofs. Teils in Schlafwagen, teils im Bahnhofsgebäude sind die Zimmer recht ordentlich und von der Lage her unschlagbar! 

Ich will früh los, um in die Blue Mountains zu fahren. Da ich nur einen vollen Tag hier habe, will ich erst mal raus in die Natur. Die Stadt kann ich mir ja dann beim nächsten mal anschauen. Jetzt möchte ich erst mal wissen, ob es hier anders aussieht als in Neuseeland, vor allem auch die Tierwelt. 

So früh wollte ich dann aber doch nicht aufstehen! Um 4 Uhr kann ich nicht mehr schlafen. Also raus aus dem Bett, in einem kleinen Laden einen Kaffee und Marschverpflegung kaufen und ab zur Bahn.

Kurz nach 5 Uhr bin ich im Bahnhof.  Doch was ist das? Schienenersatzverkehr! Ich dachte das gibt es nur ständig bei der Berliner S-Bahn. Also ab in den Bus und eine morgendliche Stadtrundfahrt durch die Häuserschluchten, über die Harbour Bridge, an der berühmten Oper vorbei. Nach 1 Stunde Busfahrt dann in den Zug und kurz vor 8 Uhr bin ich endlich in Katoomba, dem Tor zum Nationalpark. So früh habe ich den dann auch fast für mich allein.

6 Stunden wandere ich durch dichte Eukalyptuswälder. Nach dem langen Flug genau das richtige für meine trägen Beine! Die Vegetation gleicht der in Neuseeland. Auch dort wachsen die Eukalyptusbäume, auch hier Regenwald mit Farnen. Die Vögel sehen aber anders aus: Papageien, Kakadus und am Boden wilde Pfaue.

Es wird immer wärmer. Gut, das ich immer wieder an kühlen Wasserfällen vorbei komme. Um die 28 Grad im Schatten, in den nächsten Tagen soll es hier über 30 hinaus gehen. Da freue ich mich doch direkt auf die 25 Grad in Neuseeland, wo auch der Sommer angekommen ist. 

Auf jeden Fall komme ich hierher zurück! Es gibt noch soviel zu entdecken. Und die zweistündige Zugfahrt (wenn kein Ersatzverkehr ist) ist mit 3,70 Euro pro Strecke unschlagbar günstig! (Im Gegensatz zu den 10 Euro für 10 Minuten vom Flughafen in die Stadt). Nur um Kängurus und Koalas zu sehen, muss ich dann doch wohl in den Zoo. Mein Rundweg endet in Leura, wo ich nach einer Stärkung wieder in den Zug steige.

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Das Abenteuer geht weiter!

24./25.12.18

Nun bin ich schon zum 5. Mal auf dem Weg nach Neuseeland , wieder für 3 Monate, also den ganzen deutschen Winter bzw. neuseeländischen Sommer. 

Zweimal hatte ich hier schon einen Blog geschrieben , eigentlich wollte ich diesmal keinen schreiben. Nun aber doch. Für mich als Tagebuch, für meine Leute zu Hause und vielleicht für andere, die hier zufällig reinschauen. Leider wird es diesmal keine Bilder geben, da das mit dem Smartphone nicht funktioniert, auslandsblog.de keine eigene App hat und ich mit anderen nicht klarkomme. 

Also ging es am 24.12.2018 mit Scoot von Berlin- Tegel in 11 Stunden nach Singapur und 2 Stunden später noch mal 7 Stunden nach Sydney, wo ich jetzt bin. Wider erwarten waren die langen Flüge mit dem Billigflieger auch nicht schlimmer als mit einer renommierten Airline. Es gab zwar keinen Monitor vor mir und auch nichts zu Essen und Trinken inclusive, aber die Sitze waren genau so bequem bzw. unbequem nach 11 Stunden Flug. Ein gutes Buch hat die Langeweile vertrieben und auf dem zweiten Flug konnte ich sogar etwas schlafen. 

So kam ich am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages (Ortszeit)  erstaunlich fit in Australien an. Mit dem Zug ging es in die Stadt und die Nacht habe ich im Bahnhof geschlafen...

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